ETFs verkaufen: 5 Tipps zum ETF-Verkauf 2022

Lesedauer 5 Minuten

Wenn du ETFs hältst und plötzlich Geld benötigst oder sich ein ETF anders als erwartet entwickelt, kannst du den oder die ETFs verkaufen.

ETFs eignen sich hervorragend zur langfristigen Geldanlage. Aufgrund ihrer eingebauten Risikostreuung – sie bilden jeweils einen bestimmten Börsenindex nach – besser als Einzelaktien. Zumindest für den Ottonormalverbraucher, der erstens über keine Kenntnisse der Fundamentalanalyse verfügt, um Unternehmen analysieren und auswählen zu können, die für ein Investment infrage kommen. Und zweitens auch nicht über genügend Kapital verfügen, um direkt in mehrere Unternehmen investieren zu können, um eine gesunde Diversifikation zu erreichen. 

ETFs können inzwischen bereits ab 1 € pro Monat im Rahmen eines ETF-Sparplans bespart werden.

ETFs verkaufen: Wenn man sich von ETF-Anteilen trennen möchte

ETFs sind in der Regel eine langfristige Geldanlage, mit der man sich zum Beispiel eine private Altersvorsorge aufbaut. Trotzdem kann es vorkommen, dass ein plötzlicher unvorhergesehener Geldbedarf auftritt.

Zum Beispiel, wenn man einen selbst verschuldeten Autounfall hatte und nun entweder eine teure Reparatur bezahlen muss oder sich direkt ein neues Auto kaufen muss.

Oder es ist ein größerer Konsumwunsch – wie zum Beispiel eine neue Küche – entstanden, den man nicht lange aufschieben möchte.

Darüber hinaus kann es auch vorkommen, dass die zuvor ausgewählten ETFs sich nicht alle so entwickeln wie zuvor erhofft und man sich von diesen trennen möchte. Das kann u. a. dann vorkommen, wenn man nicht in sogenannte Weltaktien-ETFs investiert hat, sondern in Themen-ETFs und das Thema dann nicht so gut gelaufen ist.

Was gilt es nun zu beachten, wenn man seine ETFs bzw. einen Teil davon verkaufen und zu Geld machen möchte?

ETFs verkaufen – wie du dabei vorgehst

Da ETFs an der Börse gehandelt werden, können sie jederzeit dort ge- und verkauft werden. Will man einen ETF verkaufen gibt man bei seinem Broker eine Verkaufsorder auf.

Hat man die entsprechende Bildschirmmaske zur Aufgabe einer Verkaufsorder vor sich, muss man verschiedene An- und Eingaben machen. U. a. muss man die Wertpapierkennnummer (WKN) bzw. die ISIN des betreffenden ETFs eingeben. Diese findet man u. a. bei justETF unter ETF-Suche.

Des Weiteren muss noch die gewünschte Stückzahl des betreffenden ETFs eingegeben werden und die Gültigkeit der Verkaufsorder. Außerdem musst du noch die Börse auswählen, an der du verkaufen möchtest. Auf jeden Fall würde ich zusätzlich immer ein Limit angeben, also den Mindestpreis, den ich beim Verkauf erzielen möchte. Schließlich muss der Kauf noch mit einer TAN bestätigt werden.

Wird die Order ausgeführt, erhalte ich nicht den vollen Kurswert meines ETFs multipliziert mit den verkauften Anteilen, sondern es werden noch die Verkaufskosten abgezogen.

1. Die Kosten im Auge behalten

Kosten für´s ETFs verkaufen

Wenn du ETF-Anteile verkaufen möchtest, fallen in der Regel Transaktionskosten an, die sogenannten Ordergebühren. Deshalb bekommst du nicht den wollen Kurswert ausgezahlt, sondern die Ordergebühren werden von diesem abgezogen.

Die Höhe der Ordergebühren kannst du entweder dem Preis-/Leistungsverzeichnis des jeweiligen Brokers auf seiner Website entnehmen oder in entsprechenden Brokervergleichen, zum Beispiel auf extraETF.com.

Zum Teil ist die Ordergebühr eine (geringe) Pauschale, wie u. a. bei justTRADE (0,- €) oder bei Trade Republic (1,- €) oder Scalable Broker (0,99 €), oder sie setzt sich aus aus einer fixen Grundgebühr und einer geringen prozentualen Provision von beispielsweise 0,25 % des Ordervolumens zusammen. Dabei sind die Ordergebühren bei sogenannten Neo-Brokern meist deutlich günstiger als bei den klassischen Direkt- bzw. Filialbanken. Eine Order bei maxblue (Deutsche Bank) kostet beispielsweise 8,90 €.

Darüber hinaus kann je nach Broker noch eine Handelsplatzgebühr anfallen. Ihre Höhe richtet sich nach der jeweiligen Börse. Du kannst Kosten sparen, wenn du ETFs verkaufen willst, indem du die Kosten der einzelnen Handelsplätze vorher miteinander vergleichst.

