Was macht uns glücklich und wieviel Geld gehört dazu?

Lesedauer 4 Minuten

Was macht Menschen glücklich und inwieweit trägt Geld dazu bei? Gibt es da unter Umständen eine Grenze? Spannende Fragen, deren Beantwortung dir hilft, die richtigen Prioritäten im Leben zu setzen.

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Jeder möchte glücklich sein

Macht Geld glücklich?

Jeder von uns möchte gerne glücklich sein, doch bei weitem nicht jedem gelingt dies auch.

Und gehört Geld mit zu den Glücksfaktoren?

Das Gefühl, wirklich glücklich zu sein, ist sowieso eher selten, eher geht es um den Grad der inneren Zufriedenheit mit sich und seinem Leben.

Die Werbung gaukelt uns vor, dass jeweils die neuesten Produkte uns glücklich machen.

Und der Volksmund sagt:

„Geld macht nicht glücklich.“

Doch ist das wirklich so?

Dieser Artikel soll keine umfassende Abhandlung über das Thema sein, dir aber den einen oder anderen Denkanstoß geben.

Materieller Konsum trägt wenig zum Glück bei

Eine wichtige Erkenntnis in diesem Zusammenhang ist, dass materieller Konsum nur wenig zum Glück beiträgt.

Wenn wir uns einen materiellen Wunsch erfüllt haben, trägt das kaum zu unserer dauerhaften Zufriedenheit bei.

Wie zum Beispiel ein neues Auto, dass wir vielleicht auch noch auf Pump gekauft haben.

Geld: materieller Konsum macht nicht glücklich

Spätestens nach vier Wochen ist dieses neue Auto zu einer Selbstverständlichkeit geworden, die kaum noch Glücksgefühle hervorruft.

Im Gegenteil: Meist fallen uns sofort weitere Dinge ein, die wir ebenfalls haben wollen.

Konsum facht oft nur die Gier nach noch mehr materiellem Konsum an.

Soziale Bindungen sind da schon wichtiger

Soziale Bindungen sind wichtiger

Beziehungen zu anderen Menschen und Freundschaften wirken da schon deutlich stärker auf das individuelle Glücksempfinden.

So sind Menschen in einer festen Beziehung meist glücklicher als Singles.

Auch ein Freundeskreis, in den man fest eingebettet ist, hilft hier.

Und Kinder sollen das Glücksgefühl nach einschlägigen Untersuchen ebenfalls erhöhen – besonders wenn sie aus dem Haus sind oder wenn es sich um Enkelkinder handelt.

Schöne Erlebnisse machen auch glücklich

Soziale Bindungen machen glücklich

Die Forschung zum Thema hat zudem gezeigt, dass schöne Erlebnisse wie ein Konzert oder ein Restaurantbesuch wesentlich mehr zum Glücksempfinden beitragen als der Kauf von materiellen Gütern.

So macht beispielsweise eine Ganzkörpermassage wesentlich eher glücklich als der Kauf der neuesten Espressomaschine.

Dazu gehören auch Reisen, die bleibende Erinnerungen hinterlassen.

Aber wohl eher in Form einer Individualreise als ein Pauschalurlaub mit All Inclusive, bei der man die Hotelanlage kaum verlässt.

Und natürlich gehört auch eine befriedigende Arbeit dazu.

Sicherlich ist derjenige glücklicher, der seine Berufung lebt als derjenige, der nur einen Job des Geldes wegen macht.

Und was sagt die Forschung über Geld als Glücksfaktor?

Was die Forschung über Geld sagt

Zwar behauptet der Volksmund, das Geld nicht glücklich mache, doch das stimmt so nicht.

Letztes Jahr erhielt der Ökonomieprofessor Angus Deaton den Nobelpreis u. a. dafür, dass er herausgefunden hat, das zusätzliches Geld, mit dem man seinen Lebensstandard erhöhen kann, nur bis zu einer Grenze von etwa 60.000 EUR Jahreseinkommen das individuelle Glücksempfinden erhöht.

Das heißt, mit einem Einkommen von etwa 5.000 EUR pro Monat kann man ein ziemlich glückliches Leben führen, weil man sich davon alle für persönliches Glück wesentlichen Dinge leisten kann.

Das heißt, ein Durchschnittsverdiener kann einem Gewinn bei „Wer wird Millionär“ oder einem Lottogwinn bzw. dem, was er sich daduch mehr leisten kann, mehr „Glücksgefühle“ abtrotzen als ein Millionär, der gerade seine zehnte Million gemacht hat.

In der Ökonomie ist dieses Phänomen bereits seit langem durch den Haushaltstheoretiker Gossen als sinkender Grenznutzen bekannt:

Je mehr Geld ich bereits habe, desto geringer ist der Nutzen einer weiteren zusätzlichen Geldeinheit für mich.

Das heißt, der Milliardär, der eine zusätzliche Million verdient, wird durch diese kaum glücklicher, weil er vermutlich bereits alles besitzt, was man sich für Geld kaufen kann.

Doch der kleine Angestellte, der bei Günter Jauch 32.000 EUR gewinnt, kann sich eine Menge schöner Dinge bzw. Erlebnisse von diesem zusätzlichen Geld leisten.

