Risikoabsicherung bei der Geldanlage gibt es nicht umsonst

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Risikoabsicherung bei der Geldanlage verursacht Kosten und ist deshalb nicht umsonst zu haben. Was ist tatsächlich dran an sogenannten Garantiefonds, die einem zumindest die eingezahlten Sparbeiträge garantieren?

„Auf der Suche nach Risikoabsicherungsstrategien für ihr Portfolio verlieren Investoren mehr als sie gewinnen. Abgesicherte Portfolios generieren unterlegene Renditen . . . sogar dann, wenn man die Kosten der Absicherung unberücksichtigt lässt.“

Prof. Dimson, Prof. Marsh und Prof. Staunton, London Business School

 

Risikoabsicherung ist nicht umsonst zu habenDas eherne Gesetz der Geldanlage besagt, dass der jenige, der mehr Rendite erzielen möchte, auch ein höheres Risiko eingehen muss.

Und wer Risiko vermeiden möchte, muss sich mit einer geringeren Rendite zufrieden geben.

Trotz dieser banalen Feststellung finden Garantiefonds, Garantiezertifikate und ähnliche Produkte bei deutschen Privatanlegern traditionell reißenden Absatz.

Doch was ist dran an den Versprechen der Produktwerbung, wonach hohe langfristige Renditen bei gleichzeitiger Risikosenkung möglich seien?

Risikoabsicherung durch Stop-Loss-Orders

Viele Anleger glauben, dass sich Stop-Loss-Orders eignen, um zwei Dinge zu erreichen:

Schutz vor großen Verlusten bei gleichzeitiger Wahrung von Renditechancen.

Doch wie sieht die Realität aus?

Eine Stop-Loss-Order ist übrigens ein bedingter Verkaufsauftrag beim Wertpapierhandel. Er wird automatisch dann ausgeführt, wenn das entsprechende Wertpapier eine vorher festgelegte Kursuntergrenze erreicht.

Doch diese Orders bringen einige Probleme mit sich:

  • Sie verursachen hohe Transaktionskosten
  • Sie werfen das Problem des Wiedereinstiegs auf
  • Es ist nicht in jedem Fall garantiert, dass es zur Ausführung kommt.

Die drei oben zitierten Professoren kamen zu dem Ergebnis, dass sowohl Strategien zur Risikoabsicherung von Garantiezertifikaten als auch Absicherungsmethoden wie Stop-Loss-Orders zu einer langfristigen Underperformance führen.

Die Professoren testeten dies mithilfe von Daten für den US-Aktienmarkt seit dem Jahr 1900.

Risikoabsicherung mit Stop-Loss-Orders führte nach ihren Berechnungen zu einer nominalen Langfristrendie von 8,8 Prozent p. a., während eine simple Buy-and-Hold-Strategie 9,8 Prozent p. a brachte.

Aufgrund dieses Ergebnisses empfehlen sie eine Risikoabsicherung durch breite Diversifikation, wie auch die Moderne Portfoliotheorie von Harry M. Markowitz sie nahelegt.

Risikoabsicherung durch Garantiezertifikate

Zwei andere britische Finanzmarktforscher untersuchten 2001 Garantiezertifikate, die gut mit den in Deutschland von zahlreichen Banken emittierten Garantiezertifikaten vergleichbar sind.

Diese Produkte garantieren risikoscheuen Anlegern nach fünf Jahren Laufzeit mindestens den ursprünglichen Kaufpreis.

Und wenn es am Aktienmarkt gut läuft, partizipiert der Anleger in einem bestimmten Verhältnis (z. B. 70 Prozent, nicht aber 100 Pozent) an der Kurssteigerung des Aktienmarktes.

Die reduzierte Gewinnbeteiligung ist sozusagen der Preis, den Anleger für die Null-Verlust-Garantie bezahlen müssen.

Insgesamt untersuchten die Forscher zehn Jahrgänge dieser Garantiezertifikate.

Bei neun von zehn stelllten sie fest, dass eine einfache Buy-and-Hold-Strategie – also kaufen und halten – rentabler gewesen wäre.

Das heißt: Risikoabsicherung ist bei der Geldanlage nicht umsonst zu haben!

(Quelle: Kommer, Gerd: Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs: Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzbranche gewinnen*, 4., aktualisierte Auflage, Campus Verlag, Frankfurt/New York 2015, S. 160 ff.)

Fazit

Die perfekte Lösung, dass das Risiko einer Geldanlage zwar begrenzt wird, ihr Gewinnpotenzial aber weitestgehend erhalten bleibt, existiert nicht.

Und diese Erkenntnis gilt sowohl für entsprechende Investmentzertifikate als auch für Garantiefonds.

Zwar mag es einzelne Jahre geben, in denen sich diese Risikoabsicherung lohnt, doch langfristig betrachtet kostet sie wertvolle Renditeprozente.

Schließlich möchte der Emittent eines solchen Wertpapiers auch leben.

Es bleibt also dabei:

Rendite ist nicht ohne Risiko zu haben!

 

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1 Gedanke zu „Risikoabsicherung bei der Geldanlage gibt es nicht umsonst“

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