Altersvorsorgespezial Teil 2: Private Vorsorge mit ETFs in zwei Stufen

Lesedauer 5 Minuten

Private Vorsorge mit ETFs: Mein Konzept zur Altersvorsorge mit ETFs beruht auf zwei Stufen. Zum einen auf einem Riester-Vertrag und zum anderen auf einem ETF-Sparplan mit bis zu 5 verschiedenen ETFs.

Private Vorsorge mit ETFs in zwei Stufen

Private Vorsorge mit ETFs

Mein Vorschlag für ein Konzept für die private Altersvorsorge beruht auf zwei Stufen:

  • Einem Riester-Vertrag auf Basis von (Aktien-)ETFs und
  • einem ETF Sparplan mit bis zu fünf verschiedenen ETFs, die jeweils unterschiedliche Anlageklassen abbilden.

Beide Stufen können entweder gleichzeitig installiert werden oder auch in zwei Schritten.

Der erste Schritt sollte ein Riester-Vertrag sein, der von Vater Staat gefördert wird. Diese Förderung sollte sich niemand entgehen lassen, vor allem nicht Familien mit Kindern, für die sich ein Riester-Vertrag ganz besonders lohnt.

1. Stufe: Der Riester-Vertrag

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Arbeitnehmer und Beamte einen staatlich geförderten Riester-Vertrag auf den Weg bringen können.

Die auf lange Sicht höchste Rendite verspricht dabei das Riestern mit Aktien-ETFs.

Bisher mussten Verbraucher für Sparpläne auf Basis von Aktienfonds hohe Abschluss- und Verwaltungskosten bezahlen.

Doch bietet jetzt die Firma Fairr zusammen mit der Sutor Bank einen Riester-Fondssparplan an, der mit vergleichsweise niedrigen Kosten und einem soliden Anlagemodell punktet.

Riester-Verträge werden staatlich gefördert

Dabei zahlen Riester-Sparer in der Regel monatlich in ihren Vertrag ein. Sie erhalten folgende Zulagen:

  • 154 Euro persönliche Prämie pro Jahr, sofern sie 4 Prozent ihres rentenversicherungspflichtigen Jahreseinkommes einzahlen, jedoch höchstens 2.100 Euro.
  • Zusätzlich können sie die Ausgaben teilweise in der Steuererklärung geltend machen, woraus eine weitere Förderung resultiert.
  • Kinder werden mit bis zu 300 Euro gefördert (Kinder vor 2008 geboren mit 185 Euro und Kinder ab dem 1. Januar 2008 geboren mit 300 Euro).

Allerdings müssen Riester-Sparer im Alter auf die dann anfallenden Rentenzahlungen Steuern zahlen.

Der Riester-Sparplan von Fairr basiert auf einer Kooperation des Vermittlers Fairr mit der Hamburger Sutor Bank.

Dabei verwaltet das Geldinstitut die Sparpläne und verantwortet die Geldanlage.

Riester-Verträge von Fairr kombinieren Aktien und Anleihen

Die Einzahlungen der Riester-Sparer werden zum größten Teil in Aktien-ETFs angelegt und der Rest auf Anleihen-ETFs.

Die Zusammensetzung aus Aktien- und Anleihen-ETFs ändert sich im Zeitablauf: Ist die Restlaufzeit groß, beträgt der Aktienanteil bis zu 80 Prozent, während bei sinkenden Restlaufzeiten der Anleihen-Anteil schrittweise heraufgefahren wird.

Die Mindestlaufzeit dieses Riester-Sparplans beträgt 12 Jahre und die Auszahlphase beginnt mit Rentenbeginn, frühestens jedoch nach Vollendung des 62. Lebensjahres.

Riester-Verträge von Fairr sind besonders kostengünstig

Bei diesem Vertrag fallen keine Abschlusskosten an. Diese Tatsache unterscheidet das Angebot von Fairr deutlich von anderen Angeboten am Markt.

