Was du von reichen Stars über den Umgang mit Geld lernen kannst

Lesedauer 5 Minuten

 

Viele Prominente und Stars verdienen viel Geld und werden in kurzer Zeit reich. Doch längst nicht alle bleiben es. Es gibt zahlreiche Beispiele für ehemalige Stars, die ihr einstiges Vermögen wieder verloren haben.

Längst nicht alle Prominente und Stars, die oft in kurzer Zeit ein Vermögen anhäufen, haben ein glückliches Händchen im Umgang mit ihrem Geld.

Es gibt zahlreiche Beispiele von ehemals erfolgreichen Sportlern, Popstars und Schauspielern oder Moderatoren, die in kurzer ein Vermögen gemacht haben, dieses aber wieder verloren.

Dazu gehören u. a. Boris Becker oder Mike Tyson, Michael Jackson und Whitney Houston, Eva Herman und Wolfgang Lippert sowie zahlreiche ehemalige Lottogewinner, die nach wenigen Jahren wieder mittellos waren oder sogar den Gang in eine Privatinsolvenz antreten mussten.

Dabei haben sie mitunter auch zweistellige Millionenvermögen durchgebracht.

Interessant ist, wie es dazu kam, was die Ursachen waren und wie man es hätte anders machen können.

Umgang mit Geld: Ursachen für den Gang in die Privatinsolvenz

Privatinsolvenz durch schlechten Umgang mit Geld

Es sind vor allem zwei Faktoren, die dazu geführt haben, dass ehemalige Millionäre wieder verarmt sind.

Es trifft vor allem Menschen, die in sehr kurzer Zeit reich wurden und den sinnvollen Umgang mit Geld nie erlernt haben.

Der erste Grund ist übermäßiger Konsum.

So gibt es Lottogewinner, die mehr als 40 Millionen USD gewonnen haben, sich mehrere teure Luxussportwagen zulegten, mehrere Villen kauften und viele teure Partys veranstalteten.

Wenn man plötzlich zu Reichtum gelangt ist, sind zahlreiche „neue Freunde“, die zudem die Hände aufhalten, meist nicht weit.

Und der zweite Grund, warum ehemals reiche Sportler, Popstars und Schauspieler wieder verarmten, ist, dass sie nicht selbst die Verantwortung für ihr Geld übernommen haben.

Stattdessen haben sie sich auf mehr oder weniger zweifelhafte Berater verlassen, die vor allem ihre eigenen Provisionen im Sinn hatten, doch deren Rat oft nichts taugte (z. B. dubiose Steuersparmodelle).

Doch es gibt auch Beispiele für Stars und Prominente, die gut mit Geld umgehen können.

Ein festgelegtes Einkommen – Floyd Mayweather und Ed Sheeran

Floyd Mayweather hat vielleicht keinen einwandfreien Ruf, doch nur wenige würden bestreiten, dass er ein talentierter Boxer und auch ein begabter Geschäftsmann ist.

Durch seinen Boxkampf gegen Connor McGregor nahm er mehr als 100 Millionen US-Dollar ein.

Seine Firma – Mayweather Promotions – war für die Organisation des Events verantwortlich.

Der kluge Geschäftsmann nahm alleine durch Sponsoring und Branding seiner Kleidung im Ring 25 Millionen Dollar ein.

Wenn es um finanzielle Angelegenheiten geht, geht Mayweather oft sehr geschickt vor.

Ein Beispiel dafür ist die Organisation seiner persönlichen Finanzen.

Der unbesiegte Profiboxer ist Multimillionär, doch sein Umgang mit Geld ist nicht sorglos.

So hat er mit seinem Management vereinbart, dass er monatlich oder jährlich nur eine bestimmte Summe zur Verfügung hat – aber nicht mehr.

Er bezahlt sich also selbst eine Art Gehalt und gibt nicht mehr als das aus, was vereinbart war.

So kann er bequem leben, verschuldet sich aber nicht durch zu hohe Ausgaben wie viele andere prominente Sportler, Popstars und Schauspieler bzw. Moderatoren.

Andere wohlhabende Persönlichkeiten machen es übrigens genauso.

Ed Sheeran lebt trotz seines Erfolgs immer noch sehr bescheiden und zahlt sich ebenfalls nur ein “Taschengeld” aus:

“Hätte ich alles auf einem Konto, würde ich es garantiert ausgeben”,

sagte er in einem Interview im Jahre 2014 mit dem Irish Examiner und verriet, dass er noch seine Studenten-EC-Karte benutzt.

