Vermögenswirksame Leistungen mit ETFs und staatlicher Hilfe ansparen

Lesedauer 6 Minuten

Das Ansparen eines kleinen Vermögens ist mithilfe eines ETF-Sparplans auf einfache Weise möglich. Noch einfacher ist es, wenn Arbeitgeber und Staat beim Vermögensaufbau helfen. Dies ist bei Vermögenswirksamen Leistungen (VL) der Fall, bei denen seit einigen Jahren auch ETF-Sparpläne möglich sind.

Viele haben schon einmal davon gehört, aber nicht alle nutzen sie – die Vermögenswirksamen Leistungen (VL).

Mehr als 7 Millionen Deutsche nehmen ihre Vermögenswirksamen Leistungen nicht in Anspruch und verzichten auf bis zu 480 Euro im Jahr vom Arbeitgeber.

Du auch? 

Vermögenswirksame Leistungen helfen Arbeitnehmern beim Vermögensaufbau. Arbeitgeber zahlen dafür freiwillig je nach Branche und Region bis zu 40 Euro pro Monat.
Du bist dir bezüglich deines VL-Anspruchs unsicher? Erkundige dich einfach bei deinem Arbeitgeber, ob und in welcher Höhe dir VL zustehen.

Einzelheiten zu VL Sparen mit ETFs stehen in der Regel im Arbeitsvertrag oder im zugrunde liegenden Tarifvertrag:

Einzelheiten zu Vermögenswirksamen Leistungen im Arbeits- oder Tarifvertrag

Je nach Berufsgruppe und Tarifabschluss schießt der Arbeitgeber zwischen 6,65 und 40 Euro monatlich zu.

Und je nach Einkommen des VL-Sparers legt der Staat noch einmal bis zu 80 Euro p. a. obendrauf.

Viele Arbeitnehmer haben zwar Anspruch auf VL, doch längst nicht alle nutzen diesen:

Etwa 20 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland haben Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen, aber rund sieben Millionen nutzen diese Chance nicht.

Umgerechnet bleiben dadurch ca. 1,6 Milliarden Euro im Jahr liegen, berechnete das Research Center for Financial
Services unter Leitung von Professor Jens Kleine.

Dabei können sich die VL über die Ansparzeit an den Kapitalmärkten zu beachtlichen Beträgen entwickeln.

Was du über die Anlage von Vermögenswirksamen Leistungen wissen solltest

  • VL bekommst du vom Arbeitgeber geschenkt und solltest diese deshalb unbedingt nutzen.
  • Der Arbeitgeber zahlt dir bis zu 40 Euro monatlich, wobei den genauen Betrag meist der Arbeits- oder Tarifvertrag regelt.
  • Bei der Wahl des abzuschließenden Vertrages hast du die Wahl zwischen einem Bausparvertrag, der Tilgung einer Baufinanzierung, einem Banksparplan oder einem Aktienfondssparplan, bei dem seit 2011 auch bestimmte ETFs zugelassen sind.
  • Abhängig vom zu versteuernden Einkommen und der Art des Sparvertrages kannst du vom Staat zusätzliche Fördermittel wie die Arbeitnehmersparzulage oder die Wohnungsbauprämie erhalten.
  • Eine Aufstockung der VL vom Arbeitgeber aus der eigenen Tasche lohnt sich dann, wenn du dadurch die volle staatliche Förderung bekommen.
  • Der VL-Sparvertrag läuft sechs Jahre und wird in der Regel nach sieben Jahren ausgezahlt.

VL Sparen mit ETFs

Wenn du herausgefunden hast, ob dein Arbeitgeber dir VL zahlt, musst du dich für eine bestimmte Sparform entscheiden.

Wenn du ein langfristiges Sparziel wie zum Beispiel deine private Altersvorsorge hast und dich mit Aktien wohlfühlst, kannst du dich für einen Sparplan auf Basis von ETF-Aktienfonds entscheiden.

VL-Aktiensparpläne laufen generell sieben Jahre.

Dabei zahlst du sechs Jahre in den Vertrag ein und kannst nach einer Ruhephase von einem Jahr über das angesparte Geld verfügen.

Wenn dein zu versteuerndes Einkommen im Falle, dass du alleinstehend bist, unter 20.000 Euro pro Jahr liegt und für den Fall, dass du verheiratet bist, unter 40.000 Euro liegt, kannst du zusätzlich von der Arbeitnehmersparzulage profitieren, was deine Rendite erhöht.

Wenn du dich für einen Sparplan auf Basis eines ETF-Aktienfonds entschieden haben, musst du im nächsten Schritt einen Aktien-ETF und einen Anbieter auswählen.

