Dax-ETF: Sinnvolle Investition oder nicht?

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Dax-ETF: ETFs, also Exchange Trading Funds, haben sich zu einer der beliebtesten Anlageformen entwickelt. Sie gelten als verhältnismäßig sicher im Vergleich zu Einzelaktien und bieten mehr Renditepotenzial als Sparbücher oder Tagesgeldkonten.

Natürlich bergen sie auch Risiken, diese sind aber breit gestreut. Wer in einen ETF investiert, investiert in viele Unternehmen gleichzeitig – zum Teil sogar in mehrere hundert oder gar tausend. Sollte eines der abgebildeten Unternehmen im Index insolvent gehen, bedeutet das nicht automatisch den Verlust des gesamten investierten Geldes. Vielmehr können die anderen Unternehmen im Index den Verlust ausgleichen.

Wie können ETFs gekauft werden?

Um ETFs zu kaufen, braucht es nur ein Depot bei einem Broker. Teilweise werden diese mittlerweile kostenlos angeboten, zum Teil werden für das Kaufen oder Halten der ETFs kleine Gebühren fällig. Am einfachsten ist, ETFs in Form eines Sparplans zu kaufen. Dabei wird im immer zum selben Zeitabstand für denselben Betrag nachgekauft.

Sich für einen ETF zu entscheiden, kann jedoch kompliziert sein. Schließlich ist die Auswahl riesig und ein ETF-Kauf ist in zahlreichen verschiedenen Branchen möglich. Ob Investitionen in nachhaltige Unternehmen, in Schwellenländer oder in Krypto-Währungen – alles kann über ETFs abgedeckt werden. Beliebt ist auch ein Dax-ETF, der bei vielen Brokern ebenfalls im Sparplan ausgewählt werden kann.

Was ist ein Dax-ETF?

Selbst Börsen-Laien haben schon einmal vom Dax (Deutscher Aktienindex) gehört. Der wichtige Leitindex bündelt 40 große deutsche Unternehmen, die die höchste Marktkapitalisierung haben. Bis Ende August 2021 waren es noch 30 Unternehmen – zum September wurde der Dax dann neu strukturiert und 10 weitere Firmen wurden in den Leitindex aufgenommen.

Geht es um das Investieren von Finanzen, bieten sich hier zahlreiche Möglichkeiten. Wer aber nicht nur in einzelne Dax-Unternehmen investieren will, sondern direkt in den gesamten Index, der kann dies über einen Dax-ETF machen. Doch welche Risiken birgt ein solcher ETF und was muss bei der Auswahl dafür berücksichtigt werden?

Welche Vorteile bietet ein Dax-ETF?

Der Vorteil auf einen Dax-ETF zu setzen, anstatt jede Aktie des deutschen Aktienindex einzeln zu kaufen ist, dass auch schon mit kleinen Summen investiert werden kann. Die meisten Broker bieten ETF-Sparpläne bereits ab 25 Euro pro Monat an – dafür würde man bei weitem nicht von jedem Unternehmen eine Aktie erhalten. Wie bei ETFs üblich, bilden sie den Index ab und ihre eigene Wertentwicklung orientiert sich an der des Dax.

Welche Branchen sind im Deutschen Aktienindex vertreten?

Ein klarer Vorteil eines Dax-ETF ist, dass er das Risiko über verschiedene Branchen streut. So sind im Dax Unternehmen aus diesen Bereichen vertreten:

  • Telekommunikation mit der Deutschen Telekom
  • Logistik mit der Deutschen Post
  • IT und Software mit SAP
  • Energie mit RWE und E.ON
  • Bank mit der Deutschen Bank
  • Chemie und Pharma mit BASF, Merck und Bayer
  • Bekleidung mit Adidas
  • Automobilproduktion mit VW, BMW und Daimler
  • Versicherungen mit Allianz und Münchener Rück
  • Immobilien mit Vonovia
  • Elektrotechnik mit Siemens und Siemens Energy
  • Baustoffe mit HeidelbergCement
  • Börsen mit Deutsche Börse
  • Medizintechnik mit Fresenius und Fresenius Medical Care
  • Onlinedienste mit Delivery Hero.

Für eine breite Streuung müssen zusätzlich Einzelaktien her

Wer eine noch breitere Streuung wünscht und zum Beispiel noch mehr Onlinedienste abgedeckt haben möchte, der muss auf andere Indizes setzen oder einige Einzelaktien hinzukaufen. So ist beispielsweise die Lebensmittelindustrie gar nicht im Dax vertreten und ebenso wenig die Glücksspielindustrie.

Wer also sein Geld eher auf die besten Online Casinos oder Fast Moving Consumer Goods setzen will, der muss die Augen nach Alternativen aufhalten. Auch für Investitionen in große Tech-Unternehmen, Ölkonzerne, nachhaltige Investments oder Medien muss der Blick in andere Richtungen gehen.

Dax ETF

Ein Dax-ETF kann ein Bestandteil des Portfolios sein

Dennoch: Mit einem Dax-ETF ist schon allerhand abgedeckt. Für einen langfristigen Vermögensaufbau kann er als ein Teil des Portfolios genutzt werden.