Es kann sich also lohnen, diesem Beispiel zu folgen.

Statt das übrige Geld von einem Management verwalten zu lassen, könnte es auch auf ein Sparkonto überwiesen werden: als regelmäßiger Dauerauftrag, am besten monatlich.

Guter Umgang mit Geld durch einen Sparplan

Wieviel Risiko sollte man eingehen? Edward O. Thorp über Investitionen und Blackjack

Edward O. Thorp ist ein sehr erfolgreicher Blackjack-Spieler und Investor.

Der ehemalige Mathematik-Professor ist außerdem ein gefragter Autor, der das 1962 veröffentlichte Bestseller-Buch Beat the Dealer schrieb.

Das Buch wurde mehr als 700.000 Mal verkauft, doch Thorp blieb nicht alleine beim Blackjack, er war später auch am Aktienmarkt erfolgreich.

Blackjack und Investitionen haben gemeinsam, dass sie sich beide mit Wahrscheinlichkeiten beschäftigen.

Es ist oft nicht leicht zu wissen, wann welche Strategie angebracht ist.

Thorp erklärte im Interview mit Forbes, dass er einmal J.P. Morgan geraten hatte, nur so viel Risiko einzugehen, dass er noch gut schlafen könne.

Die Idee dahinter ist, Aktien nicht aus Angst zu verkaufen oder beim Verkauf von Emotionen geleitet zu werden.

Wenn einem eine Aktie besonders viele schlaflose Nächte einbringt, sollte man vielleicht daran denken, sie zu einem Teil zu verkaufen.

Thorp meint nämlich nicht, sie ganz zu verkaufen, sondern nur bis zu dem Punkt, den er den “sleeping point” nennt (in etwa den “Schlafpunkt”).

Gemeint ist also der Punkt, an dem man noch gut schlafen kann und sich nicht über zu große Verluste sorgen muss.

Beim Blackjack müssen ähnliche Überlegungen angestellt werden und das Risiko muss möglichst minimiert werden.

Im Buch „Beat the Dealer“, das beim Blackjack als Klassiker gilt und unzählige Male gelesen worden ist, erklärt Thorp einige Strategien, die er zu den sichersten zählt.

Das Buch enthält eine Tabelle, die Auskunft darüber gibt, wann es am besten ist, während des Spiels eine bestimmte Strategie anzuwenden wie Hit (Karte verlangen), Stand (Stehenbleiben), Split (Teilen) oder Double Down (Verdoppeln).

Sich mit den verschiedenen Regeln vertraut zu machen und auch damit, wann welche Strategien angewendet werden sollten, kann den entscheidenden Unterschied machen.

Edward O. Thorp ist heute 85 Jahre alt und kann den Erfolg seiner Strategien durch ein geschätztes Nettovermögen von 800 Millionen Dollar unter Beweis stellen.

Insgesamt ein Beispiel für einen sehr erfolgreichen Umgang mit Geld.

Priyanka Chopra teilt ihr Geld auf, bevor sie es anrührt

Die Schauspielerin Priyanka Chopra, die u. a. im Film Baywatch (2017) und der amerikanischen Fernsehserie Quantico (2015) mitspielte, ist eine der am besten bezahlten Schauspielerinnen Indiens.

Ihr geschätztes Nettoeinkommen betrug im Jahr 2016 elf Millionen Dollar.

Chopra geht mit ihrem Vermögen aber sehr vorsichtig um.

Sie teilt sich ihre Einkünfte auf, noch bevor sie daran denkt, etwas auszugeben.

Der Bollywood-Star erklärte Bloomberg Businessweek, dass sie ihr Einkommen wie folgt aufteilt:

  • Ersparnisse,
  • Investitionen,
  • Ausgaben sowie
  • Spenden für philanthropische Zwecke.

Auf die Frage, welche ihrer Investitionen am gewinnbringendsten sei, antwortete sie “Land in Mumbai und Goa”.

Ihre waghalsigste Ausgabe war der Kauf eines personalisierten Rolls Royce zum 10. Jahrestag ihrer Filmkarriere.

Auch wenn nicht jeder Millionen besitzt, können auch kleinere Beträge am Monatsanfang aufgeteilt werden und eine bestimmte Strategie für sein Anlageportfolio angewendet werden.

