Bei der Geldanlage das Risiko richtig streuen

Lesedauer 3 Minuten

Risiko richtig streuen: Risiko und Rendite bedingen sich. Doch mit einer soliden Risikostreuung über verschiedene Anlageklassen und zusätzlich innerhalb dieser kann man das Risiko verkleinern, ohne gleichzeitig die Renditeerwartungen wesentlich zurückfahren zu müssen.

Risiko richtig streuen

Was die Geldanlage angeht, leben wir in schwierigen Zeiten. Bei der aktuellen Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) funktionieren die Finanzrezepte unserer Eltern nicht mehr.

Diese hatten noch ihr Geld auf Spar-, Tagesgeld- und Festgeldkonten angelegt und dank hoher Zinsen ein Vermögen und eine Altersvorsorge aufgebaut.

Das machen zwar viele Anleger heute auch noch so, doch funktioniert diese Strategie in der aktuellen Niedrigzinsphase nicht mehr.

Sicherheit steht bei der Geldanlage an erster Stelle

Laut einer Infratest-Umfrage wollen drei Viertel der Bundesbürger bei der Geldanlage am liebsten nur ein geringes oder gar kein Risiko eingehen.

Der Wunsch nach Sicherheit bei der Geldanlage steht bei den Anlegern auf der Wunschliste also ganz oben.

Dementsprechend besaßen nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts (DAI) 2014 nur 13 Prozent der Bundesbürger Aktien oder Aktienfonds. Dabei waren die Zahlen sogar im Vergleich zu den Vorjahren zurückgegangen.

Doch wer langfristig ein Vermögen und eine Altersvorsorge aufbauen möchte, muss heute umdenken.

In Zukunft wird die gesetzliche Rente nur noch den Basisbedarf abdecken und der Aufbau einer privaten Altersvorsorge muss vor allem für die Generation Y einen hohen Stellenwert haben.

An Geldanlagen, die mehr Rendite, aber auch ein höheres Risiko mit sich bringen, führt deshalb kein Weg vorbei.

Doch es gibt Möglichkeiten, das Risiko zu verringern.

Das Risiko richtig streuen und die Sicherheit erhöhen

Wer sich die Erkenntnisse der Modernen Portfoliotheorie zu Nutze macht, für die Harry M. Markowitz 1990 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhielt, der kann das Risiko bei der Geldanlage herunterfahren, ohne gleichzeitig seine Renditeerwartungen im selben Maße zu verringern.

Risiko und Rendite bedingen sich gegenseitig. Auch dies ist eine Erkenntnis der Portfoliotheorie.

Doch wer sein Risiko über verschiedene Anlageklassen streut, reduziert dies unter Beibehaltung seiner Renditeerwartungen.

„Ihre Investment-Performance wird fast vollständig durch einen einzigen Faktor bestimmt – Ihre Asset-Allokation über breite Asset-Klassen (Anlageklassen, Anm. d. Verf.) hinweg. Aktien- oder Fonds-Picking sowie Market Timing . . . sind tatsächlich fast irrelevant.“

William Bernstein, Finanzwirtschaftler und Bestsellerautor

Verschiedene Anlageklassen sind u. a.

  • Aktien,
  • Anleihen,
  • Rohstoffe,
  • Immobilien,
  • Währungen und
  • der Geldmarkt.

Viele Anleger kennen die alte Börsenregel, die lautet:

„Lege niemals alle Eier in einen Korb.“

Diese Regel sollte man zum einen auf die Auswahl einzelner Anlageklassen anwenden, aber auch innerhalb einzelner Anlageklassen. Auch innerhalb einzelner Anlageklassen sollte man sein Risiko auf verschiedene Wertpapiere der jeweiligen Anlageklasse streuen.

So vermeidet man zusätzlich ein Klumpenrisiko, bei dem sich die gesamten Vermögenswerte auf wenige Anlagen, wie zum Beispiel eine selbstgenutzte Immobilie, verteilen. Wenn diese den Großteil des privaten Vermögens darstellt und im Preis sinkt, hat man ein Problem, wenn man sie verkaufen möchte.

Manche der oben aufgelisteten Anlageklassen haben sich in der Vergangenheit weitgehend unabhängig oder zum Teil sogar gegenläufig voneinander entwickelt, wie zum Beispiel Aktien, Staatsanleihen und Rohstoffe.

Mit Geldanlagen in ETFs das Risiko streuen

Um das Risiko innerhalb einzelner Anlageklassen zu streuen, bieten sich vor allem Fonds an.

Fonds investieren grundsätzlich immer in eine größere Anzahl an Wertpapieren.

Fonds, die besonders empfehlenswert sind, sind Exchange Traded Funds, börsengehandelte Indexfonds, kurz ETFs genannt.

Diese verfolgen eine passive Anlagestrategie, bei der sie einen bestimmten Börsenindex nachbilden, wozu sie kein Fondsmanagement brauchen und deshalb besonders kostengünstig sind.

Wer beispielsweise in der Anlageklasse Aktien in einen ETF auf den MSCI All Country World Index investiert, kauft mit nur einem ETF über 2.400 verschiedene Aktien aus jeweils 23 Industrie- und Schwellenländern.

Um langfristig Vermögen aufzubauen, bieten sich vor allem ETF Sparpläne an.

In diese kann man zum Teil bereits ab 25 Euro monatlich oder vierteljährlich einzahlen.

Die meisten Online-Broker haben zudem kostenlose ETF Sparpläne im Angebot, bei denen man auch noch die Ordergebühren spart. Billiger kann man Wertpapiere nicht kaufen.

Und wer ETFs aus verschiedenen Anlageklassen auf diese Weise miteinander kombiniert, streut sein Risiko und erhöht seine Sicherheit. Und die Chance auf eine gute Rendite bleibt trotzdem.

Fazit

Rendite und Risiko bedingen sich gegenseitig bei der Geldanlage.

Doch Risiko wollen viele Anleger nicht eingehen und setzen vor allem auf Sicherheit.

Doch die Finanzrezepte der Elterngeneration taugen in der heutigen Niedrigzinsphase nicht mehr.

Wer ein Vermögen aufbauen will, muss bereit sein, ein gewisses Risiko einzugehen.

Doch wer sein Investment über verschiedene Anlageklassen streut und auch innerhalb einer Anlageklasse diversifiziert, senkt sein Risiko und erhöht seine Sicherheit.

Dabei besteht die Chance, mit börsengehandelten Indexfonds, sogenannten ETFs, langfristig zusätzlich gute Renditen zu erzielten.

Ein Portfolio aus verschiedenen Anlageklassen ist hierbei das Mittel der Wahl.

Damit kann man sein Risiko richtig streuen.

 

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2 Gedanken zu „Bei der Geldanlage das Risiko richtig streuen“

  1. Ein schöner Artikel, der meine Sichtweise exakt widerspiegelt.

    Ich glaube, dass die meisten Sparer überhaupt nichts mit dem Begriff Risiko anfangen können. Niemand geht gerne Risiko ein, aber jeder definiert es anders. Für den einen dürfen nicht mal Schwankungen existieren, während andere keinen Totalverlust erleiden möchten. Beim Gedanken an ein Wertpapier denken viele (klassischen) Sparer direkt an Zockerei und vorprogrammierte Verluste.

    Man kann nur hoffen, dass unsere Blogs genug Leute aufklären, speziell in der anhaltenden Niedrigzinsphase!

    Viele Grüße
    Tim von anlago.de

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