Fairr und die Sutor Bank verlangen je nach Depotstand eine

  • prozentuale Vergütung zwischen 0,5 und 1,5 Prozent pro Jahr,
  • eine jährliche Kontoführungsgebühr von 27 Euro und
  • für die ETFs fallen Verwaltungsgebühren von maximal 0,48 Prozent pro Jahr an.

Ab einem Depotstand von 10.000 Euro fallen lediglich jeweils 0,25 Prozent Kosten für Fairr und die Sutor Bank an, maximal 0,48 Prozent Verwaltungsgebühr und die Kontoführungsgebühr von 27 Euro.

Über die durchschnittliche Laufzeit eines Riester-Sparplans machen die Gesamtkosten lediglich etwa 1 Prozent pro Jahr aus. Damit sind die Kosten insbesondere für höhere Depotstände ab 10.000 Euro vergleichsweise günstig. Bei anderen Anbietern liegen sie deutlich höher.

Dieser Kontostand ist bei einer monatlichen Sparrate von ca. 150 Euro nach etwa 5 bis 6 Jahren erreicht – je nachdem, wie es an der Börse läuft.

Die zweite Stufe dieses Konzeptes zur privaten Altersvorsorge beruht auf einem ETF-Sparplan.

2. Stufe: ETF Sparplan

Es geht auch noch günstiger als mit einem Riester-Sparplan von Fairr – aber dann ohne staatliche Förderung. Mit einem ETF Sparplan. Dabei liegen die Kosten – Verwaltungskosten der ETFs – lediglich bei 0,2 bis 0,5 Prozent des Fondsguthabens.

Dabei verfolgen ETFs eine passive Anlagestrategie, bei der sie einen bestimmten Börsenindex nachbilden.

Gordon Rose von Morningstar sagt über ETF Sparpläne:

„ETFs kommen mit den Sparplänen der Direktbanken auch als Geldanlage für den kleinen Geldbeutel infrage.“

ETF Sparpläne sind bereits ab 25 Euro pro Monat möglich (comdirect und Consosrsbank). Bei den anderen Online-Brokern liegt die Mindestsparrate in der Regel bei 50 Euro.

Dabei kann zum Teil monatlich, zweimonatlich oder vierteljährlich gespart werden. Zusätzlich können zum Teil mehrere ETFs innerhalb eines Sparplans bespart werden, so dass unterschiedliche Anlagestrategien möglich sind.

Die Entscheidung für einen Sparplan muss man zudem nur einmal teffen. Ist er einmal eingerichtet, geschehen die Zukäufe automatisch und man muss sich nicht mehr darum kümmern.

ETF Sparpläne als Königsweg des Fondssparens

ETF Sparpläne haben sich als attraktive Möglichkeit zum Vermögensaufbau etabliert und werden von fast allen Direktbanken angeboten.

Dabei sind vor allem kostenlose ETF Sparpläne interessant. Bei diesen sparen Anleger die Ordergebühren, die normalerweise beim Kauf von Wertpapieren anfallen, so dass tatsächlich 100 Prozent des Anlagebetrages in den jeweiligen Sparplan fließen.

Beispielsweise bietet die DAB Bank derzeit 156 kostenlose ETF Sparpläne an.

Experten bezeichnen ETF Sparpläne deshalb auch als Königsweg des Fondssparens oder auch als größte Finanzinnovation des 21. Jahrhunderts.

Häufig reicht schon ein einzelner ETF:

„Wenn ich 50 oder 100 Euro im Monat sparen kann, reicht ein ETF auf einen sehr breiten Index“,

so Mark Ortmann vom Institut für Transparenz in der Altersvorsorge.

Ein solcher Index wäre beispielsweise der MSCI World Index, für den es mehrere sparplanfähige ETFs gibt, bei denen keine Ordergebühren anfallen, wenn man sie im Rahmen eines Sparplans bespart.