Vermögenswirksame Leistungen mit ETFs

Die richtige Fondsauswahl für Vermögenswirksame Leistungen

Während Banker und Anlageberater meist zu aktiv gemanagten Fonds raten, da sie daran mehr verdienen, rate ich dir ausdrücklich zu passiv gemanagten Fonds, sogenannten Exchange Traded Funds, kurz ETFs.

Diese sind

  • kostengünstig,
  • transparent und
  • flexibel

und schneiden in der Regel so ab, wie der Börsenindex, den sie nachbilden, abzüglich der geringen Verwaltungskosten (im Schnitt 0,34 Prozent p. a.).

Viele aktive Fonds schaffen dies nicht, da sie deutlich höhere Kosten haben.

Den Anfang beim VL-Sparen in ETFs machte die Münchner Ebase.

Mit ihrer Initiative „Deutschland spart VL“ will sie Arbeitnehmer animieren, die ihnen zustehenden VL-Leistungen zu nutzen – am besten mit ETF-Sparplänen.

Ziel des Gesetzgebers ist es, mit den VL-Leistungen Arbeitnehmern bei der Vermögensbildung unter die Arme zu greifen.

Für Vermögenswirksame Leistungen mit ETFs empfiehlt Ebase aktuell folgendes Fondsangebot:

ETF

WKN

Beschreibung Kosten pro Jahr Fondsvolumen
iShares Core MSCI World

A0RPWH

Index m. ca. 1600 Untern. aus 23 Industrieländern

0,20 %

14,71 Mrd. USD
iShares Core DAX

593393

die 30 größten deutschen Aktien

0,16 %

6,76 Mrd. EUR
iShares STOXX Europe 600

263530

die 600 größten Unternehmen aus 18 europ. Ländern

0,20 %

5,25 Mrd. EUR
iShares DJ Global Titans

628938

Index der 50 führenden Untern. aus dem DJ-World-Index

0,51 %

229,91 Mio. EUR
iShares MSCI Emerging Markets

A0HGWC

mehr als 800 Unternehmen aus 24 Schwel-lenländern

0,75 %

4,28 Mrd. USD

Daneben können VL-Sparer allerdings auch andere ETFs aus dem Ebase-Angebot von mehr als 300 VL-fähigen ETFs für ihren Sparplan auswählen.

Inzwischen ist die Auswahl als ETF-Investor auch hier groß.

Ebase kann bei seiner ETF-Initiative auf Erfahrungen mit rund 175.000 VL-Verträgen für aktiv geführte Investmentfonds zurückgreifen.

Bei der Einführung der ETF-VL-Sparpläne im Jahr 2011 lag die Quote der Neuabschlüsse nur bei rund einem Prozent.

Heute kommt bei 41 Prozent der Abschlüsse ein ETF zum Zug.

Bei den ETF-Empfehlungen setzt Ebase überwiegend auf preiswerte Core-ETFs vom Marktführer iShares.

Kriterien für die Auswahl seien unter anderem das Vorliegen einer VL-Zulagenberechtigung, eine „voll replizierende“ Abbildungsmethode und ein Volumen von mehr als 100 Millionen Euro gewesen.

Ein sehr wichtiger Faktor, der die Rendite einer Geldanlage beeinflusst, sind ihre Kosten.

Bei dem hier empfohlenen Aktienfondssparplan fallen folgende Kosten an

  • Eine jährliche Verwaltungsgebühr in Höhe von 0,16 bis 0,75 Prozent des mittleren Fondsvermögens pro Jahr, die direkt mit dem Kurs des ETFs verrechnet wird.
  • 0,2 Prozent Transaktionskosten bei Kauf des Fonds, was bei 40 Euro im Monat 8 Cent entspricht.
  • Eine Depotgebühr von 12 Euro pro Jahr bei der Fondsbank Ebase.

Staatliche Förderung beim VL Sparen mit ETFs in Form der sogenannte Arbeitnehmersparzulage

Die Anlage von VL in Aktien-ETFs wird zusätzlich staatlich gefördert.

Wenn das zu versteuernde Einkommen die weiter oben genannten Grenzen nicht überschreitet, erhältst du eine Arbeitnehmersparzulage von 20 Prozent des eingezahlten Sparbeitrags, höchstens jedoch 80 Euro im Jahr.

Die Zulage muss jedes Jahr im Rahmen der Steuererklärung beantragt werden und wird erst nach Ende der siebenjährigen Laufzeit des VL-Vertrages ausgezahlt.

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Ausgewählte Angebote für die Anlage von Vermögenswirksamen Leistungen

Ebase ist am deutschen Markt der einzige Anbieter, der VL-Sparen auch mit ETFs anbietet. Das Angebot der Ebase ist sowohl direkt, über Finvesto, als auch über Kooperationspartner, wie beispielsweise Comdirect, erhältlich.

