Sparplan-Vergleich: ETF-Sparpläne im Test

Lesedauer 6 Minuten

ETFs erfreuen sich bei Anlegern zunehmender Beliebtheit. Und damit auch ETF-Sparpläne. Finde in einem Sparplan-Vergleich heraus, welcher Broker für deinen Bedarf am besten passt.

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Im Oktober 2020 sparten 1.881.609 Privatanleger durchschnittlich 173 EUR pro Monat in einen oder mehrere ETF-Sparpläne (Quelle: EXTRAMagazin Nr. 1 / 2021, S. 89).

durchschnittliche ETF-Sparrate

Dabei hat ETF-Sparen folgende Vorteile:

  • ETFs sind preiswert, weil sie niedrige laufende Kosten haben und beim Erwerb keine Ausgabeaufschläge anfallen.
  • ETFs sind absolut flexibel, da sie jederzeit an der Börse ge- und verkauft werden können. Darüber hinaus ist die Sparrate flexibel und es können jederzeit Einmalzahlungen geleistet werden.
  • ETFs sind unkompliziert. Sie folgen einfach einem Börsenindex und es gibt kein „Kleingedrucktes“.
  • Die Auswahl ist inzwischen riesengroß und damit absolut vielseitig, wobei alle gängigen Anlageklassen mit ETFs abgebildet werden können.
  • Da ETF-Anteile Sondervermögen sind, sind sie bei einer Insolvenz der Kapitalanlagegesellschaft vor Verlust geschützt.

Und ETF-Sparpläne sind das Sparvehikel, wenn man heute intelligent Vermögen bilden will und aus der Niedrigzinsfalle herausmöchte.

Doch stellt sich nicht nur die Frage, ob ETF-Sparpläne gut und sinnvoll sind, sondern es stellt sich auch die Frage nach einem Sparplan-Vergleich.

Welcher der mittlerweile zahlreichen Anbieter kommt für dich in die nähere Auswahl?

Dabei möchte ich verschiedenen Fragen nachgehen:

  • Welche sind die günstigsten Angebote für Sparbeiträge zwischen 10 EUR und unter 50 EUR pro Monat?
  • Welche Angebote für Sparraten zwischen 50 EUR und 150 EUR pro Monat sind empfehlenswert?
  • Und welche Broker sind bei Sparraten zwischen 200 EUR und 500 EUR besonders günstig?

Sparplan-Vergleich für Sparraten von 10 EUR bis 50 EUR

Derzeit kommen folgende Anbieter infrage:

Broker Min. Sparrate Ordergebühren
bei 25 EUR  Sparrate
Aktions-ETFs ETFs insgesamt
Trade Republic 10 EUR 0,- EUR 1.500 1.500
Scalable Capital 25 EUR Verschiedene Modelle, beim Modell Free Broker ist der erste ETF kostenlos, der zweite ETF kostet dann 0,99 EUR je Sparplanausführung u.s.w., 600 + ETFs der PRIME-Partner kostenlos 600 + 1.500
Flatex 25 EUR 0,- EUR 3.000 + ETF- u. Fondsspar-pläne Ca. 1.200
ING 1,- EUR 0,- EUR 800 + 800 +
Consorsbank 25,- EUR 0,38 EUR 286 677
comdirect 25,- EUR 0,38 EUR 135 678
Postbank 25,- EUR 0,90 EUR 34 147

Das notwendige Wertpapierdepot ist bei allen Brokern außer Finvesto gebührenfrei. Bei Finvesto kostet es 30 EUR pro Jahr, wobei es für Minderjährige kostenfrei ist.

Da ist es also ratsam, nach Möglichkeit Aktionsangebote wahrzunehmen, damit tatsächlich 100 Prozent des regelmäßigen Sparbeitrags in die ausgewählten ETFs fließen.

Sollen Sparpläne außerhalb der Aktionsangebote realisiert werden, entstehen die in der Tabelle angegebenen Ordergebühren.

Nähere Informationen zu den Aktionsangeboten findest du in folgender Tabelle:

Broker Aktionsangebote
Comdirect Seit Jahresbeginn können 135 ausgewählte ETFs kostenfrei bespart werden
Consorsbank Seit Jahresbeginn gibt es 286 ETFs kostenfrei im Sparplan.
Finvesto Die Gebühr bei im Schnitt 0,45 % pro Sparplanausführung.

