Warum Prognosen an der Börse sinnlos sind

Lesedauer 4 Minuten

Prognosen an der Börse: Die Medien sind voller Finanzprognosen. Doch treffen diese sehr oft nicht ein. Warum und mit welchem Ziel werden dann so viele Börsenprognosen abgegeben?

Viele der Finanzprognosen, die tagtäglich abgegeben werden, stammen von bekannten Ökonomen und Analysten großer Banken. Doch ihre Erfolgsbilanz ist schlecht.

„Wenn ich etwas gelernt habe in meinen 60 Berufsjahren an der wall Street, dann ist es, dass Leute mit Aktienmarktprognosen keinen Erfolg haben.“

Benjamin Graham, legendärer Value-Investor und Buchautor, Mentor von Warren Buffet

 Die Finanzwirtschaft ist sich darüber einig, dass es unmöglich ist, Prognosen für einzelne Wertpapiere oder auch ganze Marktsegmente zu erstellen, für die Folgendes gilt:

  • Sie liegen über der statistischen Zufallstrefferquote und
  • sie lassen sich nach Transaktionskosten und Steuern im Rahmen einer aktiven Anlagestrategie profitabel ausbeuten.

Es existieren zahlreiche Studien, die das uneingeschränkte Versagen der Prognostiker dokumentieren.

Prognosen an der Börse machen keinen Sinn

Prognosen an der Börse

Nicht einmal der historisch fast einmalige Crash der Technologieaktien um rund 70 Prozent von Februar 2000 bis März 2003 wurde auch nur von einem Analysten weltweit korrekt prognostiziert.

Der amerikanische Finanzökonom Brad Barber und seine Kollegen untersuchten immerhin 360.000 Analystenempfehlungen und kamen zu dem Ergebnis: Nach Berücksichtigung der Trading- Kosten konnte bei dem Befolgen dieser Empfehlungen keine Outperformance gegenüber dem Marktindex nachgewiesen werden.

Für den deutschen Markt haben zum Beispiel die Ökonomen Bofinger und Schmidt 2003 sowie Spiwoks 2004 die Voraussagen deutscher

  • Banken,
  • Wirtschaftsinstitute und des
  • Nachrichtendienstes Reuters

zu Zinsen, Wechsel- und Aktienkursen untersucht. Auch hier lag die große Mehrzahl der Vorhersagen völlig falsch.

Insgesamt treffen Aktienkursprognosen von Analysten und Fondsmanagern nur mit einer dem Zufall entsprechenden Wahrscheinlichkeit zu.

(Quelle: Kommer, Gerd: Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs: Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzbranche gewinnen*, 4., aktualisierte Auflage 2015, Campus Verlag, Frankfurt/New York, S. 114 – 120.)

Warum Analysten und Medien trotzdem Prognosen abgeben

Trotzdem geben Analysten und Finanzmedien laufend neue Prognosen ab. Warum tun sie dies, obwohl auch sie wissen, dass sie meistens daneben liegen?

Bei den Finanzmedien liegt es auf der Hand: Sie verdienen einen Großteil ihres Geldes damit, dass sie die

  • Erfolgspotenziale einzelner Wertpapiere analysieren,
  • Aktiengesellschaften einer genaueren Betrachtung unterziehen oder
  • die Strategien von Fondsmanagern begutachten.

Auch bei den zahlreichen Finanzanalysten der Banken ist der Zweck der Prognosen vor allem das Geldverdienen.

Sie geben zahlreiche Kauf- und Verkaufsempfehlungen ab und verdienen so an den Transaktionskosten der Anleger, die immer noch in der großen Mehrzahl ein aktives Management ihrer Geldanlagen – also häufiges „Hin und her“ – praktizieren.

Das heißt: Mit Prognosen von Wertpapierkursen und Indexständen lässt sich prima Geld verdienen.

Prognosen an der Börse: Alternativen zum „Hin und her“

Wer nichts auf die Prognosen der Analysten, Banken und sonstiger Finanzexperten gibt, sollte sich ein gut diversifiziertes Portfolio aus den Anlageklassen

  • Aktien,
  • Renten,
  • Immobilien,
  • Rohstoffe und dem
  • Geldmarkt

zusammenstellen und eine langfristige „Buy-and-Hold-Strategie“ praktizieren. Dafür kommen vor allem Exchange Traded Funds (ETFs) infrage, also börsengehandelte Indexfonds.

Statt ständig neue ETFs zu kaufen und andere wieder zu verkaufen, werden die einzelnen ETFs sorgfältig ausgewählt und dann (sehr) lange gehalten (Buy and hold).

So vermeiden Sie unnötige Transaktionskosten, was sich langfrsitig über den Zinseszinseffekt sehr positiv auf die Rendite Ihrer Anlagen auswirken wird.

Zudem ist ein so zusammengestelltes Portfolio sehr pflegeleicht und Sie brauchen dieses nur ca. einmal pro Jahr an die ursprünglich gewählte prozentuale Aufteilung der Anlageklassen anzupassen (Rebalancing).

Prognosen an der Börse: Fazit

In den Finanzmedien wimmelt es von Kursprognosen für Aktien, Wertpapiere und Indizes.

Doch die Mehrzahl der Finanzexperten liegen mit ihren Prognosen stets falsch und wenn, dann sagen sie zukünftige Kurse nur zufällig richtig voraus.

Der Zweck dieser Prognosen liegt auf der Hand: Die Analysten der Banken möchten ihre Kunden zum Handeln mit Wertpapieren motivieren und so Geld verdienen.

Und viele Anleger glauben tatsächlich, dass Banker und Finanzberater einen Wissensvorsprung haben, doch das ist in der Regel falsch.

Stattdessen sollten Sie sich ein gut diversifiziertes Portfolio aus ETFs aufbauen und dieses lange halten (Buy and hold).

Dieses ist nachweislich die beste Strategie, um ein privates Vermögen aufzubauen.

Alles, was Sie übrigens brauchen, um mit einem ETF-Sparplan zu beginnen, ist ein Wertpapierdepot, am besten bei einem Online-Broker.

Wenn Sie sich bisher noch für für keinen Broker entschieden hast, dann schauen Sie sich doch mal OnVista an.

Dieser Online-Broker bietet eine Auswahl von 85 sparplanfähigen ETFs an, die alle kostenfrei bespart werden können:

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ETFs – Exchange Traded Funds – sind der Anlagetrend unserer Zeit und die Zukunft der Geldanlage für Privatanleger.

Und denken Sie daran:

Je eher Sie anfangen, desto weniger müssen Sie jeden Monat sparen. 🙂

Und übrigens:

Bisher haben sich die Börsen dieser Welt noch von jedem Crash wieder erholt.

Das wars für heute.

Es grüßt Sie herzlich 🙂

Ihr Finanzblogger

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1 Gedanke zu „Warum Prognosen an der Börse sinnlos sind“

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