Als einzige Geldanlage könnte es jedoch etwas zu einseitig sein, denn ein klarer Nachteil ist, dass mit einem Dax-ETF ein starker Fokus auf die deutsche Wirtschaft gelegt wird. Die internationale Diversifikation fehlt. Weder Aktien aus Schwellenländern noch aus Industriestaaten wie den USA sind bei einem Dax-ETF abgedeckt. In ein diversifiziertes Portfolio, das möglichst breit aufgestellt ist und verschiedene Risiken abfedert, gehören aber beide Regionen unbedingt dazu.

Starke Übergewichtung einiger Branchen im Dax

Außerdem sind bei einem ETF des Dax die Risiken auf nur 40 Unternehmen verteilt. So entfällt beispielsweise rund ein Viertel der Dax-Gewichtung alleine auf die Chemie- und Pharmabranche. Die Autoindustrie macht knapp ein Zehntel aus und nimmt man noch den Software-Riesen SAP dazu, sind bereits 50 Prozent des deutschen Aktienindex nur mit diesen drei Branchen abgedeckt. Das Risiko ist also nicht sonderlich breit gestreut.

Alternativen zum Dax? Wie wäre es mit dem MSCI World ETF

Wer beispielsweise in den MSCI World ETF investiert, setzt auf 1.600 Unternehmen in 23 Ländern. Hier wird das Risiko ganz anders und deutlich breiter gestreut als im Dax. Auch diesen ETF gibt es von verschiedenen Anbietern und sowohl als thesaurierende als auch ausschüttende Variante. Er gilt als das absolute Basisinvestment und ist praktisch Pflicht in jedem Depot.

Chart Trading

Welche Dax-ETFs gibt es?

Wer sich für einen Dax-ETF entscheidet, hat die Qual der Wahl aus zehn Produkten, wie zum Beispiel:

  • Xtrackers DAX UCITS ETF 1C
  • Lyxor Core Dax UCITS ETF
  • iShares Core DAX UCITS ETF
  • Deka DAX UCITS ETF.

Diese ETFs sind dabei in der Regel physisch-replizierend, das heißt sie kaufen die einzelnen Titel, die im Dax enthalten sind, vollständig.

Worauf sollten Anleger beim Kauf eines Dax-ETFs achten?

Anleger sollten darauf achten, ob das gewählte Produkt ausschüttend oder thesaurierend ist. Bei einem ausschüttenden Produkt werden die Dividenden direkt an die Anleger weitergegeben, bei einem thesaurierenden ETF werden die Dividenden reinvestiert. Auch die jährlichen Gebühren für das Halten der ETFs sollte ein entscheidender Faktor sein.

So kostet der Comstage Dax-ETF beispielsweise nur 0,08 Prozent im Jahr, während für den iShares Dax ETF 0,16 Prozent pro Jahr fällig werden. Dafür ist das verwaltete Vermögen im iShares Dax ETF etwa fünfmal so hoch wie im Comstage Dax-ETF, was für ein robusteres Produkt spricht.

Welche Renditen können Anleger mit einem Dax-ETF erwarten?

Natürlich lässt sich die genaue Rendite nie vorhersagen. In den letzten Jahren lag die Entwicklung des Dax jedoch zum Teil bei bis zu 25 Prozent Wertzuwachs pro Jahr:

Jahr Performance
2016 + 6,87 %
2017 + 12,51 %
2018 – 18,26 %
2019 + 25,48 %
2020 + 3,55 %

 

Wer gegebenenfalls im Jahr 2018 seinen Dax-ETF auflösen musste, hat also möglicherweise ein Verlustgeschäft gemacht. In allen anderen Jahren sah das aber anders aus und auch Anleger, die schon seit vielen Jahren ihren Dax-ETF halten, verzeichnen mittlerweile ein sattes Plus.

Ab welchem Betrag kann der DAX-ETF monatlich bespart werden?

Bei den meisten Anbietern liegt der Mindestbetrag für einen Sparplan bei 25 Euro pro Monat; bei ING und Scalable Capital Broker geht es schon ab 1 € los. Schon mit dieser geringen Summe kann monatlich in die eigene Geldanlage investiert werden. Natürlich ist es ebenfalls möglich, größere Beträge in einen ETF zu investieren.

Im Vergleich zu Einzelaktien sind ETFs in der Regel etwas weniger zeitaufwändig. Natürlich sollten Anleger zu jedem Zeitpunkt auf dem Laufenden bleiben, was die Entwicklungen der Wirtschaft sowie ihres ETFs angeht. Allerdings müssen diese Investments nicht so engmaschig beobachtet werden, wie Einzelaktien, da sie eben weniger schwankungsanfällig sind.

Fazit: Dax-ETF nur als Portfolio-Ergänzung

Es zeigt sich, dass die Investition in einen Dax-ETF einige Vorteile birgt, jedoch nicht für jeden Anleger geeignet ist. Wer sein Portfolio gerne breit aufstellt, kann einen Dax-ETF in den Investment-Mix mit einbeziehen. Wer lieber nur in einen ETF investieren möchte, sollte einen Indexfonds wählen, der nicht nur die deutsche Wirtschaft und dort auch nur einige ausgewählte Branchen abdeckt. Hier könnte der MSCI World eine bessere Wahl sein, da er deutlich breiter aufgestellt ist.

 

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