Jamaika oder Ampel? Von dieser Dreier-Koalition können Anleger am besten profitieren

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Jamaika oder Ampel? Die Ergebnisse der Bundestagswahl und die daraus resultierenden Bündnisse haben einen direkten Einfluss auf die deutsche Ökonomie. Aktuell sind mehrere Zusammenschlüsse der Parteien denkbar. Dabei sind sowohl die Jamaika- als auch die Ampel-Koalition eine Möglichkeit.

„Jedes Bündnis bietet auch für den Börsenmarkt eine neue Chance. Dieses Wissen kann sich für Anleger in der Zukunft als sehr profitabel erweisen, wenn es nur richtig angewendet wird“,

erklärt Jens Rabe.

Jens Rabe bei der Arbeit

Er ist Börsenhändler mit über 20 Jahren Erfahrung. Daher weiß er genau, welche Branchen und Aktien von bestimmten Koalitionen profitieren können. Gerne verrät dir Jens Rabe in diesem Gastbeitrag, wie sich die Bundestagswahl auf den Börsenmarkt auswirken kann.

Jamaika oder Ampel: Große Erleichterung – kein Rot-Rot-Grün

Der Ausgang der Bundestagswahl ist für Anleger und Anlegerinnen sehr gut, da eine rot-rot-grüne Regierung ausgeschlossen ist. Unabhängig davon, wie genau die Koalitionsverhandlungen ausgehen, wird außerdem die FDP an der Regierung beteiligt sein -– eine wirtschaftsfreundliche Partei. Auch die Grünen werden beteiligt sein, und das ist ebenfalls eine gute Entwicklung, da Umweltthemen immer wichtiger werden und berücksichtigt werden müssen. Ob sich zusätzlich zu diesen beiden Parteien die CDU oder die SPD einbringen wird, ist laut Rabe dann erst einmal zweitrangig. An der Börse wird das keine Rolle spielen, denn die Grünen und die FDP garantieren Innovationen.

Allerdings besteht immer noch die Gefahr, dass sich die genannten Parteien nicht einigen können – denn dann wird es zu einer Großen Koalition kommen. Aus Sicht der Börse in Deutschland wäre das ein schlechter Ausgang.

„Wir brauchen wirtschaftlich Fortschritt und Innovationen, da Deutschland durch die Corona-Krise an Wirtschaftsstärke verloren hat. Die GroKo steht allerdings für Stillstand. An der Börse ist daher jede Regierung gut, die keine GroKo und keine linke Regierung ist. Den wichtigsten Schritt für wirtschaftliche Erholung, Innovationen und eine zukunftsweisende Politik für Anleger und Anlegerinnen haben wir also erst einmal getan“,

so Börsenexperte Jens Rabe.

Jamaika oder Ampel? Schnelles Handeln und Planungssicherheit

Sondierungsgespräche und Koalitionsverhandlungen brauchen Zeit, das ist völlig klar. Die Börse gesteht der Politik diese Zeit zu. Aber zu lange sollten sich die Parteien nicht herausnehmen, denn momentan befindet sich Deutschland in einer Phase der Unsicherheit. Große Konzerne mit Sitz in Deutschland, wie Daimler und Volkswagen müssen wissen, wie es weitergeht. Denn politische Sicherheit gibt ihnen Planungssicherheit.

Für Anleger und Anlegerinnen aktuell eine entspannte Situation

Der schwächste Börsenmonat September wurde bereits überstanden, die Wahl ist gut gelaufen, das Schuldenproblem der Amerikaner ist vorläufig gelöst. Das alles sind gute Nachrichten, weshalb die Preise in den nächsten Wochen und Monaten erst einmal deutlich anziehen werden.

Das ist die eine Seite der Medaille. Andererseits sieht man gerade, wie Gas- und Ölpreise deutlich steigen. Sollten die Kosten für fossile Brennstoffe explodieren, wäre das für die Wirtschaft denkbar schlecht – aktuell sieht es aber nicht nach einer Preisexplosion aus. Privatanleger und -anlegerinnen tun derzeit also gut daran, etwas Geld zurückzuhalten. Bei fallenden Kursen sollte man dann zeitnah in international agierende Unternehmen investieren. Bei fallenden Kursen zahlte es sich aus, schnell kaufen zu können – und das ist zunächst unabhängig von der Politik, denn internationale Unternehmen sollten immer in der Lage sein, Geld zu verdienen.

Gefahr Inflation – Energiepreise im Blick behalten

Aktuell sehen wir eine sehr nachhaltige Inflation, die sich unter anderem in dem konstanten Anstieg der Energiepreise zeigt. Für Anleger und Anlegerinnen stellt das die derzeit größte Gefahr dar, denn gerade die Energiepreise haben in den verschiedensten Bereichen Auswirkungen – gerade weil hier auf der Nordhalbkugel der Winter vor der Tür steht. Der Energiebedarf wird also in den nächsten Monaten erst einmal hoch sein. Explodieren die Öl- und Gaspreise, treibt das die Inflation dauerhaft an.

