Theoretische Grundlagen passiven Investierens

Lesedauer 3 Minuten

Grundlagen passiven Investierens: Die Idee des passiven Investierens mit börsengehandelten Indexfonds bzw. ETFs basiert auf zwei finanzwissenschaftlichen Grundlagen: Zum einen der Modernen Portfoliotheorie von Markowitz aus dem Jahre 1952 und zum anderen der Effizienten Markthypothese von Eugene Fama aus dem Jahr 1970.

[lwptoc]

Die Kernaussage der Modernen Portfoliotheorie

Grundlagen passiven Investierens

Markowitz hatte mit seiner Theorie das Ziel zu zeigen, dass Diversifikation bei Anlageentscheidungen zu einem besseren Rendite-Risiko-Profil führt als Einzelinvestitionen und diesen Effekt messbar zu machen.

Für seine Theorie erhielt er 1990 den Nobelpreis für Ökonomie.

Darüber hinaus untersuchte Markowitz in seiner Modernen Portfoliotheorie, welche Wertpapiere und wie viele Wertpapiere Anleger in ein Portfolio aufnehmen sollten.

Dabei hatte er weitgehend den Zielkonfikt des Anlegers zwischen erwarteteter Rendite und dem damit verbundenen Risiko vor Augen.

Die bedeutenste Erkenntnis liegt in der Aussage, dass sich das Risiko durch Diversifikation zwar reduzieren, aber nicht vollständig ausschließen lässt.

Dabei ist der wichtigste Aspekt, dass es nicht auf das Risiko eines einzelnen Wertpapiers ankommt, sondern auf dessen Beitrag zum Risiko des Portfolios.

Dieser wiederum hängt von der Korrelation der Wertpapierkurse untereinander ab.

Dabei gilt:

Je geringer die Wertpapierkurse miteinander korrelieren, desto stärker lässt sich das Risiko einer Kombination aus diesen Wertpapieren reduzieren.

Eine geringe Korrelation bedeutet, dass ein geringer Zusammenhang für die Kursentwicklung von Wertpapieren besteht.

Die Korrealtion kann sogar negativ sein, d. h. ein Wertpapier fällt im Preis, während ein anderes im gleichen Zeitraum steigt.

Durch Diversifikation addieren sich die Risiken der einzelnen Wertpapiere nämlich nicht, sondern sie neutralisieren sich zum Teil gegenseitig.

Die zentrale Aussage der Markteffizienz-Theorie

Die Effiziente Marthypothese besagt, dass in effizienten Finanzmärkten alle Marktteilnehmer zu jedem Zeitpunkt den gleichen Stand an Informationen haben und rationale Entscheidungen treffen.

Dabei sind sämtliche Informationen in den Wertpapierkursen verarbeitet.

Deshalb ist kein Akteur am Kapitalmarkt in der Lage, überdurchschnittliche Gewinne zu erzielen.

„Die zentrale Aussage der denkbar umfassenden Literatur zur Kapitalmarkteffizienz lautet, dass es nahezu unmöglich ist, Überrenditen zu erzielen, wenn man nur auf öffentlich zugängliche Informationen zurückgreifen kann.“

Lawrence Summers, US-Finanzminister unter Präsident Clinton und Präsident der Harvard-Universität

Grundlagen passiven Investierens

Fazit: Die aktive Auswahl von Wertpapieren bietet deshalb nur einen geringen oder gar keinen Mehrwert gegenüber einer passiven Anlage, also einer Anlage in börsennotierten Indexfonds bzw. ETFs.

Informationsvorsprünge sind in der Regel nicht vorhanden und deshalb nicht verwertbar und erfolgreiche aktive Methoden werden zu schnell kopiert.

Grundlagen passiven Investierens: Anwendung dieser Erkenntnisse

Wendet man diese Erkenntnisse zum Beispiel auf Aktienanlagen an, so ist ein Anleger grundsätzlich erfolgreicher, wenn er seine Investition auf eine ausreichende Anzahl an Wertpapieren verteilt.

Eine ausreichende Diversifikation bietet ihm dabei sowohl ein gemanagter Aktienfonds als auch ein börsengehandelter Indexfonds bzw. ETF.

Nur dass ein ETF in der Regel kostengünstiger ist.

Das gleiche Prinzip gilt für den Aufbau einer Asset Allocation aus unterschiedlichen Anlageklassen, wie beispielsweise

  • Aktien,
  • Rentenpapieren,
  • Immobilien,
  • Rohstoffen oder
  • alternativen Investments.

Grundlagen passiven Investierens

Die Änderung der Wertpapierkurse ist dabei auf eher unerwartete zufällige Ereignisse zurückzuführen.

Dadurch sind sie nicht langfristig vorhersagbar, weshalb Kursprognosen von Experten nur zufällig richtig sein können.

Die Chance, Überschussrenditen zu erzielen, bietet sich entweder nur für einen sehr kurzen Zeitraum oder in weniger transparenten Teilmärkten.

Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Mehrwert dauerhaft erzielt wird, ist äußerst gering.

Empirische Untersuchungen, die diese These stützen, wurden bereits im Jahre 1973 durchgeführt und haben sich seitdem immer wieder bestätigt.

Privatanleger investieren in diesem Zusammenhang übrugens besonders erfolgreich mit ETF-Sparplänen.

Fazit: Grundlagen passiven Investierens

Passiv investieren mit ETFs

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Moderne Portfoliotheorie und die Hypothese effizienter Märkte die theoretischen Grundlagen passiven Investierens bilden.

Eine erfolgreiche Vermögensanlage beruht demnach auf dem Grundprinzip der Diversifikation und aktive Anlageentscheidungen bieten nur eine geringe Chance, die Wertentwicklung des Gesamtmarktes zu übertreffen.

Anleger sind daher gut beraten, ihr Portfolio passiv auf Basis börsengehandelter Indexfonds bzw. ETFs aufzubauen.

Dabei können sie im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds deutlich an Kosten sparen, die bei einer langfristigen Anlage aufgrund des Zinseszinseffektes bereits größere Betragsunterschiede im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds ausmachen können.

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2 Gedanken zu „Theoretische Grundlagen passiven Investierens“

  1. hm und was sind dann Faktor-Prämien, dafür sind doch langfristig Überrenditen gegenüber dem breiten Markt nachgewiesen?

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    • Faktoren erklären Teile der Renditen von Aktien. Sie können eine Überrendite begründen, tun es aber nicht in allen Fällen. Und Faktoren begründen m. E. keinen Informationsvorsprung, da sie seit Jahren allgemein bekannt sind. Mit Faktorinvesting gewichten Anleger ihre Aktien im Depot anders, so dass z. B. kleinere Firmen ein höheres Gewicht erhalten, um nur einen Faktor zu nennen.

      Antworten

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