Welche Bausteine für ein Konzept zur Altersvorsorge in Frage kommen

Lesedauer 4 Minuten

Jeder weiß, dass er für´s Alter vorsorgen muss, wenn er als Rentner nicht arm sein will. Doch die Wenigsten tun es. Auch, weil sie nicht wissen, wie. Dabei besteht ein Konzept zur Altersvorsorge aus mehreren Bausteinen. Hier erfährst du, aus welchen im Einzelnen.

Mit einem Baustein zur Altersvorsorge ist es nicht getan

Private Altersvorsorge ist unerlässlich, seit die gesetzliche Rentenversicherung allein den Lebensstandard im Alter nicht mehr garantiert.

Dabei müssen Millennials heute für zwei Generationen vorsorgen:

Zum einen für die Rentner von heute und zum anderen für sich selbst, da ihnen die Nachkommen fehlen, die für ihre Rente sorgen könnten.

Den meisten sehen dieses Problem, doch hat die Mehrzahl noch nicht gehandelt.

Sie legt noch nichts fürs Alter zurück.

Gehörst du auch dazu?

Das wäre schlecht, denn wenn du dauerhaft nichts fürs Alter sparst, wirst du später arm sein.

Im schlimmsten Fall droht dann Grundsicherung, die „Sozialhilfe für Rentner“.

Das sind zum Leben und für Miete mit Nebenkosten rund 870 EUR pro Monat.

Wahrlich nicht viel.

Lass es nicht soweit kommen, sondern starte dein Konzept zur Altersvorsorge jetzt!

Dabei kannst du zunächst mit einem Baustein zu starten, doch das reicht auf Dauer nicht unbedingt aus.

Doch zunächst musst du deine Rentenlücke ermitteln.

Die Rentenlücke und den Bedarf ermitteln

Wieviel Geld dir später genau fehlen wird, ist heute schwierig zu ermitteln.

Dein Bedarf liegt jedenfalls bei rund 80 Prozent vom Netto, wenn du in den Ruhestand gehst.

Das sagen zumindest die Verbraucherverbände.

Unter anderem brauchst du keine teure Business-Garderobe mehr, sondern kannst als Rentner in Jeans und T-Shirt rumlaufen.

Und wieviel Rente du später exakt bekommen wirst, kannst du nur der Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung entnehmen.

Aber es gibt im Netz auch Tabellen, denen du bei einem gegebenen Bruttogehalt deine spätere Rente – aus heutiger Sicht – entnehmen kannst.

Zum Beispiel bei Focus Money Online:

http://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/rente/focus-online-erkaert-die-renten-formell-so-hoch-ist-ihre-rente-mit-ihrem-jetztigen-gehalt-reicht-ihnen-das-zum-leben_id_5814638.html

Dann weißt du etwa, wieviel dir später zu deinem gewohnten bzw. gewünschten Lebensstandard fehlen wird.

Angenommen du hast ein Bruttogehalt von 2.500 EUR, dann kannst du eine Rente von 1.134 EUR erwarten.

Das reicht zum Leben jedoch nicht, jedenfalls nicht für ein Leben mit Komfort.

Deshalb musst noch eine private Rente ansparen.

Und zusätzlich kommt noch die Inflation ins Spiel.

Wenn du 500 EUR an privater Rente nach heutiger Kaufkraft ansparen möchtest, werden daraus in 32 Jahren (angenommen, du bist heute 35 Jahre alt und möchtest mit 67 in Rente gehen) bei einer von der EZB angestrebten Inflation von 2 Prozent p. a. stolze 942,27 EUR.

Mit anderen Worten:

Wenn du später – in 32 Jahren – 500 EUR private Rente nach heutiger Kaufkraft haben möchtest, brauchst du inflationsbedingt 942,27 EUR pro Monat.

Und dabei brauchst du so viel Kapital, dass diese Rente auch reicht, wenn du 100 Jahre alt wirst.

Oder älter.

Eine Lösung wäre beispielsweise, mit 67 Jahren einen bestimmten Betrag in eine sofort beginnende Leibrentenversicherung einzuzahlen.

Das wäre zwar teuer, aber sehr sicher.

Auch denkbar wäre eine Lösung mit Kapitalverzehr oder ein vermietets Mehrfamilienhaus.

Jedenfall brauchst du für diese Zusatzrente im Rentenalter mindestens einen mittleren sechsstelligen Betrag.

Doch wie kannst du diesen ansparen?

Mit einem Konzept zur Altersvorsorge aus mehreren Bausteinen

Im ersten Moment hört sich das so an, als wäre es unmöglich, ein solch hohes privates Alterskapital in einem durchschnittlichen Arbeitsleben anzusparen.

Doch mit Hilfe des Zinseszinseffektes und den richtigen Bausteinen der betrieblichen und privaten Altersvorsorge wird das auch dir gelingen.

Nur Mut!

Der erste wichtige Faktor ist der Zinseszinseffekt, der über sehr lange Zeiträume fast Wunder bewirkt.

Aber deshalb musst du auch so früh wie möglich beginnen, damit du möglichst 30 bis 40 Jahre Zeit hast, diesen Effekt für dich arbeiten zu lassen.

Und der zweite Effekt sind staatliche Zulagen und eine Steuerersparnis, wenn du auf bestimmte Bausteine der betrieblichen und privaten Altersvorsorge zurückgreifst.

Im Folgenden werden diese Bausteine jetzt aufgelistet:

  • Basis-bzw. Rürup-Rente
  • Riester-Rente
  • Direktversicherung
  • digitale, fondsgebundene Rentenversicherung (vor allem als Nettopolice)
  • ETF-Sparplan.

