Was ist ein Depot? – Wertpapierdepot einfach erklärt

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Was ist ein Depot? Will man als Privatanleger mit Aktien handeln, so braucht man ein Wertpapierdepot bei einer Bank. Dabei handelt es sich im weitesten Sinn um ein Konto, welches nur dazu verwendet wird, die Wertpapiere zu verbuchen und diese im Bestand zu führen.

Der Anleger erhält so eine Übersicht über seine Aktien bzw. Wertpapiere in einem Konto bei der Bank. Das Wertpapierdepot ist jedoch kein normales Konto.

Vielmehr ist es ein digitaler Tresor, auf welchen nur der Besitzer Zugriff hat. Im digitalen Tresor befinden sich die digitalen Wertpapiere der Unternehmen, die der Privatanleger gekauft hat, die Aktien, Fonds und ETFs.

Dank dem Anlage-Boom der letzten Jahre steigt die Anzahl der Wertpapierdepots und die darin verwalteten Aktien laufend an. Selbstverständlich können nicht nur Aktien, sondern alle Arten von Wertpapieren im Depot gespeichert werden, doch dazu später mehr.

Seit ungefähr 2010 eröffnen immer mehr Menschen ein solches Depot. Denn die weltweiten Zinserträge sinken kontinuierlich. Will man mit seinem Geld Geld verdienen, so muss dieses gut investiert werden.

Doch was ist ein Depot?

Kurz zusammengefasst lässt sich sagen, dass ein Depot ein Konto ist, welches den Handel mit Wertpapieren übernimmt. Dazu gehören neben Aktien auch ETFs und Fonds. Das Depot kann bei praktisch jeder Bank, die den Handel anbietet, genau wie ein Konto eröffnet werden. Heute geschieht dies in den meisten Fällen bereits vollautomatisch und kann digital abgewickelt werden. Inklusive des erforderlichen Identifikationsprozesses, der früher mittels Postident-Verfahren vollzogen wurde und heute eher über ein Video-Ident-Verfahren, das von den meisten Neo-Brokern angeboten wird.

Funktionsweise

Wenn man sich fragt, was ist ein Depot, so muss auch die Funktionsweise hinterfragt werden. Denn zum Depot gehört auch immer ein Verrechnungskonto.

Damit der Anleger mit Wertpapieren handeln kann, ist es wichtig, dass genügend Geld vorhanden ist. Dieses Geld muss vor dem Handel auf einem Verrechnungskonto platziert werden. Nur so verfügt der Broker oder die Bank über genügend flüssige Mittel, um die entsprechenden Titel auch kaufen zu können. Es dient jedoch nicht nur dem Kauf von Wertpapieren. Nach dem Verkauf eines Titels, landet das Geld automatisch wieder auf dem Verrechnungskonto. Zudem werden jeweils auch die Dividenden, falls es welche gibt, auch dieses Konto überwiesen.

Mit dem Geld auf dem Konto, kann der Anleger anschließend entweder neue Titel kaufen, oder das Geld aber auch auf ein Privatkonto überweisen. Der zweite Teil des Wertpapierdepots stellt das eigentliche Vermögen dar. Dieses ist jedoch in den allermeisten Fällen auf verschiedene Wertpapiere und andere Finanzprodukte aufgeteilt. Im Depot wird dieses Vermögen für den Kunden entsprechend dargestellt. Es handelt sich dabei jedoch nicht wie beim Verrechnungskonto um Geld, welches auf Privatkonten überwiesen werden kann. Will man Geld aus seinem Depot abziehen, so muss man zuerst die entsprechenden Wertpapiere verkaufen und den Betrag dann vom Verrechnungskonto auf sein Girokonto überweisen.

Was ist ein Depot und wie sicher ist es?

Der grosse Vorteil beim Depot ist, dass alle Wertpapiere im Besitz des Anlegers bleiben. Im Falle einer Insolvenz der Bank, sind nur Konten betroffen, welche die Bank verwaltet. Das Depot gilt hierbei nicht dazu. Wie bereits erwähnt, macht das Depot nichts anderes, als die Vermögenswerte in Form von Aktien, ETFs oder Fonds darzustellen. Die eigentlichen Werte, gehören nicht der Bank und werden auch nicht durch die Bank verwaltet. Geht eine Bank Konkurs, so kann der Anleger sein Depot ganz einfach bei einem anderen Finanzinstitut weiterführen. Nicht nur das Depot ist jedoch gesichert, auch das Verrechnungskonto ist, zumindest in Deutschland, bis zu einem Wert von 100’000 Euro abgesichert. Dieser Betrag gilt als gesetzliche Untergrenze für das Vermögen auf einem Verrechnungskonto.

Was ist ein Depot und wie kann ich damit handeln?