2. Auf anfallende Steuern achten

Beim Verkauf von ETF-Anteilen, sind ggfs. auch Steuern zu zahlen und zwar dann, wenn du einen Gewinn mit deinen ETFs erzielt hast. Wenn du verkaufst, weil sich der oder die ETFs nicht gut entwickelt haben – du also mit einem Verlust verkaufst – sind keine Steuern zu zahlen.

Doch Steuern fallen nicht nur beim Verkauf mit Gewinn an, sondern auch, wenn du eine Dividendenzahlung erhältst.

Beides – ETF-Gewinne und Dividendenzahlungen – unterliegen der Abgeltungssteuer, die 25 % Prozent beträgt. Allerdings gibt es einen Sparerpauschbetrag in Höhe von 801,- € für Alleinstehende und 1.602,- € für Verheiratete. Dazu muss man allerdings bei seiner Bank bzw. seinem Broker einen Freistellungsauftrag stellen.

Übrigens muss nur für die Gewinne, die den Sparerpauschbetrag übersteigen, Abgeltungssteuer bezahlt werden.

Wen das Thema ETFs und Steuern näher interessiert, der findet u. a. in diesem Artikel weiterführende Informationen.

Nähere Angaben zum Thema Altbestände findest du u. a. im folgenden Gliederungspunkt.

3. Wenn du Altbestände hältst

Ob Du Steuern zahlen musst, wenn Du Anteile an einem ETF verkaufen möchtest, hängt vor allem davon ab, wie lange Du die ETF-Anteile schon hältst.

Wenn du du die ETF-Anteile bereits vor dem Jahr 2009 gekauft hattest, sind Gewinne aus dem Verkauf nicht steuerpflichtig. Die Gewinne aus dem Verkauf waren bis einschließlich 2017 vollständig steuerfrei, wenn es sich um solche Altbestände handelte.

Inzwischen werden Steuern erhoben, doch kannst du einen hohen Freibetrag ausschöpfen. Dieser Freibetrag liegt bei 100.000 Euro.

Wenn du den ETF vor 2009 gekauft hattest und jetzt den ETF verkaufen möchtest, zahlst Du nur dann Steuern, wenn die Gewinne aus dem Verkauf über 100.000 Euro liegen. 

4. ETFs verkaufen und dabei Steuern sparen

Du kannst beim Verkauf von ETF-Anteilen unter Umständen noch Steuern sparen, auch wenn der Gewinn aus dem Verkauf den Freistellungsauftrag übersteigt. Dabei kannst du möglicherweise einen Steuerfreibetrag ausschöpfen, der für 2021 bei mehr als 9.744 Euro pro Person liegt.

Das ist dann der Fall, wenn du nur ein geringes Einkommen hast, da du

  • Rentner,
  • Geringverdiener oder
  • Student

bist.

Dann kannst Du beim Finanzamt nämlich eine sogenannte Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen.

Du musst dann auch keine Steuern zahlen, wenn dein Gewinn über dem Sparerpauschbetrag liegt.

Diese Nichtveranlagungsbescheinigung legst du einfach bei der depotführenden Bank / Broker vor.

5. Bruchstücke verkaufen

Je nach Wertpapier-Art gibt es verschiedene Möglichkeiten für einen Verkauf von Bruchstücken:

Fonds: über die Fondsgesellschaft, Aktien und ETFs: Das wird von Broker zu Broker unterschiedlich gehandhabt. Eine ganz brauchbare Übersicht über das Prozedere bei unterschiedlichen Brokern findest du zum Beispiel hier.

Beim Verkauf von Wertpapier-Bruchstücken fallen meist keine Gebühren an! Der Grund dafür ist, dass Bruchteile nicht an der Börse verkauft werden, sondern innerhalb des Kundenstammes des Brokers verteilt werden.

  • Wenn Du also 0,35 ETF-Anteile zurückgibst, fallen für Dich keine Gebühren an.
  • Wenn Du 1,5 ETF-Anteile verkaufst, wird für 0,5 ETFs keine Gebühr fällig und für den Verkauf des ganzen ETF-Anteils fällt die normale Verkaufs-Gebühr an.

Fazit: ETFs verkaufen über einen Broker ist ganz einfach

ETFs verkaufen

Auch wenn du vielleicht ein Buy- and-Hold-Anleger bist, kann es vorkommen, dass du plötzlich einen größeren Geldbetrag brauchst und ETFs verkaufen musst.

Das ist im Prinzip genauso einfach wie ein ETF-Kauf. Doch da hierbei auch Kosten entstehen können, ist es schon im Vorfeld klug, sich Gedanken über den richtigen Broker zu machen.

Dabei sind die sogenannten Neo-Broker besonders günstig, da bei ihnen nur sehr geringe Transaktionskosten anfallen. Einer dieser Neo-Broker ist Scalable Capital.

Er zeichnet sich nicht nur durch das aktuell größte Angebot an kostenlosen ETF-Sparplänen aus, sondern auch durch sehr geringe pauschale Ordergebühren in Höhe von 0,99 € pro Kauf bzw. Verkauf.

Hier eine Übersicht über die Anbieter von ETF-Sparplänen und ihre jeweiligen Konditionen:

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