Wenn ich Menschen, die mich gerade kennengelernt haben, über meinen Beruf als Blogger erzähle, ernte ich oft ungläubige Blicke nach dem Motto: Und davon kann man leben???
Kann man, allerdings erst nach einer gewissen Anlaufzeit, wie bei jeder anderen Selbständigkeit auch.
Als Blogger muss man Leser gewinnen

Andere Unternehmer müssen Kunden für ihre Produkte und Dienstleistungen gewinnen und ein Blogger eben Leser für seinen Blog.
Und wenn er einen Newsletter anbietet und fleißig E-Mail-Adressen sammelt, kann er seinen Abonnenten und Lesern auch selbst erstellte digitale Produkte wie E-Books oder Online-Kurse verkaufen.
Mittlerweile haben sich Blogs im Internet als eigenständiges journalistisches Genre neben Zeitungen und Zeitschriften, Büchern sowie Radio und TV etabliert.
Dabei wird auf Blogs nicht nur geschrieben, sondern auch gepodcastet und es werden oft auch Videos angeboten.
Jedenfalls bist du als Blogger vollkommen frei, nur deinen Lesern verpflichtet. Du bist Redakteur, Chefredakteur und Herausgeber in einer Person und niemandem gegenüber weisungsgebunden.
Das ist ein großer Vorteil, den ich keinesfalls missen möchte. Denn Freiheit und Unabhängigkeit sind meine wichtigsten Werte.
Blogs gibt es zu so ziemlich jedem Thema
Es gibt im Netz Blogs vielfältigster Art. So ziemlich zu jedem beliebigen Thema.
Allerdings haben sich einigen Themen herauskristallisiert, die es einem eher besser ermöglichen, von seinem Blog auch leben zu können, als andere Themen.
Dazu gehören zweifelsohne die Themen Ernährung, Fitness und Finanzen.
Ich betriebe ja bekanntlich einen solchen Finanzblog. Genauer einen Blog über Exchange Traded Funds, kurz ETFs.
Ich beglückwünsche mich fast jeden Tag dazu, dass ich vor 5 Jahren die Entscheidung für meinen Internetblog ETF-Blog.com getroffen habe, denn ETFs werden immer bekannter und setzen sich – auch mangels Alternativen beim gegenwärtigen Niedrigzins – immer mehr durch. Sie sind der Anlagetrend unserer Zeit und die Zukunft der Geldanlage für Privatanleger.
In den großen Online-Zeitungen vergeht kaum ein Tag, wo nicht nur ein Artikel, sondern meist gleich mehrere zum Thema ETFs gepostet werden.
In der aktuellen Niedrigzinsphase gibt es kaum eine Alternative zu den kostengünstigen Indexfonds, die zudem konstruktionsbedingt – sie bilden jeweils einen kompletten Börsenindex nach – das Risiko breit streuen.
Aber es gibt auch Blogs für junge Mütter, für Psychologie oder Medizin, für Bonsais, Reisen, Pferde, Hunde und Katzen und viele andere Themen.
So ziemlich jeder kann mit seinen Interessen auf der Suche nach einem oder mehreren Blogs zu eben diesem Thema im Netz fündig werden.
Das Repertoire ist da fast unerschöpflich.
Nur Geld verdienen kann man nicht mit jedem Blog gleich gut.
Wie man mit Blogs Geld verdienen kann

Mit meinem Finanzblog habe ich mehrere verschiedene Einnahmequellen:
Zunächst betreibe ich Affliliate Marketing. Das heißt, ich werbe zum Beispiel für ein bestimmtes Girokonto oder ein Wertpapierdepot bei einem bestimmten Online-Broker.
Eröffnet der Leser über meinen Affiliate Link ein solches Konto oder Depot, erhalte ich dafür eine Provision.
Dann verkaufe ich noch Links und meistens gleich einen ganzen Artikel mit einem Link.
Hintergrund ist die Tatsache, dass jeder Webseitenbetreiber bei den Suchergebnissen von Google möglichst weit vorne landen möchte, weil ihm das viele Besucher auf seine Website bringt.
Dazu muss er gut vernetzt sein, damit er bei Google möglichst auf Seite 1 landet.
Deshalb betreibt man Suchmaschinenoptimierung (SEO) und kauft Links im Netz ein, was meist über einschlägige Internetagenturen im In- und Ausland läuft.
Diese suchen Blogs aus und fragen einen Link an, für den man als Blogger mit eigener Website im Idealfall durchaus mehrere Hundert Euro vergütet bekommt.
Und dann ist da noch das Geschäft mit eigenen digitalen Produkten, die man über seinen Blog verkaufen kann.
Und in meinem Fall kommt noch das eine oder andere Finanzcoaching hinzu, denn ich bin auch ausgebildeter Coach mit dem Schwerpunkt Finanzen und werde oft nach meiner Meinung zu Geldanlagethemen gefragt.
All diese Einnahmequellen sprudeln umso stärker, je mehr Leser man auf seinem Blog hat.
Zudem bin ich ausgebildeter Fachjournalist.
Mein beruflicher Hintergrund als Blogger

