Blogparade 2020: Chancen und Risiken privater Vermögensbildung in Corona-Zeiten

Lesedauer 6 Minuten

Ende April habe ich zur Blogparade 2020 über Chancen und Risiken privater Vermögensbildung in Corona-Zeiten aufgerufen und im Laufe des Monats Mai sind die Links zu einer Reihe an Blogartikeln bei mir eingetrudelt, die ich jetzt gebührend würdigen möchte.

Dabei geht es unter anderem um folgende Fragestellungen:

  • Wie reagiert man als Anleger auf die Coronakrise?
  • Welche Chancen und Risiken birgt die Krise?
  • Welche Anlageformen kommen überhaupt infrage?
  • Macht „Buy and Hold“ weiter Sinn?

[lwptoc]

Der Finanzjongleur bei der Blogparade 2020

Blogparade 2020

Der Finanzjongleur Christian Vogel schreibt in seinem Beitrag zur Blogparade 2020, dass Anfangen und Durchhalten die beiden großen Grundsätze in der aktuellen Zeit und gerade im Hinblick auf die immer weiter sinkende gesetzliche Rente sind.  Doch da sich jeder an einen gewissen Lebensstil gewöhnt hat, den er sich während seines Berufsleben aufgebaut hat, möchte er diesen auch später im Rentenalter nicht mehr missen.

Um diesen Lebensstandard dauerhaft zu gewährleisten, kann seiner Meinung nach die Buy and Hold-Strategie angewendet werden, um langfristig Vermögen zu bilden. Und zwar mit automatisierten monatlichen ETF-Sparplänen So kauft man bei niedrigen Kursen mehr und bei höheren Kursen weniger Anteile. Dabei liegt die Stärke eines Sparplans in der Kontinuität.

Gerade jetzt in der verrückten Zeit mit der anstehenden Rezession aufgrund von Corona und dem Lock-Down auf der ganzen Welt sollte man nicht nur immer auf die aktuellen Kurse schauen, sondern es mit dem Börsenaltmeister André Kostolany halten:

Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.

So kann man mit einer Buy-and-Hold-Strategie auf Basis von ETF-Sparplänen über viele Jahre ein privates Vermögen auch in Krisenzeiten aufbauen.

Allesumsgeld.de

Auf Allesumsgeld.de schreibt Daniel Schmidt in seinem Post zur Blogparade 2020, dass sich an den Grundsätzen für die private Vermögensplanung auch in Corona-Zeiten nichts geändert hat. Allerdings sind viele Menschen durch die enormen Schwankungen an der Börse darauf aufmerksam geworden, dass es aktuell vielleicht sogar gute Chancen gibt. Denn wer bisher noch kein Geld in Wertpapiere investiert hat, macht sich vielleicht jetzt Gedanken darüber.

Oft gibt es sogar ein gewisses Startkapital:

Wenn nämlich der Sommerurlaub aufgrund der Coronakrise ausfällt, kann man das gesparte Geld sinnvoll investieren, vielleicht in ETFs? Dann reicht die Rendite möglicherweise in zwei oder drei Jahren dafür, dass man sich den einen oder anderen lange gehegten Wunsch erfüllen kann.

Der Beitrag von petrawolff.blog zur Blogparade 2020

Blogparade 2020

Petra Wolff von petrawolff.blog sieht Parallelen zwischen dem Corona-Reproduktionsfaktor und der Erhöhung des Vermögens-Reproduktionsfaktors. Dafür sind vor allem drei Stellschrauben maßgeblich:

  • Ausgaben senken
  • Einkommen erhöhen
  • Investieren.

Am einfachsten lässt sich in der Regel die Ausgabenschraube drehen und jetzt besonders. In letzter Zeit haben wir aufgrund der Corona-Einschränkungen ohnehin automatisch weniger Geld für Freizeitspaß wie Kino, Theater oder Konzerte ausgegeben. Auch die Ausgaben für den Frisörbesuch sind eine Weile weggefallen, ganz zu schweigen vom Essengehen.

Wer das eingesparte Geld nicht gleich wieder mehrfach für Streaming Dienste oder überflüssige Online-Einkäufe verpulvert hat, dürfte bereits etwas gespart haben, das sich zum Vermögensaufbau verwenden lässt.

Das einfachste Investment besteht darin, einen oder zwei globale, sehr breit gestreute ETFs regelmäßig zu besparen. Das ist die einfachste Methode. Gerade jetzt in der Corona-Zeit sind die Preise der meisten Aktien noch ein Stück von ihren Hochs entfernt. Die richtige Zeit also, um einen Sparplan anzulegen und auch um bestehende Sparpläne fortzuführen, vielleicht sogar zu erhöhen. Und vor allem jetzt hat man wahrscheinlich mehr Zeit als sonst, um sich darum zu kümmern.

Finanzfisch

Der Finanzfisch Tobias Mende hat trotz aller Crashwarnungen weiter an Buy and Hold festgehalten und ist bis März 2020 gut damit gefahren. Doch dann hat auch ihn der Absturz an den Weltbörsen eiskalt erwischt.

Als Reaktion darauf wird er seine Investitionen in P2P-Kredite reduzieren. Zum einen, weil er Kapital für die Investition in Aktien braucht und zum anderen, weil es im Falle einer höheren Inflation nicht sinnvoll ist, viel Kapital in Krediten gebunden zu haben. Denn diese verlieren ebenfalls an Wert und das macht die Rendite kaputt. Zudem steigt das Ausfallrisiko, wenn Menschen ihre Jobs verlieren und die Wirtschaft einbricht.