Die Riester-Rente bietet staatliche Zulagen, die vor allem für Familien mit Kindern interessant sind.

Alleinstehende profitieren dagegen eher vom Sonderausgabenabzug in der Steuererklärung.

Doch die Förderung der Riester-Rente ist begrenzt und deshalb reicht sie allein noch nicht aus, um eine private Rente aufzubauen.

Wenn sich dein Arbeitgeber an den Beiträgen beteiligt, wäre auch eine Direktversicherung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge interessant, bei der du Sozialabgaben und Steuern auf deine Beiträge sparst.

Wenn du diese beiden Bausteine als Angestellter hast und eine Gehaltserhöhung bekommst, solltest du zusätzlich noch über eine moderne, digitale und fondsgebundene Rentenversicherung auf ETF-Basis nachdenken.

Überhaupt ist es sinnvoll, dein Konzept zur Altersvorsorge möglichst bei allen Bausteinen auf der Basis von ETFs zu realisieren.

Denn ETFs sind

  • einfach
  • transparent
  • flexibel und
  • sehr kostengünstig.

Außerdem versprechen sie auf der Basis von Aktien eine ordentliche Rendite.

So kannst du dein Vorsorgeziel auch erreichen.

Alle diese Bausteine zur Altersvorsorge werden übrigens nachgelagert besteuert, also in der Rentenbezugszeit.

Das lohnt sich umso mehr, je höher dei Steuersatz im Erwerbsleben und je niedriger er als Rentner ist.

Und für Selbständige kommt vor allem die Basis- bzw. Rürup-Rente in Frage, mit der immens Steuern gespart werden können.

Aber auch für Angestellte und Beamte mit einem hohem Einkommen.

Denn die gesetzliche Rente gilt nicht für Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze (im Westen 76.200 EUR und im Osten 68.400 EUR in 2017).

Eine über die gesetzliche Rente hinausgehende Altersversorgung muss allein mit zusätzlicher privater Altersvorsorge aufgebaut werden.

Ganz schön verwirrend, der Aufbau einer Altersvorsorge

Wie du siehst, gibt es viele Fragen und ausführliche Antworten sind selbst bei einem Artikel mit über 1.000 Worten kaum möglich.

Ganz ohne Beratung kann man das Thema nicht angehen.

Mit Nettopolicen viel Geld sparen

Mit Nettopolicen lässt sich prima Geld bei der Vorsorge sparen, doch sie sind vielen Anlegern wenig bekannt.

Eine Nettopolice kostet keine Vertriebskosten und damit keine Abschlussprovision und deshalb kannst du damit tausende Euro sparen.

Allerdings fällt dafür ein Beratungshonorar des jeweiligen Honorarberaters an, der dir diese Policen vermitteln kann, denn sie sind nicht frei am Markt erhältlich.

Doch dieser Deal lohnt sich in jedem Fall:

Du sparst ein paar tausend Euro an Vertriebskosten und zahlst dafür ein paar hundert an Beratungshonorar.

Wenn ich du wäre, würde ich das sofort machen.

Und wenn du dich möglichst früh um deine private Altersvorsorge kümmerst, wird Altersarmut für dich nie ein Thema sein.

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7 Gedanken zu „Welche Bausteine für ein Konzept zur Altersvorsorge in Frage kommen“

  1. Meine Mutter drängt mich nun endlich etwas für meine Altersvorsorge zu tun und ich sehe die Dringlichkeit auch. ich habe schon einige Ihrer Artikel gelesen und bin sehr angetan. Ihre Anregungen sind sehr sinnvoll und hilfreich. Mit freundlichen Grüßen Chris

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  2. Vielen Dank für die ganzen tollen Tipps, so viele Dinge sind zu beachten und ich habe oft das Gefühl man muss erstmal ein halbes BWL Studium machen um bei allem fitt zu sein und alles zu verstehen. Meine Eltern haben sich vor 3 Jahren ein Ferienhaus gekauft um entspannt so oft es nur möglich ist an Ihren heißgeliebten Urlaubsplatz fahren zu können, aber gleichzeitig auch um für ihr Alter vorzusorgen. ich war anfangs skeptisch und bin es auch nach wie vor, aber ich muss sagen, dass das Haus (es konnte allerdings auch direkt abbezahlt werden), bisher gute Einnahmen bringt. Für den Rest der Zeit an dem sie nicht dort im Urlaub sind wird an Familien vermietet. Ich bin gespannt wie das weiter geht, bisher kann ich wie gesagt nichts negatives sagen.

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  3. Leider für mich als Gringverdiener ein so schwieriges und leidiges Thema. Die gesetzliche Rente reicht kaum zum überleben und viel sparen ist bei einem geringen Gehalt nicht drin. Der Artikel zeigt gute Möglichkeiten, aber es ist wirklich sehr schwierig. Wo nichts ist, kann nicht viel wachsen. Trotzdem danke für die gute Aufklärung. LG Mandy

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    • Hallo Mandy,

      bei Sparwillen bei einem geringen Einkommen empfiehlt sich ein ETF-Sparplan, den man bereits bei ausgewählten Brokern – z. B. bei der Consorsbank – ab 25 € monatlich einrichten kann.

      Viel Erfolg!

      Jürgen

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  4. Ich habe leider wervolle Jahre verpasst und nun bleiben mir noch 20 bis zur Rente. Ich fange ab Juli an mit mypension 150 € dann hab ich noch einen MSCI ACWI (30 €), ein S&P 500 (35€), ein Eurostooxx 600 (35€) und ein MDAX (VL) 40 € als Sparplan. Da ich fast 3000 netto habe könnte das zur Rente sogar reichen, da ich vorhabe so nach und nach die Sparbeträge aufzustocken.

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