Warum Millennials nicht privat vorsorgen, ist nicht immer klar. Doch was hat das für Folgen? Was sind die Ursachen dafür und wie könnte eine Lösung – zumindest für die private Vorsorge – aussehen?
„Die Rente ist sicher“,
sagte einst Norbert Blüm.
„Die Rente wird sicher niedrig sein“,
sagen die aktuellen Prognosen.
Die „Ist-Situation“ der gesetzlichen Rente
Warum Millennials nicht privat vorsorgen, obwohl die Situation ernst ist, dafür gibt es mehrere Ursachen.
Denn wer 45 Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt hat, bekommt 2016 knapp 48 Prozent seines ehemaligen Bruttodurchschnittseinkommens als Rente.
2030 werden es aller Voraussicht aber nur noch 43 Prozent sein.
Bei einem aktuellen Monatseinkommen von 3.000 EUR hat ein Rentner heute also eine Rente von rund 1.440 EUR.
Und zwar brutto.
Davon sind jedoch noch Kranken- und Pflegeversicherung sowie Steuern abzuziehen.
Deshalb bleiben untern Strich nur knapp 1.250 EUR.
Um seinen bisherigen Lebensstil halten zu können, bräuchte der Rentner jedoch jeden Monat gut 2.100 EUR.
Das wären etwa 80 Prozent seines letzten Nettoeinkommens.
Soviel bräuchten Rentner nach Schätzungen von Verbraucherzentralen und der Stiftung Warentest.
An Rente wird es nach jetziger Faktenlage 2030 jedoch nur rund 1.290 EUR für diesen Rentner geben.
Da wird also eine Rentenlücke von gut 800 EUR pro Monat klaffen.
Gehen wir davon aus, dass der Rentner 80 Jahre alt wird, dann fehlen ihm im Alter also 800 EUR x 12 (Monate/Jahr) x 13 (Jahre).
Ohne Berücksichtigung der Inflation wäre das ein Fehlbetrag von rund 125.000 EUR.
Der lässt sich jedoch ansparen.
Doch was tun die Millennials (Angehörige der Generation Y)?
Nur ein Drittel legt Geld fürs Alter zurück.
Zwei Drittel legen die Hände in den Schoß und tun nichts.
Und das sind die Gründe:
- Mangelndes Interesse am Thema
- Fehlende Finanzbildung
- Erwartung, dass der Staat aktiv werden soll.
Warum Millennials nicht privat vorsorgen

1. Mangelndes Interesse am Thema
Auch 15 Jahre nach der Rentenreform hat sich noch immer keine Kultur privater Vorsorge fürs Alter in Deutschland entwickelt.
Zwar weiß die Generation Y in der Regel über ihre finanzielle Zukunft Bescheid, doch bleiben die meisten passiv und warten ab.
Zwar sparen die Millennials durchaus:
Doch eher für den nächsten Urlaub, die Ausbildung oder das Studium.
Was das Alter angeht, gehen sie davon aus, bis weit über das 65. Lebensjahr hinaus arbeiten zu müssen.
2. Fehlende Finanzkenntnisse
In Betracht der Tatsache, dass es für Spareinlagen quasi keine Zinsen mehr gibt, fehlt der Generation Y in weiten Teilen einfach das Know how.
Nach einer Studie des Allensbach-Instituts wächst darüber hinaus eine Generation von Totalverweigerern heran:
Sechs von zehn Menschen in den Dreißigern hat sich demnach noch nie Gedanken über ihre finanzielle Lage im Alter gemacht.
Sie wissen auch nicht, wie man sein Geld sonst noch gewinnbringend anlegen kann, wenn es auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto keine Zinsen mehr gibt.
Und interessanterweise steht die junge Generation Aktien deutlich skeptischer gegenüber als die ältere Generation.
Und das in Betracht der Tatsache, dass Aktien langfristig die erfolgreichste Geldanlage sind.
Deshalb wäre ein Schulfach „Finanzbildung“ sicherlich äußerst sinnvoll.
3. Der Staat soll aktiv werden
Trotz allem vertrauen die Millennials auf die gesetzliche Rente. Sie wären auch bereit, mehr in diese einzuzahlen.
Darüber hinaus bauen sie auf Betriebsrenten.
Und acht von zehn sprechen sich für eine Regelung aus, bei der Arbeitgeber automatisch einen Teil des Einkommens für die Altersvorsorge zurücklegen, sofern man dem nicht explizit widerspricht.
Auch erwarten sie, dass ihnen der Staat eine gewisse Mindestverzinsung garantiert.
Das Vertrauen in die private Altersvorsorge ist bei ihnen jedoch gesunken, wie eine aktuelle Umfrage von TNS Infratest Sozialforschung für das Versorgungswerk MetallRente zeigt.
ETF-Sparpläne als Lösung
War bisher die Lebensversicherung der Deutschen liebstes Kind für die private Altersvorsorge, könnte diese Rolle demnächst ein Sparplan auf Basis von Aktien-ETFs übernehmen.
Bereits ab 25 EUR monatlich (comdirect und Consorsbank) kann ein solcher Sparplan eingerichtet werden.
Zudem sind ETF-Sparpläne einfach zu verstehen, transparent und sehr flexibel.
Damit kann die drohende Rentenlücke im Alter geschlossen werden, sofern man früh genug mit dem Sparprozess beginnt.
Dies wird auch in folgendem Video deutlich:
Dann kann nämlich der Zinseszinseffekt langfristig arbeiten und wirken.
Fazit
Vielen Rentnern droht in Zukunft Altersarmut.
Warum Millennials nicht privat vorsorgen, dafür gibt es verschiedene Gründe.
Deshalb wäre private Vorsorge neben der gesetzlichen und der betrieblichen Rente dringend erforderlich.
Doch die Generation Y verweigert sich in weiten Teilen diesem Thema.
Sie vertrauen der gesetzlichen Rente und wären auch bereit, mehr in diese einzuzahlen.
Doch ein Sparplan auf Basis von Aktien-ETFs wäre als private Vorsorge zusätzlich mehr als sinnvoll.
Die meisten Online-Broker haben Aktionsangebote, bei denen man sogar die Ordergebühren spart, so dass tatsächlich 100 Prozent des Sparbeitrages in die Geldanlage fließt.
Also Millennials, rappelt euch auf und richtet einen ETF-Sparplan ein!
Einen ETF auf den MSCI World Index und einen auf den MSCI Emerging Markets Index.
Damit könnt Ihr nicht viel falsch machen.
Go for it!
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