Fazit: Geld hat einen sinkenden Grenznutzen

Geld macht in Grenzen glücklich

Geld ist nur ein Faktor von mehreren, der zu individuellem Glück beiträgt.

Und der Volksmund hat nicht recht mit der Behauptung, das Geld nicht glücklich macht.

Bis zu einer Grenze von etwa 5.000 EUR pro Monat kann zusätzliches Geld sehr wohl zu unserem Glücksempfinden beitragen.

Doch noch mehr Geld mag uns vielleicht noch stärker beruhigen – glücklicher macht es uns jedoch nicht.

mit genügend Geld geht auch private Altersvorsorge

Damit du auch im Alter ruhig schlafen kannst, brauchst du auf jeden Fall eine private Altersvorsorge:

 

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7 Gedanken zu „Was macht uns glücklich und wieviel Geld gehört dazu?“

  1. Schönen Guten Tag (-;

    ich verfolge deinen Blog schon eine Weile, wir mal Zeit kurz hallo und danke zu sagen für deine Beiträge, die immer sehr inspirierend und hilfreich sind. Ich freue mich immer wenn es was neues zum Lesen gibt…

    Viele Grüße und weiter so!

    Damian

    Antworten
  2. Hallo Dr. Jürgen,

    wirklich ein sehr schöner Artikel!

    Zum Punkt 2 könnte man den Diderot-Effekt hinzufügen: Kauft man etwas neues, zerstört es das Gesamtbild. Im Wohnzimmer steht eine neue Couch; plötzlich wirken die Wände vergilbt, die Vasen fade und die Schränke abgeschmackt. Nun ist der Weg zur Komplett-Renovierung nicht mehr weit – eine Einbahnstraße zu neuem Konsum.

    Trotzdem könnte man der Schwelle von 5000 € widersprechen. Auch wenn 1 Million einen Milliardär nicht glücklicher macht, steigert es dennoch seine Zufriedenheit – die Zufriedenheit über seine Leistung, Erfolg und Können. Vielleicht ist er nicht glücklicher über sein Leben, aber zufriedener mit sich selbst.

    Ebenso könnte man argumentieren: Geld bringt per se kein Glück, ist aber trotzdem das Fundament für andere Glücks-Bereiche. Ohne Geld keine Hobbys, keine intakte Familie, kein Besuch im Restaurant. Diese Strahl-Wirkung würde ich nicht unterschätzen. Geld ist also die Voraussetzung zu anderem Glücksempfinden.

    Gruß,

    Robin

    Antworten
  3. Der Aussage „Bis zu einer Grenze von etwa 5.000 EUR pro Monat kann zusätzliches Geld sehr wohl zu unserem Glücksempfinden beitragen. Doch noch mehr Geld mag uns vielleicht noch stärker beruhigen – glücklicher macht es uns jedoch nicht.“ widerspreche ich vehement.

    Ich kenne beide Seiten ( kleiner 5 TEUR/Monat netto) und kann versichern, daß Glück und Ruhe auch nach überschreiten der Schwelle weiter steigt. Meine persönliche Glücks-Sättigung habe ich allerdings noch nicht erreicht, wahrscheinlich liegt sie bei über 10 TEUR/Monat.

    Antworten
      • Soweit ich es nachvollziehen kann, stammt die Zahl von 5000 EUR aus einem 2010 veröffentlichten Paper von Deaton/Kahneman (dort: 75000 USD/Jahr), basierend auf Daten , die 2008/2009 (Finanzkrise) erhoben wurden.

        Zwei wichtige Punkte in dem Paper:
        a) Es wurde nicht nach „Glück“ gefragt, sondern nach Stimmung z.B. „Wie fühlten sie sich gestern“, mit Antwortmöglichkeiten wie „müde, erschöpft, fröhlich, angespannt…“

        b) Die Daten für die verschiedenen Einkommensgruppen stammen von verschiedenen Personen. Das bedeutet: Das Paper sagt: In der Gruppe der Personen mit einem Einkommen in einem bestimmten Bereich gibt es mehr positive Antworten auf die Stimmungsfrage als bei Personen in einem anderen Einkommensbereich.

        Interessant wäre die Antwort auf die Frage: Wie verändert sich das „Glück“ einer bestimmten Person, wenn sich das Einkommen dieser Person ändert. Das Deaton/Kahneman -Paper kann diese Frage nicht beantworten.

        Andere Untersuchungen zeigen ein stetiges Wachstum der „overall life statisfaction“ mit dem Einkommen, siehe z.B.

        https://www.washingtonpost.com/news/wonk/wp/2013/04/29/yes-money-really-can-buy-happiness/?arc404=true

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        • Hallo,
          vielen Dank für diesen Kommentar. Doch bin ich fest davon überzeugt, dass Geld einen sinkenden Grenznutzen hat.
          Oder ist es plausibel anzunehmen, dass ein Milliardär sich über eine zusätzliche Million so freut wie jemand, der ein mittleres Einkommen hat und bei „Wer wird Millionär“ 64.000 EUR gewinnt?

          Viele Grüße

          Jürgen

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  4. Schöner Artikel.

    Bei dem Satz „Und Kinder sollen das Glücksgefühl nach einschlägigen Untersuchen ebenfalls erhöhen – besonders wenn sie aus dem Haus sind […]“ musste ich schon schmunzeln.

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