Alternative Investments in Form nachhaltiger und ethisch unbedenklicher Geldanlagen werden immer wichtiger. Warum ist das so und welche Möglichkeiten gibt es, nachhaltig in ETFs zu investieren?
Weltweit wird das in nachhaltige Kapitalmarktanlagen angelegte Volumen in einem Report der Global Sustainable Investment Alliance (GSIA) auf über 21 Billionen US-Dollar geschätzt.
Dabei sind es nicht nur Millennials, die Geld investieren wollen in eine ethisch unbedenkliche Geldanlage.
Auch bei institutionellen Anlegern wie
- Pensionskassen,
- Stiftungen oder auch
- kirchlichen Organisationen
wurden alternative Investments immer beliebter.
Eine besonders starke Nachfrage gibt es von gemeinnützigen und kirchlichen Organisation, die auf der Suche nach ethisch-nachhaltiger Geldanlage sowie einem ökologisch und sozial verantwortlichen Investment sind.
Doch auch Stiftungen oder Family Offices sprechen den nachhaltig konzipierten Indizes zu.
„Der gemeinsame Nenner vieler Anleger ist, dass sie großen Wert auf Nachhaltigkeit legen. Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang, dass keine Unternehmen in den Indizes enthalten sind, welche die Gesellschaft oder die Umwelt negativ beeinflussen“,
bestätigt auch UBS-Vertriebsleiter Dag Rodewald.
Das liegt einerseits an gesetzlichen Vorgaben oder einem höheren Bewusstsein für ein ökologisches, soziales und ethisches Handeln, andererseits aber auch an strengeren Regeln für das Risikomanagement.

Denn Imageprobleme oder Umweltskandale können eine erhebliche Belastung für die Kurse der investierten Unternehmen darstellen und damit deren Anlagerendite senken.
Mit Nachhaltigkeitsprodukten kann dieses Risiko minimiert werden ohne die Rendite zu schmälern.
So schließen ethische Fonds u. a. Kinderarbeit oder die Produktion von Waffen aus.
Ebenso oft Investments in andere kontroverse Branchen wie Atomkraft, Alkohol, Tabak, Genmanipulation von Pflanzen, Glücksspiel oder nicht jugendfreie Unterhaltung.
Denn verschiedene Studien belegen, dass sich Anleger bei nachhaltigen Anlagen keinesfalls mit einer niedrigeren Rendite zufrieden geben müssen.
Was die Rendite angeht, konnten saubere Fonds in den vergangenen fünf Jahren gut mit herkömmlichen Fonds mithalten, wie die Zeitschrift „Finanztest“ ermittelte.
Dabei eignen sich ETFs sehr gut zum Investieren in Nachhaltigkeit.
Warum alternative Investments?
Für viele Anleger spielt Investieren in Nachhaltigkeit noch keine große Rolle. Dabei gibt es gute Gründe, auch am Kapitalmarkt nachhaltige Aspekte zu berücksichtigen.
Das Wachstum der Bevölkerung und die Steigerung des Lebensstandards im globalen Maßstab ist unweigerlich mit einem zunehmenden Verbrauch der natürlichen Ressourcen und damit auch mit der weiteren Beanspruchung der Natur verbunden:
Die weitere Nutzung fossiler Energieträger und der Verbrauch weiterer nicht erneuerbarer Ressourcen, Verdrängen der natürlichen Ökosysteme, Verlust der Artenvielfalt etc.
Wirtschaft und Gesellschaft stehen damit in allen Regionen der Welt vor erheblichen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen.
Dramatische Verbesserungen der Energie- und Ressourceneffizienz sind erforderlich, um die Tragfähigkeit der Erde nicht zu gefährden.
Und nicht nur die klimapolitischen Vereinbarungen von Paris zeigen:
Die Zeit der eher unbekümmerten Nutzung des Reichtums der Natur wird sich nicht mehr allzu lange fortsetzen lassen.
Neue Herausforderung für den Kapitalmarkt
Zunehmend rückt dabei auch die Funktion des Kapitalmarkts bzw. der privaten und institutionellen Investoren und Finanzdienstleister in den Vordergrund:
Die Rendite- und Wachstumserwartungen der Investoren sind nur dann in den kommenden Jahren und auf Dauer erfüllbar, wenn sich auf der realwirtschaftlichen und technologischen Ebene und im Finanzsektor ein gut abgestimmter Wandel vollzieht:
Der Wandel zur „Green Economy“ braucht einen korrespondierenden Wandel zu „sustainable, social responsible oder fair finance“.

