Serie über Börsenindizes: Währungs-ETFs

Lesedauer 3 Minuten

Währungs-ETFs sind vor allem deshalb interessant, weil sie neben den bekannten Anlageklassen Aktien, Renten, Immobilien und Rohstoffen eine eigene Anlageklasse bilden, die nicht mit den genannten korreliert.

Dadurch eignet sich diese Anlageklasse zur Risikodiversifikation (siehe Moderne Portfoliotheorie) eines Anlegerportfolios im Zuge der Asset Allocation. Diese befasst sich damit, wie ein Anleger sein Vermögen auf verschiedene Anlageklassen verteilt.

Währungs-ETFs

Vorreiter bei Währungs-ETFs war die Deutsche Bank-Tochter db x-trackers, die seit 2008 vier thesaurierende (den Gewinn einbehaltende) Währungs-ETFs im Angebot hat.

Drei dieser ETFs verfolgen regelbasierte Strategien und der vierte Währungs-ETF kombiniert diese drei Strategien.

Dabei beziehen sie sich alle auf die so genannten G-10 Währungen

  • US-Dollar,
  • Australischer Dollar,
  • Neuseeländischer Dollar,
  • Yen,
  • Euro,
  • Britisches Pfund,
  • Norwegische Krone,
  • Schwedische Krone und
  • Schweizer Franken.

 Währungs-ETFs: Der Currency-Valuation-ETF

Das Anlageziel des db x-trackers Currency Valuation ETF (ISIN: LU328473748) besteht darin, die Wertentwicklung des Deutsche Bank Valuation Index abzubilden.

Dieser ist ein Devisenindex, bei dem Dreimonats-Terminkontrakte auf jeweils drei unterbewertete Devisen gekauft und drei überbewertete G-10-Währungen verkauft werden. Dabei setzt der Currency Valuation ETF auf die Kaufkraftparitätentheorie, die besagt, dass sich Währungen langfristig in die Richtung ihres „wahren Wertes“ entwickeln.

Der Index hat eine Verzinsungskomponente, so dass der Wert des Index abgesehen von den Schwankungen aufgrund von Veränderungen der Wechselkurse und Zinssätze der Indexwährungen zu einem Geldmarktsatz steigt.

Der Schlussstand des Index wird daher auch durch Änderungen des von der Europäischen Zentralbank berechneten Tagesgeldsatzes am Interbankenmarkt der Eurozone beeinflusst (EONIA Fix).

Diese Strategie wird jedes Quartal überprüft und entsprechend angepasst.

Der Currency-Momentum-ETF

Der db x-trackers Currency Momentum ETF (ISIN: LU0328474043) bildet den Deutsche Bank Momentum Index ab. Er will von den großen Bewegungen am Devisenmarkt durch eine spekulative Strategie profitieren, bei der starke Währungen gekauft und schwache verkauft werden.

Gekauft werden jene drei G-10-Währungen, die im vorangegeangenen 12-Monats-Zeitraum gegenüber dem US-Dollar den größten Wertzuwachs verzeichnet haben. Gleichzeitig werden die drei G-10-Währungen verkauft, die gegenüber dem US-Dollar den größten Wertverlust verzeichnet haben.

Der Currency Carry ETF

Der db x-trackers Currency Carry ETF (ISIN LU328474126) bildet den Deutsche Bank Carry Index mittels einer Carry-Trade-Strategie nach.

Dabei setzt er auf Währungen, die besonders hohe Zinsen bringen. Hierzu kauft er die drei G-10-Währungen mit den höchsten Zinsen (3-Monats-LIBOR-Rate) und verkauft die drei Währungen mit den niedrigsten Zinsen.

Der Currency-Return-ETF

Der vierte Währungs-ETF von db x-trackers, der db x-trackers Currency Return ETF (ISIN LU 328474472) setzt auf eine gleichgewichtete Kombination der drei vorangegangenen Strategien – inklusive täglichem Rebalancing.

Dabei bietet der Currency Return ETF für risikoaverse Investoren den Vorteil, dass sich Schwankungen der Einzelstrategien ausgleichen und dies zu einem ruhigeren Kursverlauf des ETFs führt.

Während bei den drei vorangegangenen ETFs die Schwankungen (Volatilität) zeitweise sehr hoch sind, ist dieser vierte Währungs ETF also recht schwankungsarm.

Dabei wird gerade dieser ETF von institutionellen Investoren stark nachgefragt.

Fazit Währungs-ETFs

Währungs-ETFs eignen sich als eigenständige Anlageklasse zur Risikodiversifikation des eigenen Portfolios, da sie nur eine geringe Korrelation mit anderen Anlageklassen aufweisen.

Dabei gibt es unterschiedliche Strategien, für die es jeweils einen eigenen Index und einen darauf ausgericheteten ETF gibt.

Vor allem institutionelle Investoren wie Dachfonds, Privatbanken, Familiy Offices und Pensionskassen investieren meist als Beimischung für ihre Asset Allocation in diese Währungs-ETFs.

Hiermit ist die Serie über verschiedene Arten von Börsenindizes dann auch beendet. Im vorherigen Artikel dieser Serie habe ich mich mit ETF-Dachfonds befasst.

Quellen für diesen Beitrag: Rüdiger Götte: Exchange Traded Funds (ETFs). Grundlagen, Funktionsweise und praktischer Einsatz. Das 1 x 1 der Exchange Traded Funds*, ibidem Verlag, Stuttgart 2010, S. 178 f. und Claus Hecher: Anlegen wie die Profis mit ETFs*, 2. Auflage, FinanzBuch Verlag 2015, S. 95 – 98.

 

 

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