Bei allen anderen Brokern bzw. Filialbanken liegt die Mindestsparrate übrigens bei 50 EUR.

Sparplan-Vergleich für Sparraten zwischen 50 EUR und 150 EUR pro Monat

Hier hat sich durch die Neo-Broker Trade Republic und Scalable Capital Broker viel verändert; auch flatex und ING haben ihre Kosten nach unten angepasst.

Denn bei Trade Republic können dauerhaft 1.500 verschiedene ETFs kostenfrei bespart werden. Bei ING sind es mehr als 800 und bei flatex können mehr als 3.000 ETF- und Fondssparpläne zum Nulltarif bespart werden.

Dabei hat ING die Mindestsparrate quasi abgeschafft, denn dort kann ab einer Sparrate von 1 EUR ein ETF-Sparplan eingerichtet werden.

Darüber hinaus gibt es noch folgende Broker, bei denen bei Nicht-Aktions-ETFs folgende Gebühren anfallen:

Broker Depotkonto 50 EUR 100 EUR 150 EUR
OnVista Bank kostenfrei 1,- € 1,- € 1,- €
Finvesto 30 € pro Jahr, kostenfrei für Minderjährige 0,23 € 0,45 € 0,68 €
Comdirect kostenfrei 0,75 € 1,50 € 2,25 €
Consorsbank kostenfrei 0,75 € 1,50 € 2,25 €
Postbank kostenfrei 0,90 € 0,90 € 0,90 €
DKB kostenfrei 1,50 € 1,50 € 1,50 €

Auch hier ist es ratsam, nach Möglichkeit Aktionsangebote wahrzunehmen, damit tatsächlich 100 Prozent des regelmäßigen Sparbeitrags in die ausgewählten ETFs fließen.

Welche Broker sind bei Sparraten zwischen 200 EUR und 500 EUR besonders günstig?

Auch bei diesen Sparraten gilt:

Bei Trade Republic können dauerhaft 1.500 verschiedene ETFs kostenfrei bespart werden. Bei ING sind es mehr als 800 und bei flatex können mehr als 3.000 ETF- und Fondssparpläne zum Nulltarif bespart werden.

Die Kosten der anderen Broker kannst du folgender Tabelle entnehmen:

Broker Sparrate 200 EUR Sparrate 300 EUR Sparrate 400 EUR Sparrate 500 EUR
OnVista Bank 1,- € 1,- € 1,- € 1,- €
Finvesto 0,90 € 1,35 € € 1,87 € 2,25 €
Postbank 0,90 € 0,90 € 0,90 € 0,90 €
DKB 1,50 € 1,50 € 1,50 € 1,50 €
Flatex 0,- € 0,- € 0,- € 0,- €

Darüber hinaus wurden in dem vorliegenden Sparplan-Vergleich nicht alle Broker erwähnt, sondern nur diejenigen, die besonders empfehlenswert sind.

Wer es ganz genau wissen möchte, der muss den Test im EXTRAMagazin Nr. 1 / 2021 vollständig lesen.

Und die letzte Frage, der hier nachgegangen werden soll, befasst sich mit der Frage, wie Sparplaninhaber so ticken.

Dazu hat die Consorsbank vor kurzem eine Untersuchung vorgenommen.

Niedrige Sparbeiträge sind beliebt

Sparplan-Vergleich: Auch Kleinvieh macht Mist!

Besonders das Angebot, auch kleinere Summen zu sparen, erfreut sich bei Anlegern großer Beliebtheit.

Derzeit werden bei der Consorsbank 23,3 Prozent der Sparpläne mit einem Betrag von 25 EUR bespart, weitere 31,2 Prozent sparen bis zu 50 Euro und noch einmal 24,7 Prozent bis zu 100 EUR.

Damit sparen 79, 2 Prozent regelmäßig bis zu 100 EUR, 19,2 Prozent über 100 bis 500 EUR und nur 1,6 Prozent über 500 EUR.

Also:

Auch kleine Sparbeiträge zwischen 25 und 100 EUR pro Monat liegen voll im Trend.