Ursprünglich habe ich BWL an der Uni Münster studiert. Nach meiner Promotion war ich dann Finanzberater bei MLP.
Doch mit Hochdruck verkaufen war meine Sache nicht – jedenfalls nicht auf Dauer.
Dann entdeckte ich meine Liebe zum Schreiben und bin mittlerweile Autor mehrerer Bücher.
Doch ich wollte auch das journalistische Schreiben erlernen und absolvierte im fortgeschrittenen Alter noch ein Journalismus-Fernstudium an der Freien Journalistenschule in Berlin und darf mich nun auch Fachjournalist (FJS) nennen.
Mein Hintergrund als Finanzberater – ich habe bei MLP zum Beispiel Schulungen zum Thema Geldanlage in der Zentrale in Heidelberg durchgeführt – sowie meine Lust am Schreiben lassen mich als Finanzblogger durchaus glaubwürdig rüberkommen.
Anders als knapp 25-jährige Bloggerkollegen, die auch deutlich älteren Lesern erzählen wollen, wie man reich und berühmt wird, ohne es je selber vorgemacht zu haben.
Jedenfalls kann ich von mir behaupten, dass ich als Blogger meine Berufung lebe.
Es kommt fast jede Woche mehrmals vor, dass ich beim Schreiben im Flow bin.
Ein schönes Gefühl, bei dem man Raum und Zeit um sich herum vergisst . . .
Mein Arbeitsweg vom Bett zum Schreibtisch ist knapp 50 cm lang und ich vergeude somit niemals Zeit im Stau.
Glücklicherweise brauche ich niemanden, der mir die Arbeit einteilt und bin als selbständiger Blogger insgesamt sehr glücklich und zufrieden.
Und mein Einkommen steigt von Jahr zu Jahr. Es ist zwar deutlich weniger als früher, als ich noch Finanzberater bei MLP war, aber es reicht für ein glückliches und zufriedenes Leben völlig aus.
Was sollte ich mehr wollen?
Fazit: Ich bin als Blogger glücklich und zufrieden

Dazu habe ich letztes Jahr das Wandern als neues Hobby entdeckt, was außer einer Investition in eine Wanderausrüstung und entsprechende Funktionsbekleidung kaum etwas kostet.
So lebe ich als selbständiger Blogger und Internetunternehmer glücklicher und zufriedener als je zuvor vor mich hin.
Und es macht sehr viel Spaß, weil es sehr abwechslungsreich ist. Man braucht als Blogger fortgeschrittene Kenntnisse auf mindestens einem Gebiet, muss gerne schreiben, gut mit dem PC umgehen können und bereit sein, sich oft in neue Dinge einzuarbeiten.
Wenn man einen Blog betreibt, hat man immer etwas zu tun und nie Langeweile.
Wobei sich meine Arbeitszeit im Vergleich zum Anfang deutlich reduziert hat, denn mittlerweile komme ich mit drei bis fünf Stunden Arbeit am Tag meist sehr gut hin.
Zudem kann man den Beruf des Bloggers von überall auf der Welt ausüben, wo es einen Internetanschluss gibt und man beötigt für diese Selbständigkeit kaum Startkapital.

Wobei man zumindest anfangs noch auf weitere Einnahmequellen angewiesen ist, weshalb sich u. a. ein nebenberuflicher Start als Blogger empfiehlt.
Allerdings muss man der Typ zum Bloggen sein, denn Bloggen ist ein einsames Geschäft.
Fast alle meine Kontakte finden über E-Mail-Austausch statt und ich habe keine Kollegen, mit denen ich mich austauschen könnte. Das ist nicht jedermanns Sache.
Aber mir gefällt es so.
Jedenfalls ist Bloggen ein neues Berufsbild und ein vollwertiger Beruf, von dem man leben kann, wenn man nicht gerade einen Porsche 911 fahren möchte oder fünf Kinder hat.
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