Bei den Investitionen in Aktien versucht er abzuschätzen, welche Unternehmen die Krise, auch wenn sie noch ein paar Monate andauert, überstehen werden. Hier wird er ggf. nachkaufen oder neue Positionen aufbauen. Dafür wird er seine monatliche Sparrate, den bestehenden Cashbestand und das Kapital, das er aus P2P-Investitionen herauszieht, verwenden.

Auch denkt er darüber nach,  Aktien auf Kredit zu kaufen. Ansonsten gilt für ihn insbesondere jetzt:

Er selbst und sein Humankapital sind nach wie vor die beste Investition. Insofern steckt er nicht den Kopf in den Sand sondern schaut, wie er sein Wissen und sein Können weiter ausbauen kann und ob er Chancen sieht, die er für sich nutzen kann.

ETF-Yogi

Blogparade 2020

Der ETF-Yogi Rolf Scheuermann stellt in seinem Beitrag zur Blogparade 2020 fest, dass es Risiken gibt, gegen die du etwas tun kannst, wie zum Beispiel die Inflation, das Branchenrisiko oder das Risiko von Einzelaktien.

Auch Kosten sind ein Risikofaktor, den du minimieren kannst, indem du jetzt ETFs kaufst und keine teuren aktiv gemanagten Fonds.

Natürlich gibt es aber auch ein Risiko, vor dem du dich nicht schützen kannst:

das allgemeine Kapitalmarktrisiko.

Wie sich die Märkte als Ganzes kurzfristig entwickeln, ist nicht vorhersagbar.

Geht die Corona-Krise rasch vorbei oder kommt das dicke Ende erst noch?

Diese Unvorhersagbarkeit ist aber auch nicht schlimm. Nutze sie stattdessen zu deinem Vorteil.

Hast du nämlich begriffen, dass die Zukunft – insbesondere an der Börse – nicht vorhersagbar ist, kannst Du Dich auf diese Ungewissheit einstellen.

Verhalte Dich einfach so, als wenn Du nicht weißt, was als nächstes passiert. Tust du ja auch nicht.

Stütze Dich auf das, was du einigermaßen sicher weißt: in der Vergangenheit entwickelte sich die Börse langfristig immer nach oben.

Willst du jetzt ETFs kaufen, ist das das A und O für dich nicht, ob die Corona-Krise vorbei ist oder weiter andauert.

Die Gretchenfrage lautet stattdessen:

Wie lange ist dein Anlagehorizont?

Ist er kurz, dann solltest du nur in geringem Umfang oder gar nicht auf Aktien setzen.

Ist er hingegen sehr lang (> 15 Jahre), dann kannst du ein höheres Risiko wagen, denn Aktien waren auf der Langstrecke – zumindest in der Vergangenheit – nicht wirklich riskant.

Wichtig ist aber auch hier, dass du deine Risikotoleranz nicht überschätzt, denn kurzfristige Schwankungen sind immer möglich.

konto-kredit-vergleich.de

Und Sascha Breßler von konto-kredit-vergleich.de sieht im Börsencrash die beste Zeit, um Aktien zu kaufen.

Warum es so schwer ist im Börsencrash Aktien zu kaufen liegt an Angst und Gier. Angst und Gier sind die wesentlichen Preistreiber an den Märkten. Clevere Investoren können sich beide Fälle zunutze machen.

In einem Umfeld, indem Angst herrscht, findet ein Abverkauf von Wertpapieren aller Art statt. Auch gut wirtschaftende Qualitätsunternehmen werden über Gebühr abgestraft.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt nun darin, Unternehmen zu kaufen die zu Unrecht abgestraft wurden. Also jene, bei denen der Kurs stark eingebrochen ist, obwohl die Fundamentaldaten nach wie vor exzellent sind.

Sei gierig, wenn die anderen Angst haben, und ängstlich, wenn sie gierig sind.

Warren Buffett

An der Börse musst du kein Experte sein, um Geld zu verdienen. Alles, was du tun musst, ist die beiden Regeln zu befolgen. Dies funktioniert auch, wenn du einen Welt-ETF wie den Vanguard FTSE All World besparst.

Ein bunt gemischter Strauß an Aktien, die in einem Welt-ETF enthalten sind, wird dich über 15 Jahre oder länger vermögend machen. Kontrolliere deine Emotionen. Emotionen sind an der Börse tödlich. Halte auch an schlechten Tagen, an denen es an den Börsen abwärts geht, an deiner Anlagestrategie fest. Die Früchte dieser Sturheit wirst du einige Jahre später ernten.

5 Jahre ETF-Blog.com und die Blogparade 2020 als Bloggerparty

Blogparade 2020

Und Jürgen Nawatzki von ETF-Blog.com empfiehlt Privatanlegern in seinem Artikel zur Blogparade 2020, dem Gebot der Stunde zu folgen und jetzt nachkaufen. Vor allem sollten sie in ETFs auf breit anlegende Aktienindizes investieren.

Denn die Kurse werden auf mittlere Sicht wieder steigen, auch wenn es jetzt erstmal eine weltweite Rezession infolge der Corona-Krise geben wird.

Also, starte jetzt entweder deinen ersten ETF-Sparplan oder kaufe nach, wenn du bereits an der Börse investiert bist.

Denn jetzt ist eine günstige Gelegenheit für den Einstieg an der Börse.

Denk dran:

Buy on bad news“, wie eine alte Börsenregel lautet.

Und gerade haben wir bad news, sogar „very bad news“.

Wann also kaufen, wenn nicht jetzt?

Das war die Zusammenfassung der Blogartikel, die dem Aufruf zu meiner Blogparade 2020 gefolgt sind.

So musste ich das 5-jährige Jubiläum von ETF-Blog.com letztlich nicht alleine feiern. 🙂

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