Serie über Börsenindizes: Aktienindizes

Lesedauer 3 Minuten

Aktienindizes sind von allen Indizes am bekanntesten und am häufigsten die Basiswerte von ETFs. Dabei sind Aktienindizes nichts anderes als ein diversifiertes Aktienportfolio. Anleger können das Risiko ihrer Geldanlage deutlich senken, indem sie in einen ETF investieren, der einen bestimmten Aktienindex nachbildet.

Um das Geschehen an den Aktienmärkten möglichst genau abzubilden, sollen Indizes alle marktrelevanten Aktien in der Berechnung berücksichtigen und generell möglichst breit gestreut sein.

Aktienindizes

In der täglichen Berechnungspraxis müssen die Indexanbieter Dividendenzahlungen und Kapitalmaßnahmen, die zum Beispiel aus Übernahmen resultieren, sowie Veränderungen der Indexzusammensetzung nachvollziehen.

Unabhängig davon, welchen

  • Markt ein Index abbildet,
  • wie viele Mitglieder er hat und
  • wie diese gewichtet sind,

gibt es zwei verschiedene Indexarten: Zum einen Kurs-Indizes, zum anderen Performance-Indizes.

Der Unterschied zwischen Kurs- und Performance-Indizes

Es geht hier um die Frage, ob die gezahlten Dividenden in den Punktestand des Index eingerechnet werden oder nicht.

  • Bei einem Kursindex (auch Preisindex genannt) zählen die Dividenden nicht mit. Der jeweilige Punktestand ergibt sich allein aus den Aktienkursen der im Index enthaltenen Unternehmen.
  • Bei einem Performance-Index zählen die Dividenden dagegen mit und erhöhen den Punktestand des Index.

Von den meisten Indizes gibt es sowohl eine Kurs- als auch eine Performancevariante.

Bei ETFs erhalten Sie die Dividenden gleichermaßen, ob Sie nun auf einen Kurs- oder Performance-Index setzen. Dabei sind Kursindizes zwangsläufig ausschüttende Fonds und Performance-Indizes dagegen thesaurierende Fonds.

Anders können die jeweiligen ETFs den Indexkurs nicht abbilden.

Aktienindizes: Kriterien für die Auswahl von Aktien für einen Index

Wer einen Aktienindex zusammenstellt, muss sich überlegen, wonach er sich richtet: Nach dem Unternehmenswert, nach dem Börsenumsatz, nach dem Gewinn oder nach der Anzahl der Mitarbeiter, um nur einige mögliche Kriterien zu nennen?

Wichtigste Kriterien sind die Region (z. B. Welt oder Europa), Land (z. B. Deutschland), Branche (z. B. europäische Pharma- und Gesundheitsaktien), Thema (z. B. umweltfreundliche Aktien) und Strategie (z. B. Aktien mit der größten Dividendenrendite).

Zweitwichtigstes Kriterium ist in der Regel der Börsenwert eines Unternehmens bzw. die Marktkapitalisierung. Dabei versteht man unter der Marktkapitalisierung den Aktienkurs multipliziert mit der Zahl der ausgegebenen Aktien, die sich im Streubesitz befinden und damit prinzipiell täglich handelbar sind.

Die Zusammensetzung eines Aktienindex wird regelmäßig überprüft. Dabei kann es sein, dass ein Unternehmen allein wegen zu geringem Streubesitz (mindestens 10 Prozent) aus dem Index verbannt wird.

Drittwichtigstes Kriterium ist die Frage, wie viele Unternehmen im Index vertreten sind. Dabei gilt: Je mehr Aktien in einem Index vertreten sind, desto genauer bildet er die Wirklichkeit ab.

Problematisch ist jedoch, dass mit zunehmender Anzahl an Unternehmen der Rechenaufwand sehr groß wird.

So ist es bei einem Index mit 600 Mitgliedern (z. B. EuroStoxx 600) wesentlich aufwändiger als bei 20 Mitgliedern (z. B. Schweizer Leitindex SMI), genau zu überwachen, ob jedes Unternehmen noch die Größenkriterien für die Indexmitgliedschaft erfüllt.

Aktienindizes: Indexanbieter bieten meist ganze Indexfamilien an

Indesanbieter bieten meistens nicht nur einen Aktienindex isoliert an, sondern oft ganze Indexfamilien. Dies lässt sich am Beispiel der Blue-Chip-Indizes der DAX-Familie (Deutsche Börse AG) gut erläutern.

Dabei handelt es sich um den DAX, der die größten Unternehmen enthält, die an der Deutschen Börse gehandelt werden.

Dann um den MDAX, der mittelgroße Unternehmen enthält und den SDAX, der kleinere Unternehmen beinhaltet.

Schließlich noch der TecDAX, der Technologieunternehmen enthält.

Außerdem gibt es noch den HDAX, der eine Zusammenfassung von DAX, MDAX und TecDAX darstellt.

Bei allen Indizes kann jede Aktie nur mit einem Maximalgewicht von 10 Prozent verteten sein.

Fazit zu Aktienindizes

Aktienindizes gehören zu den beliebtesten Indizes, die von ETFs nachgebildet werden. Dabei haben Anleger eine riesige Auswahl an Regionen-, Länder, Branchen-, Themen- und Strategieindizes. Allein die Deutsche Börse AG bietet in verschiedenen Währungen rund 300 Aktienindizes an.

Aktienindizes haben in der Regel den Vorteil, sehr transparent zu sein, sodass Anleger jederzeit verstehen, worum es bei ihnen geht.

Die nächste Folge dieser Serie wird ein Artikel über Rentenindizes sein.

 

 

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