Die Notenbanken haben bis vor Kurzem noch verbreitet, dass die Inflation nur vorübergehend ist und sich schnell wieder relativiert. Aus Produktionssicht ist das sicherlich richtig, aber die Energieinflation ist eine andere Sache: Diese ist wirklich gefährlich. Deshalb schauen die Börsen in der nahen Zukunft darauf, wie die Notenbanken reagieren. Die könnten beispielsweise mit steigenden Zinsen dagegenhalten. Dieses Szenario ist allerdings nach Jens Rabe erstens unwahrscheinlich und zweitens für die Börsenkurse schlecht. Ansonsten bedeutet Inflation eigentlich nur, dass man sie im Blick behalten sollte – nicht mehr.

Corona ist aus Börsensicht noch nicht ausgestanden

Corona-Krise

„2020 habe ich in einem Interview noch gesagt, dass sich die Corona-Krise wenigstens einige Monate, eher aber ein bis zwei Jahre auf die Börse auswirken wird. Heute zeichnet sich ab, dass die Nachwehen sogar noch länger zu spüren sein werden – durch die Krise kamen einige Probleme zutage. Dazu kommen die Geldmengen, die von den Zentralbanken zur Krisenbewältigung freigemacht haben. Das wirkt sich nicht nur aktuell direkt und indirekt auf die Börse aus, sondern das wird noch länger so sein“,

erklärt Jens Rabe.

Zu den tatsächlichen Risiken und Nebenwirkungen kommen die angenommenen Auswirkungen. Aktuell gehen alle davon aus, dass die Wirtschaftszahlen schlecht bleiben. Aber wie schnell wird die Wirtschaft in den kommenden Monaten wirklich wieder hochfahren? Wie wirken sich Mangelzustände, leere Lager und Kurzarbeit beziehungsweise die Einstellung der Produktion in verschiedenen Branchen langfristig aus? Die gefühlte Temperatur ist in Sachen Wetterlage verantwortlich dafür, welche Kleidung wir auf der Straße sehen und ob die Leute eher Eis oder einen heißen Kaffee kaufen. Die gefühlte wirtschaftliche Lage hat mehr Einfluss darauf, wie Anleger und Anlegerinnen agieren, als die tatsächliche wirtschaftliche Situation.

Bislang ist die ganz große coronabedingte Pleitewelle noch ausgeblieben. Aber auch im Herbst 2021 ist Corona noch nicht vorbei. Schauen wir die weltweite wirtschaftliche Situation an, scheint der Ärger in einigen Branchen vielleicht jetzt erst richtig loszugehen, während sich andere schon erholen und wieder andere von der akuten Notlage unaufhaltsam in eine lang anhaltende Krisensituation gleiten. Medial wird das alles noch einmal anders aufgearbeitet.

Auch das hat Jens Rabe bereits 2020 so festgestellt:

„Wir haben eigentlich schon dreimal in diesem noch so jungen Jahrhundert „die Chance des Jahrhunderts“ gehabt. Denn genau die postulierten die einschlägigen Medien zuerst, als die Dot-com-Blase platzte, zum zweiten Mal 2009, als die Börsenkrise zugeschlagen hatte, und jetzt schon wieder. Wie sollen wir das bewerten? Ich tendiere dazu, diese Meldungen als Clickbaiting wahrzunehmen“,

führt er aus.

Jamaika oder Ampel? Krisen als Chance verstehen

Die verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen während der Corona-Krise haben zu Einbrüchen an der Börse geführt, das sehen wir jetzt im Nachhinein ganz deutlich. Wir sollten diese Einbrüche aber als Chancen bewerten. Insolvente Fluglinien und Unternehmen, die in die Pleite gehen, sind immer auch ein Neuaufbruch. Da werden Plätze frei, entstehen wirtschaftliche Lücken, die irgendwie wieder gefüllt werden müssen. Und damit sind fantastische Chancen für andere verbunden.

Fazit: Vorbereitet handeln, Wissen aneignen, informieren

Jamaika oder Ampel

Unseren Kunden und Kundinnen erzählen wir grundsätzlich, dass Investitionen an der Börse keine schnellen Renditen und kurzfristigen Gewinne generieren. Wer hektisch und eilig agiert, verliert Geld. Unser Ziel ist es, unsere Kunden und Kundinnen langfristig zu begleiten und ihnen das nötige Wissen und die Expertise an die Hand zu geben, um selbstbewusst und informiert zu agieren. Neben Geld muss man also auch immer viel Zeit investieren. Bevor man investiert, muss man sich mit den Unternehmen, in die man investiert, auseinandersetzen.

Wie sehen die Chancen und Risiken dieses Unternehmens aus? Warum genau ist das so? Ohne fundiertes Wissen und nachvollziehbare Strategien wird niemand glücklich an der Börse. 90 Prozent aller Beteiligten verlieren langfristig betrachtet an der Börse Geld, das ist einfach so. Will man das verhindern, muss man sich ausgiebig mit der Materie befassen. Und das ist keine kurzfristige Sache. Denn auch Menschen, die schon seit fünfzehn oder mehr Jahren an der Börse agieren, verlieren Geld, wenn die simpelsten Grundlagen fehlen oder mit der Zeit vergessen werden. Man muss dranbleiben. Deshalb investieren Neuanleger und -anlegerinnen erst mal nicht an der Börse, sondern in das eigene Wissen. Es geht nicht ohne Hintergründe und Methodik.

Wenn du dich entschlossen hast zu investieren, kommen jedoch nicht nur (Einzel-)Aktien in Betracht, sondern auch ETFs, die jeweils einen ganzen Börsenindex abbilden. Eine Übersicht über die Anbieter von ETF-Sparplänen findest du hier:

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