Spezial Humankapital, Teil 1: Das Konzept des Humankapitals

Lesedauer 3 Minuten

Ihr „Humankapital“ – also der Barwert Ihres Arbeitseinkommens bis zur Rente – ist in der Regel Ihr größter Vermögensbestandteil. Grund genug, dieses einmal genauer zu betrachten.

Nachdem die Festplatte meines Notebooks ausgewechselt und eine Neuinstallation erfolgt ist, kann ich wieder arbeiten. In der kurzen Zwangspause habe ich festgestellt, dass ich ohne Computer ziemlich aufgeschmissen bin.

Aber jetzt zurück zum Konzept des Humankapitals:

„Das Konzept „Humankapital“ als dem wertvollsten Asset [Vermögenswert] bei den meisten Menschen während des größten Teils ihres Lebens ist vermutlich einer der wichtigsten einzelnen Faktoren, den Sie . . . in Ihre Finanzplanung über Ihr ganzes Leben hinweg einbeziehen sollten.“

Moshe Milevsky, Finanzprofessor an der York University, Toronto

Das Konzept des Humankapitals

Der Begriff „Humankapital“ bezeichnet den geschätzten Gegenwartswert (Barwert) Ihres noch nicht erhaltenen Arbeitseinkommens, also das Gehalt, das Sie bis zum Ruhestand voraussichtlich beziehen werden.

Bei einem 30-Jaährigen mag das Humankapital 95 Prozent seines Gesamtvermögens ausmachen, bei einem 65-Jährigen, der nicht mehr arbeitet, liegt dieser Wert vermutlich zwischen 0 und 5 Prozent.

Das Humankapital ist also der Barwert eines zukünftigen Geldflusses.

Ein Beispiel zum Humankapital

Leon, 30 Jahre, nicht verheiratet und ohne Kinder, möchte bis zu seinem 65. Lebensjahr arbeiten. Also noch 35 Jahre.

Sein heutiges Arbeitseinkommen beträgt 2.500 Euro monatlich nach Sozialabgaben und Steuern, also 30.000 p. a.

Leon rechnet damit, dass dieses Einkommen real um durchschnittlich 3 Prozent pro Jahr steigen wird. Das ergibt über 35 Jahre gerechnet einen Vermögenswert in Höhe von 1.813.862,45 Euro.

Abgezinst mit 2 Prozent ergibt das einen Barwert (Gegenwartswert) von 906.981 Euro.

Dagegen nehmen sich die 12.000 Euro, die Leon bisher mittels eines ETF Sparplans angespart hat, recht bescheiden aus.

Seine möglichen Ansprüche an die gesetzliche Rentenversicherung zu diesem Zeitpunkt habe ich hier übrigens aus Vereinfachungsgründen nicht berücksichtigt.

Humankapital als eigene Assetklasse betrachten

Humankapital als Assetklasse

Bei einem durchschnittlichen Arbeitnehmerhaushalt bildet Humankapital selbst noch rund zehn Jahre vor Eintritt in die Ruhestandsphase den größten Teil des Nettogesamtvermögens.

Darüber hinaus hat Humankapital in den meisten Fällen eine erfreulich niedrige Volatilität (Schwankungsbreite) und eine niedrige oder sogar negative Korrelation zu Aktienrenditen.

Humankapital wird zwar nicht oft als Asset-Klasse (Anlegeklasse) wahrgenommen, doch es ist ohne Zweifel eine und für die Mehrzahl der Anleger unter 50 Jahren Lebensalter der wichtigste Vermögenswert überhaupt.

Und es lohnt sich auf jeden Fall, in diesen Vermögenswert zu investieren.

Ein Zweitstudium, eine dritte oder vierte Fremdsprache oder beispielsweise ein MBA können den Wert dieses Humankapitals auch während des Berufslebens enorm erhöhen.

Zwar kostet es Geld, in Bildung zu investieren, doch sind besser bezahlte Jobs und größere Einkommenssteigerungen im Zeitablauf sozusagen die Rendite dieser Investitionen. Und Neues lernen kann man in jeder Lebensphase – auch im Alter noch.

Wie Sie diesen wichtigsten Vermögensbestandteil, der letztlich aus ihrer Arbeitskraft resultiert, durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung absichern können, erfahren Sie im zweiten Teil dieses Spezials zum Konzept Humankapital.

(Quelle: Kommer, Gerd: Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs: Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzbranche gewinnen*, 4., aktualisierte Auflage 2015, Campus Verlag, Frankfurt/New York, S. 240 ff.)

Fazit

Das Humankapital ist der Gegenwartswert (Barwert) Ihrer Arbeitskraft und zugleich bei den meisten Menschen Ihr wertvollster und größter Vermögensbestandteil.

Nicht nur

  • Aktien
  • Anleihen
  • Immobilien
  • Rohstoffe und
  • Geldmarktanlagen

sind eigene Anlageklassen, sondern auch das Humankapital.

Umso wichtiger, dass Sie diese Anlageklasse mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung absichern. Dazu mehr im zweiten Teil des Spezials über das Konzept Humankapital.

 

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2 Gedanken zu „Spezial Humankapital, Teil 1: Das Konzept des Humankapitals“

  1. Hallo Jürgen.

    Wieder einmal ein sehr interessanter Artikel.
    Viel zu oft wird der tatsächliche Wert des eigenen Humankapitals unterschätzt und bei der Finanzplanung außer Acht gelassen.
    Hierzu muss sensibilisiert werden.
    Vielen Dank dafür.

    Ich hoffe, dass ich an dieser Stelle auf meinen Artikel zu diesem Thema verweisen darf: http://www.finanz-blickwinkel.de/2017/03/19/humankapital/

    Viele Grüße

    Patrick

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