Die Tabelle zeigt ausgewählte Anbieter für VL-Depots auf Basis von ETFs.

Anleger zahlen für die Verwahrung der VL-Anteile meist eine Depotgebühr.

Kaufkosten für die ETFs kommen ggfs. noch hinzu.

Diese sind in der Regel online niedriger als beim Kauf in der Filiale.

Anbieter Vertrags-kosten pro Jahr Mindest-sparrate pro Monat Sparplan-fähige ETFs Link zur VL-Website der Anbieter
Abschluss in der Filiale
Commerzbank

Direktdepot

0,00 (weitere Depots mit anderen Kosten) 25,- EUR

126

Commerzbank
Abschluss direkt Online
Comdirect

VL-Fondsdepot

12,00 EUR

79

comdirect
Finvesto

VL-Fondsdepot

10,00 EUR

ca. 300

Finvesto
Abschluss über

Fondsvermittler

Ebase

Ebase Depot für VL

12,00 EUR ca. 300 Ebase

 

Ebase arbeitet allerdings nur mit Fondsvermittlern zusammen. Für Privatanleger hat die Depotbank jedoch unter dem Namen Finvesto eine eigene Marke geschaffen, bei der du direkt über die Website ein Depot eröffnen kannst.

Für den reinen VL-Vertrag sind die Depotkosten recht überschaubar: Bei diesem Sparvertrag werden lediglich 10 Euro pro Jahr als VL-Vertragsentgelt sowie 0,2 Prozent des Anlagebetrags pro Transaktion fällig (Stand: März 2021).

Endet der VL-Vertrag dann allerdings nach den sieben Jahren Mindestlaufzeit, werden aus den bis dahin „gesperrten“ Fondsanteilen „freie“ Anteile, über die du dann frei verfügen kannst. Die Depotführung kostet dann allerdings 15 Euro pro Jahr.

Überblick: 5 Schritte zum Vermögenswirksame Leistungen -Vertrag

  1. Nachfragen: Frage in der Personalabteilung oder beim Betriebsrat, ob dir Vermögenswirksame Leistungen (VL) zustehen.
  2. Anlageform: Überlege, welche Anlageform für dich infrage kommt. Die besten Chancen bieten Aktien-ETFs, wobei es allerdings zu Kursschwankungen kommen kann.
  3. Sparzulage: Je nach Höhe des Einkommens hast du Anspruch auf staatliche Förderung (Arbeitnehmersparzulage).
  4. Vertragsabschluss: Wenn du dich für eine Sparvariante und einen Anbieter entschieden hast, schließe einen Vertrag ab. Links zu den Anbietern findest du in der Tabelle oben.
  5. Aufstocken: Du kannst die VL aufstocken oder ganz aus eigener Tasche zahlen. Das lohnt sich dann, wenn du Anspruch auf staatliche Förderung hast. Das Geld muss allerdings vom Arbeitgeber überwiesen werden.

Fazit: Vermögenswirksame Leistungen unbedingt mitnehmen

Vermögenswirksame Leistungen unbedingt mitnehmen

Wenn dir Vermögenswirksame Leistungen zustehen, solltest du dir diese nicht entgehen lassen.

Zusammen mit der Arbeitnehmersparzulage kann da in sieben Jahren schon ein schöner Betrag zusammenkommen.

Experten haben berechnet, dass ein Investment in den Dax in den vergangenen 30 Jahren rund sieben Prozent im Jahr einbrachte.

Umgerechnet auf einen Sparplan, bei dem monatlich 40 Euro zurückgelegt werden, kommen in sieben Jahren über 4.000 Euro  zusammen.

Die VL-Regeln sehen vor, dass sechs Jahre lang in einen Sparplan eingezahlt und danach ein Jahr Ruhepause angehängt wird, bevor der Sparplan ausläuft.

Dieser kann aber sofort wieder verlängert werden, sodass das zunächst kleine Vermögen im Lauf der Zeit dank des Zinseszinseffekts zu einem richtig großen anwächst.

Nach 20 Jahren zeigt das Konto unter den genannten Bedingungen rund 20.000 Euro an und nach 30 Jahren rund 44.000 Euro.

Wer schon in frühen Jahren beginnt, für die Rente anzusparen, hätte in diesem Beispiel nach 40 Jahren VL-Sparen rund 150.000 Euro auf der hohen Kante.

Also: Vermögenswirksame Leistungen mit Aktien-ETFs sind durchaus lohnenswert.

Was meinst du zu dem Thema: Lohnt es sich oder lohnt es sich nicht?

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