Der Handel mit allen Arten von Wertpapieren, wie beispielsweise Aktien, ETFs oder Fonds ist auf mehrere Arten möglich. Grosse Aktien, Anleihen und Obligationen werden in den meisten Fällen über eine zentrale Börse gehandelt. Die bekanntesten Plätze hierfür sind Frankfurt, Stuttgart oder Zürich. In Amerika ist die Wallstreet in New York als Börse sehr bekannt. Der Vorteil einer solchen regulierten Börse ist die hohe Kostentransparenz sowie die Sicherheit. Es gibt jedoch auch einen außerbörslichen Handel.
Finanzinstitute, die auf Handel spezialisiert sind, bieten oftmals zusätzlich zum Handel an der Börse auch eigene Finanzprodukte wie beispielsweise Zertifikate oder Schuldscheine an. Diese Produkte unterliegen jedoch keiner Aufsichtsbehörde und werden auch nicht an den normalen Börsenzeiten gehandelt. Das Risiko bei solchen Produkten ist folglich höher. Es bedingt ein grosses Vertrauen gegenüber seinem Finanzinstitut, um solche Produkte zu handeln. Die Abwicklung erfolgt jedoch genau gleich wie bei Aktien über das Verrechnungskonto und das Depot des Anlegers.

Was ist ein Depot und wie viel kostet es?

Beim Handel mit Wertpapieren fallen immer auch Kosten an. Diese unterscheiden sich in Depotgebühren, Handelsgebühren und sonstige Gebühren und können sich je nach Anbieter beträchtlich voneinander unterscheiden. Es lohnt sich also einen genaueren Blick auf die einzelnen Gebühren zu werfen.

Depotgebühren

Die Depotgebühren sind mit den Kontoführungsgebühren vergleichbar. Traditionelle Banken erheben diese Gebühr in der Regel als Festkosten auf jährlicher, halbjährlicher oder vierteljährlicher Basis für die entstandenen Verwaltungskosten. Die Investoren zahlen diese Art von Gebühr unabhängig davon, ob sie handeln oder nicht. Gerade im Online-Markt wird häufig auf diese Gebühren verzichtet, um Kunden zu gewinnen. Die Aufwände für einen Online-Broker sind kleiner als die einer traditionellen Bank, da dieser keine Filialen betreiben muss. Er kann daher auf diese Gebühren verzichten.

Handelsgebühren

Beim Handel mit Aktien fallen ebenfalls Gebühren an. Banken berechnen für den Kauf und Verkauf von Aktien, Anleihen und Derivaten entweder eine Pauschalgebühr oder eine volumenabhängige Gebühr. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Ordergebühr eine Kombination aus beidem ist, d.h. ein Grundpreis plus eine volumenabhängige Gebühr. Darüber hinaus werden Aufträge häufig auch dann gebührenpflichtig, wenn sie nicht oder nur teilweise ausgeführt werden.

Die restlichen Gebühren setzen sich zusammen aus Wechselgebühren, Fremdkosten, Zinsen und Gebühren bei Dividenden.

Was ist ein Depot und was muss ich beachten?

Praktisch jedes Finanzinstitut bietet heute die eine oder andere Art von Handel an. Trotzdem sollte der Anleger vorsichtig bei der Wahl des Angebotes vorgehen. Die nachfolgenden Tipps können dabei helfen, das beste Depot für den Handel zu finden.

Diversifikation in den Produkten

Die Anzahl der regulierten Börsen und Handelsplattformen, über die Anleger Wertpapiere handeln können, ist je nach Bank und Anbieter sehr unterschiedlich. Der Handel an allen regulierten Börsen in Deutschland ist grundsätzlich bei allen Banken und auch Online-Brokern möglich. Damit können Anleger alle an deutschen Börsen notierten Wertpapiere sowie einige Aktien ausländischer Unternehmen, die an deutschen Börsen notiert sind, handeln. Die Direktanlage an US-Börsen wie NYSE und NASDAQ ist die einzige bzw. die bessere Wahl für Anleger, die auch in kleinere US-Unternehmen oder in Unternehmen, die an deutschen Börsen selten gehandelt werden, investieren wollen.

Kosten ETF und Fonds

Will ein Investor regelmäßig nur wenig Geld anlegen, so sind ETF- und Fondssparpläne der richtige Weg. Auch hier ist jedoch Vorsicht geboten, was die Gebühren angeht. Diese können je nach Anbieter sehr stark variieren. Sowohl bei der Kontoführung wie auch beim Handel will die Bank mitverdienen.

Empfehlenswert sind hier u. a. sogenannte Neo-Broker, die bei ETF-Sparplänen häufig auf Ordergebühren verzichten.

Sicherheit

Einlagen auf dem Verrechnungskonto eines Wertpapierdepots und anderen Kontenarten sind bis zu 100.000 Euro gesetzlich geschützt. Einige Anbieter von Wertpapierdepots sichern darüberhinausgehende Einlagen über Einlagensicherungsfonds der Bankenverbände ab.

Während das Vermögen auf dem Verrechnungskonto durch den Einlagensicherungsfonds geschützt ist, ist das in Wertpapieren angelegte Vermögen von der Insolvenz einer Depotbank nicht betroffen, da es sich um Sondervermögen handelt. Bei der Wahl eines Anbieters sollte man zwingend prüfen, wie das Vermögen im Falle einer Insolvenz des Finanzinstitutes geschützt ist.

Fazit

Was ist ein Depot?

Nun ist die Frage „Was ist ein Depot“ geklärt. Und es ist klar, dass es sowohl für den Handel mit ETF wie auch mit Aktien ein Depot zwingend notwendig ist. Welcher Anbieter man auswählt, hängt aber von verschiedenen Faktoren ab. Es ist jedoch wichtig, dass man bereits im Vorfeld weiß, was ein Depot ist. Mit diesem Wissen kann man sich dann gut und gerne von verschiedenen Finanzinstituten beraten lassen.

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