Schlechte Investoren: Geld ist ein knappes Gut. Doch damit gehen die Deutschen schlecht um. Zwar legen sie etwa 10 Prozent ihres Einkommens regelmäßig zurück, doch investieren sie es schlecht und verschenken damit bares Geld.
Das Problem

Die Deutschen sind schlechte Investoren.
Jedes Jahr verschenken sie Milliarden, weil sie falsch investieren bzw. gar nicht investieren.
Sondern sie bewahren ihr Geld mehr oder minder zinslos auf.
Im vergangenen Jahr 2016 haben sie noch weniger in Aktien und Fonds investiert als in den Jahren zuvor.
Sie legen vor allem Wert auf Sicherheit und sind nicht bereit, auch nur das kleinste Risiko einzugehen.
Deshalb lagert noch immer unglaublich viel Geld auf Tageskonten und Sparbüchern, das keine nennenswerte Rendite erwirtschaftet, gleichzeitig zieht aber die Inflation an.
Die Folge:
Reale Geldentwertung.
Die Kaufkraft der so angelegten Gelder sinkt im Zeitablauf.
Und es ist nicht absehbar, dass der Niedrigzins bald verschwindet.
2016 sank die Zahl der Aktien- und Fondsbesitzer
Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Aktionäre und Fondsbesitzer in Deutschland um 30.000 im Vergleich zum Vorjahr auf unter 9 Millionen (8,98 Mio.) gesunken.
Nur jeder siebte Bundesbürger steckte noch direkt oder indirekt sein Geld in Aktien.
Diese Angaben beruhen auf Zahlen des Deutschen Aktieninstitutes (DAI).
Für viele Menschen scheint ein Investment in Aktien eine echte mentale Hürde darzustellen.
Gerade einmal 14 Prozent der Bevölkerung über 14 Jahren besitzt Aktien oder Fonds.
Die Allianz kam in ihrer weltweiten Vermögensstudie „Global Wealth Report“ zu dem Ergebnis, dass die Deutschen in den vergangenen vier Jahren rund 200 Milliarden Euro quasi verschenkt haben, weil sie sich nicht an die Börse wagten.
200 Milliarden EUR.
Obwohl nur 12 Prozent der Deutschen das Sparbuch als attraktive Geldanlage bezeichnen, ist es mit Abstand noch immer die beliebteste Anlageform der Bundesbürger:
Im Herbst des vergangenen Jahres hatten von 2000 Befragten 40 Prozent Gelder auf Sparbüchern liegen (Umfrage durch GfK-Marktforscher).
Das muss sich ändern!
Wie schlechte Investoren zu guten werden
ETFs sind trotzdem der Anlagetrend unserer Zeit.
Der Anteil der Investitionen in klassische Investmentfonds schrumpft und der in ETFs steigt.
Mittlerweile sind in Europa über 500 Milliarden in ETFs investiert und weltweit mehr als 3.600 Milliarden US Dollar.
Doch während es in Deutschland zwischen 80 und 90 Mio. Lebensversicherungsverträge gibt, existieren gerade einmal etwas mehr als 345.000 ETF-Sparpläne, wobei diese Zahlen allerdings im Steigen begriffen sind (+7,02 Prozent im Vergleich zum Vormonat). (Quelle: EXtra Magazin 3/2017).
Private Altersvorsorge am besten mit ETFs
Aber nicht alle Deutschen sind schlechte Investoren:
Wenn du dich als Millennial fragst, wie du privat fürs Alter vorsorgen kannst, landest du recht schnell bei ETFs.
Sie sind einfach, transparent und flexibel und als ETF-Investor hast du stets – weil jeder ETF einen ganzen Index abbildet – von vornherein eine gewisse Risikostreuung.
Das sind bei einem ETF auf den DAX nur 30 Werte, bei einem auf den S&P 500 schon 500 Papiere und bei einem ETF auf den MSCI World Index mehr als 1.600 verschiedene Aktien.
Dabei ist ein ETF-Sparplan mit 50 EUR pro Monat doch auch für viele junge Menschen mit einem regelmäßigen Einkommen möglich.
Und wenn das Gehalt steigt, kannst du die Sparrate erhöhen und einen weiteren ETF hinzunehmen:
Nach den Aktien aus Industrieländern (MSCI World Index) vielleicht welche aus den Schwellenländern (MSCI Emerging Markets Index mit ca. 800 Aktien aus Schwellenländern).
Dann würdest du bei einer Sparrate von 100 EUR pro Monat jeweils in mehr als 2.400 verschiedene Unternehmen investieren, was schon eine hervorragende Risikostreuung wäre.
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