Denn:

Wie der Volksmund schon lange weiß, macht auch sogenanntes Kleinvieh Mist.

Wieviel „Mist“ bei regelmäßigem Sparen herauskommt, zeigt folgende Tabelle:

Sparbeitrag 10 Jahre 20 Jahre 30 Jahre 40 Jahre
25 4.082,75 EUR 11.394,34 EUR 24.488,27 EUR 47.937,52 EUR
50 8.165,50 EUR 22.788,67 EUR 48.976,55 EUR 95.875,04 EUR
100 16.331,00 EUR 45.577,35 EUR 97.953,09 EUR 191.750,08 EUR
150 24.496,51 EUR 68.366,02 EUR 146.929,64 EUR 287.625,11 EUR

Dabei bin ich von einem Zinssatz von durchschnittlich 6 Prozent p. a. ausgegangen, was mit einem breit gestreuten Aktien-ETF realistisch erreichbar ist.

Beispielsweise haben US-Aktien in den letzten 118 Jahren eine durchschnittliche inflationsbereinigte Rendite von 6,5 Prozent erzielt:

Sparplan-Vergleich: Aktien mit den besten Aussichten

Quelle: ETF-Magazin Nr. 4 / 2018

Monatliche Einzahlungen überwiegen deutlich

Bei ETF-Sparplänen überwiegen mit 96,4 Prozent die monatlichen Einzahlungen.

Nur wenige ETF-Sparer nutzen andere Sparintervalle.

Aber nicht alle Anleger nutzen ETF-Sparpläne. Deren Quote liegt bei 50,6 Prozent.

34,1 Prozent bedienen klassische Investmentfonds und 14,7 Prozent Aktiensparpläne.

ETF-Sparpläne auf dem Vormarsch

Wenn es um das Thema Vermögensaufbau geht, u. a. zur Sicherung des Lebensstandards im Alter, werden von Verbraucherschützern insbesondere ETF-Sparpläne empfohlen. Diese haben in den letzten Jahren großen Zuspruch erfahren:

Anzal an ETF-Sparplänen

Wie man erkennen kann, verläuft das Wachstum exponentiell.

Schon mit nur einem Sparplan bekommt man eine ordentliche Risikostreuung hin. Und mit drei bis fünf Sparplänen kann man bereits über mehrere Anlageklassen diversifizieren.

Denn gemäß der modernen Portfoliotheorie, gehen bis zu 90 Prozent der Rendite eines Portfolios auf die Streuung auf verschiedene Anlageklassen zurück.

Und nur ca. 10 Prozent der Rendite auf die Diversifikation innerhalb einer Anlageklasse.

Hatten 2009 Sparplantransaktionen auf klassische Investmentfonds noch einen Anteil von 95 Prozent, sind es aktuell nur noch 34 Prozent.

Dafür ist der Anteil von ETF-Sparplänen von 3 Prozent auf heute 51 Prozent gestiegen.

Aktiensparpläne liegen aktuell bei ca. 15 Prozent.

Damit geht der aktuelle Trend voll und ganz in Richtung ETF-Sparpläne.

Fazit: Sparplan-Vergleich unter der Lupe

Sparplan-Vergleich

ETF-Sparpläne erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Immer mehr Anleger erkennen, dass sie mit ihrem klassischen Sparbuch oder Tages- bzw. Festgeld noch nicht einmal die Inflation ausgleichen können.

Und wer eine echte Rendite nach Steuern und Inflation  haben möchte, der kommt an Aktien-ETFs kaum vorbei.

Dabei kann der Anfang u. a. das Ansparen von Vermögenswirksamen Leistungen mit einem ETF-Sparplan sein.

Broker und Filialbanken, die ETFs anbieten, gibt es jedenfalls genug.

Bei ihrer ETF-Suche sollten sich Privatanleger auf die Suche nach möglichst breit streuenden ETFs ohne Ordergebühren konzentrieren, sogenannte Aktions-ETFs.

Und dabei sollte mindestens  ein Welt-Aktien-ETF erste Wahl sein.

Die Wahl des richtigen Brokers sollte mit dem vorliegenden Sparplan-Vergleich eher leicht fallen.

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