Sparpläne: Warum sie die größte Finanzinnovation des 21. Jahrhunderts sind

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Sparpläne: Die EZB hat Guthabenzinsen für Sparbücher und Tagesgeldkonten quasi über Nacht völlig abgeschafft. Deshalb müssen sich viele Privatanleger bei der Geldanlage neu orientieren. Bisher favorisierte Anlagestrategien bringen nichts mehr ein. Doch welche Alternativen kommen infrage?

Die Deutschen sind bei der Geldanlage gerne konservativ und gehen ungern Risiken ein.

Sicherheit geht ihnen über alles.

Deshalb haben sie bisher Sparbücher sowie Tages- und Festgeld bevorzugt, um ihr Erspartes sicher zu deponieren.

Dabei sind sie disziplinierte Sparer:

Jeden zehnten Euro legen sie im Schnitt beiseite.

Doch inzwischen liegt der Leitzins bei Null und es gibt das Phänomen Inflation.

Diese betrug in 2015 zwar nur 0,25 Prozent.

Doch insgesamt sinkt dadurch schleichend die Kaufkraft.

Das Geld wird durch Inflation im Zeitablauf immer weniger wert.

Das ist die aktuelle Situation, mit der Privatanleger konfrontiert sind.

Doch es gibt einen Ausweg.

An Aktien führt kein Weg vorbei

Dazu müssen Privatanleger ihre Vorurteile gegenüber Unternehmensbeteiligungen (Aktien) beiseite räumen und mehr Risiko eingehen als bisher.

Denn die Lösung heißt:

Aktien.

Schließlich sind Aktien langfristig die erfolgreichste Anlageklasse.

Nicht in Form von einzeln ausgewählten Titeln.

Das ist etwas für Profis.

Zu groß ist das Risiko von Fehlentwicklungen, wie die VW-Aktie und die Deutsche Bank-Aktie jüngst eindrucksvoll demonstriert haben.

Nein, die Lösung lautet:

Aktien-ETFs.

Exchange Traded Funds (ETFs), börsengehandelte Indexfonds, sollten für Kleinanleger das Mittel der Wahl sein.

Aktien-ETFs als Weg aus dem Anlagenotstand

Sparpläne

Indexfonds sind einfach, transparent und flexibel (ETF).

Und dazu noch kostengünstig:

Während aktiv gemanagte Fonds im Schnitt 1,5 bis 2 Prozent an jährlichen Verwaltungskosten verursachen, sind es bei ETFs durchschnittlich nur 0,37 Prozent.

Dabei bilden ETFs einen bestimmten Börsenindex nach streuen so das Risiko.

Während im DAX nur 30 Einzeltitel enthalten sind, sind es bei MSCI All Country World Index dagegen rund 2.400 Werte aus Industrie- und Schwellenländern.

In die du als ETF-Investor auf einen Schlag investierst.

Und während aktiv gemanagte Fonds stets das Ziel haben, ihren Referenzindex zu schlagen, wollen Indexfonds nur genausogut abschneiden wie ihr jeweiliger Index.

Das Ergebnis ist hinreichend bekannt:

Während es 90 Prozent der aktiven Fonds nicht dauerhaft gelingt, ihren Referenzindex nach Kosten und Steuern zu schlagen, erreichen ETFs stets die Rendite ihres jeweiligen Börsenindex abzüglich der jährlichen Verwaltungskosten zuzüglich der Erträge durch Wertpapierleihe.

Im Schnitt fährst du also mit Indexfonds besser als mit Fonds, bei denen ein Fondsmanager die Anlageentscheidungen trifft.

Und wer ein regelmäßiges Einkommen hat und jeden Monat etwas zurücklegen will, für den kommen vor allem Sparpläne in Betracht.

Mit Sparplänen Vermögen bilden

Was früher die Lebensversicherung war, sind heute Sparplaene, die es auch für zahlreiche ETFs gibt.

„Sparpläne, mit denen Anleger mit kleinen Raten ein Vermögen aufbauen können, sind die größte Finanzinnovation des 21. Jahrhunderts“

Stephan Witt, Kapitalmarktstratege bei FiNUM Private Finance

Und für die Zeitschrift „Finanztest“ sind Sparpläne der Königsweg des Fondssparens.

Bei einem Sparplan zahlen Anlegen regelmäßig einen festen Betrag auf ihr Depotkonto ein.

Solche Sparpläne werden vor allem von Direktbanken im Internet angeboten und sind schnell am PC eingerichtet.

Voraussetzung ist ein Depotkonto, dass du online beantragen kannst und mit dem Post-Ident-Verfahren bestätigst.

Dann wähst du einen oder mehrere ETFs aus und richtest kurz den Sparplan ein und dann kann es losgehen.

Zum Teil kannst du bereits ab 25 Euro monatlich in einen solchen Sparplan einzahlen. Das geht sowohl bei comdirect als auch der Consorsbank.

Bei allen anderen Online-Brokern beträgt die Mindestsparrate 50 Euro.

Die Sparrate kann jederzeit verändert werden und bei Bedarf auch für eine Zeit ausgesetzt werden.

Zudem kannst du jederzeit über dein Sparkapital verfügen und brauchst keine Kündigungsfristen etc. einzuhalten.

Mehr Flexibilität geht kaum.

Wenn man diese mit der von Versicherungsprodukten wie Lebens- oder Rentenversicherungen vergleicht, kommen diese schlecht weg.

Denn sie sind vor allem teuer und unflexibel.

Deshalb sind sie ein Produkt von gestern.

Und ETF-Sparplänen gehört die Zukunft.

Fazit

Mit traditionellen Geldanlagen wie Sparbüchern und Tagesgeld schrumpfen Geldanlagen bei Null Prozent Zinsen und einer positiven Inflation.

Auch wenn diese momentan sehr niedrig ist.

Deshalb müssen deutsche Anleger ihre Einstellung zur Anlageklasse Aktien überdenken.

Aktien sind schließlich langfristig die erfolgreichste Anlageklasse.

Auch wenn es kurzfristig jederzeit zu Kurseinbrüchen kommen kann.

Doch die Märkte haben sich bisher noch von jeder Börsenkrise wieder erholt.

Und nach jedem Tief kam ein neues Hoch.

Da vor allem die Millennials (Generation Y) etwas für die private Altersvorsorge tun müssen, legt Ihr am besten Geld mit ETF-Sparplänen zurück.

Und je eher Ihr damit anfangt, umso besser:

 Schließlich ist nach Albert Einstein der Zinseszinseffekt die größte Entdeckung der Mathematik:

Exponenzielles Wachstum in Abhängigkeit von der Zeit und der Höhe des Zinssatzes.

Je höher der Zins und je länger die Laufzeit, desto höher wird das Ergebnis sein.

 

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