Diese wechselseitige Orientierung und Verständigung zwischen Vertretern des Kapitalmarkts und der Realwirtschaft wie auch Politik und Gesellschaft kann helfen, den Konflikt zwischen Verknappung der Ressourcen, den Erfordernissen des Klimaschutzes sowie den Folgen des Klimawandels einerseits und den Rendite- und Wachstumserwartungen des Kapitalmarkts andererseits zu identifizieren und zu entschärfen.
Und tatsächlich finden sich immer mehr Investoren, die diesen Weg auf Basis ihrer finanziellen Verantwortung und ihrer weiter gefassten gesellschaftlichen Mitverantwortung gehen.
Investieren in Nachhaltigkeit als vitaler Anlagetrend
Vor diesem Hintergrund hat sich das Investieren in Nachhaltigkeit – also alternative Investments – als ein vitaler Trend etabliert:
Aufbauend auf zwei älteren separaten Ansätzen des ethisch- und des umwelt-orientierten Investment wurden in den neunziger Jahren integrierte Nachhaltigkeitskonzepte entwickelt.
Alle Konzepte basieren auf der gemeinsamen Vision einer nachhaltigen Entwicklung i.S. eines qualitativen Wachstums (Sustainable Growth oder Green Economy), also einer wirtschaftlichen Entwicklung, in der es gelingt,
- Gerechtigkeit,
- Wachstum und
- Respektierung ökologischer Grenzen des Wachstums
in Einklang zu bringen.
Das Verbindende ist daher, dass alle diese Konzepte der gemeinsamen Leitidee folgen, ökologische, soziale, gesellschaftliche, ethische oder subjektive moralische Aspekte unternehmerischen Verhaltens „mehr“ oder „besser“ zu berücksichtigen, als dies im konventionellen Asset Management üblich ist.
Dabei geht es um die Frage, welche ökologisch oder sozial bedingten Veränderungen die Wirtschaft und damit den Erfolg der Unternehmen prägen werden bzw. welche Aspekte, Werte und Normen der Investor in besonderer Weise beachten will.
Die Produktpalette ist dabei breit gefächert:
Anleger können ihre Geldanlageideen ethisch einwandfrei umsetzen.
Außer weltweit anlegenden Aktienfonds gibt es Rentenfonds, die in Staats- und Unternehmensanleihen investieren, ein paar Mischfonds und Themenfonds, die sich mit erneuerbaren Energien oder mit Technologien rund um den Rohstoff Wasser beschäftigen.
Alternative Investments: Beliebte Nachhaltigkeits-Indexfonds

Die Konkurrenz bei kostengünstigen, nachhaltigen, passiven Investments wird also immer größer.
Als ETF-Investor hat man hier immer mehr Auswahl.
Denn immer mehr Emittenten buhlen verstärkt auch mit Indexfonds um die Gunst der Anleger.
Dabei liegen nachhaltigen ETFs häufig folgende Indizes zugrunde:
1. Dow Jones Europe Sustainability Screened
Der Dow Jones Sustainability Europe Index ex Alcohol, Tobacco, Gambling, Armaments & Firearms and Adult Entertainment Index bietet Zugang zu den oberen 20 Prozent der 600 größten nachhaltigen Unternehmen Europas aus dem Dow Jones Global Total Stock Market Index.
Der Auswahl der Indexkomponenten liegen langfristige ökonomische, ökologische und soziale Kriterien zugrunde.
Ein ETF, der diesen Index abbildet, ist der
iShares MSCI USA SRI UCITS ETF (WKN: A2AFC0 ).
U. a. der Low Cost Broker Trade Republic und die Online-Broker Flatex und OnVista bieten diesen ETF übrigens als Sparplan an.
2. MSCI USA Socially Responsible
Der Index beinhaltet Unternehmen, die im Vergleich mit der Konkurrenz aus ihrem Sektor über ein hohes Rating in den Bereichen Umweltschutz, soziale Verantwortung und Unternehmensführung (ESG) verfügen.
Ein entsprechender ETF ist der
iShares MSCI USA SRI UCITS ETF (WKN: A2AFC0 ).
U. a. der Low Cost Broker Trade Republic und die Online-Broker Flatex und OnVista bieten diesen ETF übrigens als Sparplan an.
3. MSCI World Socially Responsible Index
Der MSCI World Socially Responsible Index ist ein Marktkapitalisierungsindex, der die Performance der globalen Aktienmärkte messen soll.
Dabei werden lediglich Unternehmen berücksichtigt, die im Vergleich mit der Konkurrenz aus ihrem Sektor über ein hohes Rating in den Bereichen Umweltschutz, soziale Verantwortung und Unternehmensführung (ESG) verfügen.
Damit soll sichergestellt werden, dass aus ESG-Sicht nur die besten Unternehmen vertreten sind.
Ein Indexfonds, der diesen Index abbildet, ist der
MSCI World Socially Resp. UCITS ETF (WKN: A1JA1R).
U. a. folgende Banken bieten diesen ETF als Sparplan an:
- Consorsbank
- comdirect
- flatex
- 1822direkt
- S Broker
- Postbank
Eine Zusammenstellung von nachhaltigen ETFs mit einem Fondsvolumen von mindestens 100 Mio. USD findet du übrigens im EXtraMagazin.
Und eine Zusammenstellung von kostengünstigen nachhaltigen Indexfonds (TER < 0,4 %) findest du hier.
Fazit: Alternative Investments immer wichtiger

Alternative Investments werden unter Privatanlegern u. a. besonders von Millennials nachgefragt, aber auch von institutionellen Investoren.
Das liegt einerseits an gesetzlichen Vorgaben oder einem höheren Bewusstsein für ein
- ökologisches,
- soziales und
- ethisches Handeln,
andererseits, aber auch an strengeren Regeln für das Risikomanagement.
Denn Imageprobleme oder Umweltskandale können eine erhebliche Belastung für die Kurse der investierten Unternehmen darstellen und damit die angestrebte Anlagerendite gefährden.
Mit ethisch nachhaltigen ETFs kann dieses Risiko jedoch minimiert werden ohne die Rendite nennenswert zu schmälern.
Alternative Investments gewinnen daher zunehmend an Bedeutung.
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