Warum deutsche Anleger ihre Angst vor Aktien überwinden müssen

Lesedauer 3 Minuten

Angst vor Aktien: Obwohl es kaum noch Zinsen gibt, kleben deutsche Anleger an Sparbüchern und Tagesgeldkonten. Es wird Zeit, dass sie ihre Angst vor Aktien überwinden. Dafür bieten sich vor allem Aktien-ETFs an.

Die Sparquote der Deutschen liegt seit Jahren recht konstant bei etwa zehn Prozent.

Das ist im internationalen Vergleich eine sehr ordentliche Leistung.

Doch beim Vermögenswachstum liegen wir im internationalen Vergleich auf den hinteren Rängen.

Das ist so, weil wir uns immer ärmer sparen.

Rund 40 Prozent des Geldvermögens privater Haushalte sind als Spareinlagen und Bargeld angelegt.

Doch wer so spart, vermehrt sein Geld nicht.

Stattdessen zehren Kosten und Steuern das Ersparte auf.

Zusätzlich sorgt auch die Inflation dafür, dass das Ersparte schrumpft.

Mag sie momentan auch noch so niedrig sein.

Die Frage ist also nicht, ob wir sparen, sondern wie wir sparen.

Angst vor Aktien überwinden

Welche Sparformen die Deutschen lieben

Die Deutschen stehen vor allem auf Sparkonten und Immobilien.

Doch wer mit spitzer Feder rechnet, der weiß schon lange, dass sich

  • Sparbuch,
  • Tages- und
  • Festgeld

nicht lohnen.

Und Immobilien sind vielerorts bereits hoffnungslos überteuert.

Fonds und Aktien gehören neben Anleihen dagegen zu den Anlageklassen, denen sie nur wenig Gewicht im Depot geben würden.

Leider investieren sie extrem konservativ und ihre Risikoneigung geht gegen null.

Die Angst vor Aktien ist weit verbreitet

Deutschland ist, was Anlagestrategie angeht, ein Schwellenland.

Nur 13 Prozent der erwachsenen Bevölkerung halten heute Aktien oder Aktienfonds im Depot.

Vor allem bei jungen Leuten sind Aktien ziemlich „out“.

Und rund die Hälfte der Bevölkerung interessiert sich gar nicht für Geldanlage.

Auch in den Schulen wird das Thema Aktienanlage kaum vermittelt.

So mangelt es vielerorts am notwendigen Know how über Aktien und Fonds.

Und das Schlimmste ist:

Die Deutschen werden immer vorsichtiger:

Auch bei den extrem niedrigen Zinsen stehen sie in erster Linie auf Sparbuch, Tagesgeld und Lebensversicherungen.

Doch an Aktien führt kein Weg vorbei

Doch wer seine Chancen an der Börse sucht, bei dem führt kein Weg an Aktien vorbei.

Denn die Rendite von Aktien liegt im Schnitt deutlich höher als die von Bankeinlagen.

Langfristig sind Aktien die erfolgreichste Anlageklasse überhaupt.

Doch empfehle ich hier keine Einzelaktien oder klassischen Investmentfonds, sondern Exchange Traded Funds (ETFs), zu deutsch börsengehandelte Indexfonds.

Mit ETFs gegen die Nullzinsphase

Doch es gibt eine Anlageform, mit der Anleger auch in der Niedrigzinsphase Vermögen aufbauen können:

Aktien-ETFs.

Sie bilden einen bestimmten Börsenindex 1 : 1 nach und vollziehen dessen Wertentwicklung mit.

Dazu brauchen sie kein Fondsmanagement und sparen dadurch reichlich Kosten.

Zum Vergleich:

Ein klassischer Investmentfonds mit Fondsmanagement kostet durchschnittlich 1,73 Prozent Verwaltungskosten p. a.

Ein börsengehandelter Indexfonds im Schnitt nur 0,37 Prozent pro Jahr.

Weiterhin kostet ein Indexfonds keinen Ausgabeaufschlag und auch keine Erfolgsbeteiligung.

Der Lohn der Anleger:

Sie erhalten die Rendite des jeweiligen Index – also die Marktrendite – abzüglich der Verwaltungskosten.

Kurzum:

Aktien-ETFs sind in der gegegenwärtigen Nullzinsphase die Lösung für den bestehenden Anlagenotstand.

Am besten in Weltaktienidizes investieren

Wenn du eine konkrete Empfehlung haben möchtest, dann rate ich dir, in den Weltaktienindex MSCI World zu investieren.

Der umfasst mehr als 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern und hat in den letzten 40 Jahren im Schnitt um mehr als 7 Prozent pro Jahr zugelegt.

Wenn du auch an den Chancen der Schwellenländer teilhaben möchtest, empfehle ich dir zusätzlich den MSCI Emerging Markets Index.

Dieser enthält rund 800 Unternehmen aus 23 Schwellenländern.

Dann sind China , Indien, Südkorea und Unternehmen aus anderen Schwellenländern auch dabei.

Allerdings solltest du dein Geld für mindestens zehn Jahre entbehren können, um die langfristigen Chancen an den Aktienmärkten wahrzunehmen.

Kurzfristig kann es immer mal wieder zu Kurseinbrüchen an den Börsen kommen, doch haben sich die Wertpapiermärkte davon stets wieder erholt.

Fazit

Die Deutschen sind – was Geldanlagen angeht – in den meisten Fäller Schisser.

Sie meiden Aktien wie der Teufel das Weihwasser und legen ihr Geld auf Girokonten, Sparbüchern sowie Tages.- und Festgeldkonten an.

Leider gibt es dort kaum Zinsen.

Wer dagegen sein Angst vor Aktien überwindet, dem stehen mit Aktien-ETFs eine Anlageform zur Verfügung, mit der man auch Zeiten des Niedrigzinses langfristig eine ordentliche Rendite erwirtschaften kann.

ETFs sind einfach, transparent und flexibel und darüber hinaus noch sehr kostengünstig.

 

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4 Gedanken zu „Warum deutsche Anleger ihre Angst vor Aktien überwinden müssen“

  1. Ich sehe in ETFs auch eine tolle Möglichkeit, Geld anzulegen. Die Vielfalt nimmt immer weiter zu. Allerdings muss man meiner Ansicht aufpassen, wie der ETF gestaltet ist. Ist er reproduzierend, teils reproduzierend, oder arbeitet er mit Swaps?! Möchte man einen Aktien-ETF kaufen, er beinhaltet aber Swaps, legt man sich nicht wirklich Aktien ins Depot, sondern man geht das Risiko ein, dass die daran beteiligten Banken bankrott gehen können.

    Antworten
  2. Ich verstehe diese Angst vor Aktien ebenso wenig. Klar schwanken diese aber das tut nunmal jede Wertanlage die etwas abwirft.

    Es wird auch so viel auf die Konzerne geschimpft, wieviel Milliarden sie verdienen und wie ungerecht das doch alles sei. Und das bei 2,3,4% Dividendenrendite. Das ist weder gierig noch unfair.

    Dabei kann man doch ganz einfach einen kleinen Teil abhaben und „Miteigentümer“ werden. Mit den heutigen Möglichkeit billiger und einfacher den je. Gibt es was Demokratischeres? Man muss nur loslegen.

    Alex

    Antworten

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