Die niedrigen Gebühren wirken auf den Zinseszinseffekt

Wenn die Kosten niedrig sind, erhöht sich über den Zinseszinseffekt das Renditepotenzial eines ETF Sparplans.

Durchschnittlich sparen die Deutschen 150 Euro pro Monat.

Damit kann man bei einer durchschnittlichen Rendite von 7 Prozent in 20 Jahren 76.590 Euro ansparen, in 30 Jahren 176.475 Euro und in 40 Jahren sage und schreibe 372.968 Euro.

Über eine solch lange Zeit entfaltet der Zinseszinseffekt eine enorme Wirkung. Schon Albert Einstein sagte:

„Der Zinseszinseffekt ist die größte Entdeckung der Mathematik.“

Welche Rente ist wie lange mit 372.968 Euro möglich?

Angenommen, sie haben es 40 Jahre lang geschafft, monatlich 150 Euro zu sparen und hätten anschließend 372.968 Euro.

Dann würde das Geld reichen, um Ihnen 20 Jahre lang eine private Zusatzrente in Höhe von monatlich knapp 1.800 Euro zu ermöglichen.

Dabei habe ich unterstellt, dass sich Ihr Kapital in der Rentenbezugszeit lediglich mit 1,5 Prozent verzinst – falls wir dann immer noch eine Niedrigzinsphase haben.

Welche ETFs ich übrigens konkret empfehle, um ein langfristiges Sparziel wie den Aufbau einer privaten Altersvorsorge anzugehen, habe ich in meinem Blogbeitrag „5 ETFs für meine Strategie zur Kapitalanlage“ niedergeschrieben.

Fazit: Private Vorsorge mit ETFs

Wer seine private Altersvorsorge in jungen Jahren anpackt, muss keine Sorge haben, dass es im Alter vielleicht nicht reichen würde.

Am besten geht man diese Aufgabe mit einem zweistufigen Konzept an und baut seine private Altersvorsorge mit ETFs auf.

In der ersten Stufe – einem Riester-Sparplan von Fairr – nutzt man die staatliche Förderung. Und in einer zweiten Stufe nutzt man am besten kostenlose ETF Sparpläne der Online-Broker, um den größeren Anteil der privaten Altersvorsorge auf den Weg zu bringen.

Eine weitere Möglichkeit ist beispielsweise auch eine digitale, fondsgebundene Rentenversicherung der neuesten Generation, vorzugsweise als Nettopolice.

Denn mit einem ETF Sparplan können Sie bequem, flexibel und kostengünstig eine private Altersvorsorge aufbauen, ohne sich ständig darum kümmern zu müssen.

Lesen Sie bitte auch den 1. Teil meines Altersvorsorgespezials: „Altersvorsorgespezial Teil 1: Der Generation Y droht Altersarmut“.

 

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2 Gedanken zu „Altersvorsorgespezial Teil 2: Private Vorsorge mit ETFs in zwei Stufen“

  1. Je früher man mit der Altersvorsorge anfängt, desto besser. Wer weiß, ob wir in 20 oder 30 Jahren eine staatliche Rente erhalten werden. Ich selbst spare ebenfalls mit Hilfe von Riester. Einen EFT Sparplan habe ich allerdings noch nicht. Klingt jedoch nach einer interessanten Möglichkeit sein Geld anzulegen.

    Antworten
    • Hallo Nele,

      da kann ich Ihnen nur zustimmen und es noch einmal wiederholen: Je eher man mit der privaten Altersvorsorge anfängt, umso besser. Das liegt vor allem am Zinseszinseffekt, der seine mächtige Wirkung im Zeitablauf immer stärker entfaltet.

      Und denken Sie beim Riester-Vertrag daran, die Zahlungen zu erhöhen, wenn Ihr Einkommen steigt, damit Sie stets die volle Förderung erhalten.

      Viele Grüße

      Jürgen

      Antworten

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