So können außerdem unnötige Ausgaben erkannt und minimiert werden.

Zusammenfassend können hier also folgende Ratschläge erteilt werden:

  1. Nur einen bestimmten Prozentteil des Einkommens im Monat ausgeben. Dabei kann der Restbetrag per Dauerauftrag auf ein Sparkonto ( z. B. einen ETF-Sparplan) überwiesen werden oder im Fall einer größeren Summe verwaltet werden.
  2. Besitzt man Aktien bzw. Investitionen, die einem Sorgen bereiten, sollte man daran denken, einen Teil davon zu verkaufen. Allerdings nur so viel, bis man wieder friedlich schlafen kann.
  3. Das Geld am Anfang des Monats aufteilen und dadurch unnötige Ausgaben erkennen und minimieren.

Umgang mit Geld: Ein regelmäßiger Sparplan

Fazit

Nicht alle Prominenten und Stars haben ein glückliches Händchen im Umgang mit Geld.

Nicht wenige verloren ihr Vermögen wieder.

Ursachenwaren meist ein zu aufwendiger Lebensstil  und die falschen Berater.

Man muss schon selbst die Verantwortung für sein Geld übernehmen und darf seine Investments nicht an irgendwelche zwielichtigen Berater delegieren.

Hier kommt zum Beispiel ein unabhängiger Honorarberater in Betracht, der dich unabhängig von produktbezogenen Provisionen berät.

Und egal, wie hoch dein Einkommen ist:

Lege jeden Monat etwas zurück – zum Beispiel mit ETF-Sparplänen – und bilde so privates Vermögen. Am besten direkt am Monatsanfang per Dauerauftrag.

Dann kommst du nicht in Versuchung, alles Geld für  – manchmal unnütze Dinge – auszugeben.

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3 Gedanken zu „Was du von reichen Stars über den Umgang mit Geld lernen kannst“

  1. Hallo Jürgen,

    ich finde es wirklich sehr edel von manchen Stars, dass sie uns die Chance geben, aus ihren Fehlern zu lernen und es selbst besser zu machen 😉

    Aber Spaß beiseite: Den Punkt mit den Finanzberatern/Verkäufern oder wie man sie nennen möchte, finde ich besonders interessant. Viele Menschen meinen, nicht genug Zeit für solche wichtigen Themen zu haben oder sie möchten sich schlicht nicht damit beschäftigen. Sie geben diese Verantwortung ab und bezahlen natürlich dafür. Das problematische ist dabei, dass diese Menschen keine Gespür für die Börse bekommen und sich diese mangelnde Lernbereitschaft mit zunehmendem Alter oft nicht zum besseren wendet..
    Aber dafür gibt es ja Finanzblogger wie Dich, die Interessierten den Zugang zu diesem Wissen ermöglichen und aufbereiten.

    Viele Grüße vom Depotstudent 🙂

    Antworten
    • Hallo Depotstudent,
      ich denke, der maßgebliche Punkt ist:
      Du musst für deine Geldanlagen Verantwortung übernehmen und darfst dieses Thema nicht unbesehen in fremde Hände legen.
      Genauso wie man sich einen Lebenspartner selbst aussucht und nicht von den Eltern aussuchen lässt.
      Dies gilt zumindest für unseren Kulturkreis. 🙂
      Natürlich kann ich mich beraten lassen, aber ich muss immer berücksichtigen, welche Interessen mein Berater hat und wie er sich finanziert.
      Am sichersten kann ich mir noch bei einem Honorarberater sein, der keinerlei provisionsgesteuerten Interessen hat.

      In diesem Sinne,
      viele Grüße

      Jürgen

      Antworten
      • Hallo Jürgen,
        danke für die Antwort!

        Kleiner Nachtrag noch von mir: Ich persönlich nehme sehr gerne Beratungen in Anspruch, tatsächlich auch von Beratern, die „nur“ am Verkauf ihrer eigenen Produkte interessiert sind. Aber: Ich höre mir dann genauso die Gegenseite an und informiere mich zusätzlich auf unabhängigen Plattformen. Für mich ist das der richtige Weg, um ein stimmiges Gesamtbild zu erhalten.

        Die Mischung macht’s 😉

        Viele Grüße! 🙂

        Depotstudent

        Antworten

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