Millennials und Finanzen: Die finanzielle Situation der digital Natives

Lesedauer 5 Minuten

Millennials und Finanzen: Es gibt nur wenig, was sich so gut verkaufen lässt wie interessante Stories und Berichte über Millennials. All jene, geboren zwischen 1980 und 2000, mit einer Affinität für´s Digitale, Mobile und Kurzlebige.

Alles also Aspekte, die sie im Großen und Ganzen von der Generation ihrer Eltern unterscheidet, den Babyboomern.

Ein viel zitierter Aufhänger hierbei ist die „Tatsache“, dass das Thema Geld für Millennials einen ganz anderen Stellenwert hat als es noch in den 70er und 80er Jahren bei den damals jungen Erwachsenen der Fall gewesen sein mag.

Ein Millennial zu sein hat seine Vor- und Nachteile, aber meistens gelten Millennials als finanziell wenig diszipliniert, die ihr Geld mit Avocado-Toast und Café Latte verschwenden.

Und es sind nicht nur die amerikanischen Millennials, sondern auch ihre hiesigen Kollegen, die perfekt ins Raster passen.

Aber wie viel davon ist wahr?

Sind alle Millennials finanziell bedenkenlos?

Oder haben die Themen Millennials und Finanzen einfach einen anderen Stellenwert für digital Natives?

Millennials und Finanzen: Generation „Praktikum“

Generation Praktikum

Millennials bleiben in Bezug auf Einkommenswachstum und Nettogehalt hinter früheren Generationen zurück.

Eine Vielzahl an Studien zeigt, dass es das erste Mal ist, dass Menschen in den Dreißigern weniger verdienen als diejenigen, die ein Jahrzehnt zuvor geboren wurden.

Das durchschnittliche Jahreseinkommen ist bei den in den frühen 80er Jahren Geborenen im Vergleich zu den in den 70er Jahren zurückgegangen.

Woran liegt das?

Zahlreiche zum Teil unbezahlte Praktika, zeitlich befristete Jobs und ein insgesamt niedrigeres Durchschnittseinkommen hat sich direkt auf die Finanzkraft der Millennials ausgewirkt. Sie haben 20 Prozent weniger Vermögen angehäuft als die in den 1970er Jahren Geborenen.

Leider kann man hier einen Trend feststellen, der im direkten Einklang mit dieser Tendenz steht – das Prinzip „Praktikum“.

War es früher noch so, dass man nach der Lehre meist übernommen wurde und dann ein ziemlich stabiles Einkommen aufweisen konnte, muss man heute erstmal den eigenen Lebenslauf auf Vordermann bringen und zahlreiche Bewerbungen schreiben.

Und dazu gehört scheinbar, fast wahllos Praktika und Internships anzunehmen, um dann für einige Monate Berufserfahrung schnuppern zu können, ohne dafür wirklich gut entlohnt zu werden.

Millennials mit mindestens einem Bachelor-Abschluss oder höher schneiden jedoch besser ab als solche ohne einen. Nur 10 Prozent der Millennials mit einem Bachelor-Abschluss oder höher leben bei ihren Eltern, verglichen mit 16 Prozent mit einer Berufsausbildung und 20 Prozent bei Abiturienten.

Und dennoch: man fängt mittlerweile später an, Geld zu verdienen. Kein Wunder also, dass das Thema Finanzen bei Millennials ein wenig auf der Strecke bleibt.

Millennials und Finanzen: Verschwenderisch? Jein

Geld ist für Millennials ein konsequentes Thema der Sorge und des Stresses. Einem Bericht zufolge macht sich fast die Hälfte der Millennials (45 Prozent) Sorgen um Schulden, noch mehr als um ihren Arbeitsplatz oder ihre Gesundheit.

Und das ist kein einmaliger Bericht.

Mindestens 66% der Millennials machen den sozialen Druck, bestimmte Meilensteine bis zu einem vorgegebenen Alter erreicht zu haben, für zusätzlichen Stress verantwortlich.

Gleichzeitig scheinen aber die Vorgänger-Generationen einen anderen Punkt ausfindig gemacht zu haben: das Konsumverhalten der Millennials.

Millennials und Finanzen

Schnelle Wochenendtrips quer durch Europa, jeden zweiten Tag Essen bestellen und eine Affinität hin zu den allerneusten technologischen Gadgets sind zwar nichts Neues, aber fast exklusiv für die Millennials vorbehalten.

Allerdings ist dies nur ein Teil der Wahrheit.

Denn während es stimmt, dass Menschen um die 30 gerne viel für gute Unterhaltung wie Netflix und Highlights wie die spiele Book of Dead auf slots.io ausgeben, so sind sie dennoch in der Lage, auch vernünftig mit dem Thema „Sparen“ und „Altersvorsorge“ umzugehen.

Allerdings geht der Trend hier eindeutig zu kurzfristigen Investitionen, denn ein allgemeinhin langfristiger Gedanke ist nur selten gegeben.

Der berühmte Satz von Norbert Blüm, „die Rente ist sicher“, wird heute nur noch im humoristischen Kontext erwähnt.

Das Sparen für den Ruhestand ist also ein weiterer Bereich, für den sich Millennials einsetzen müssen, um die eigene finanzielle Zukunft zu sichern.

Man muss beachten, dass ein Mangel an finanziellen Grundkenntnissen ein Hauptgrund für die Nachlässigkeit der Millennials gegenüber der privaten Altersvorsorge ist. Hier muss man ansetzen, um Folgegenerationen ein besseres Grundverständnis für das Thema Finanzen mit auf den Weg zu geben.

Millennials und Finanzen: Wie investieren Millennials?

Millennials und Finanzen

Wenn möglich, sollten sich Millennials auf ETF-Sparpläne konzentrieren, um über die nächsten Jahrzehnte für den Ruhestand vorzusorgen, damit das eingezahlte Geld mithilfe des Zinseszinseffektes über mehrere Jahrzehnte wachsen kann.

Eine gewisse Summe, die man bereit ist, für einige Jahre wegzulegen, kann sich auf lange Sicht vervielfachen, aber nur, wenn sie gut investiert und lange genug in Ruhe gelassen wird.

Eine zunehmende Anzahl an Investoren hat über Plattformen wie Mintos und EstateGuru Erfolg gehabt, die es Einzelpersonen ermöglichen, Geld an andere zu verleihen, die Kredite suchen.

Peer-to-Peer-Kredite (P2P) sind im Allgemeinen weniger riskant als Aktien, aber es ist möglich, Renditen zu erzielen, die höher sind als Bankspareinlagen oder sogar Anleihen.

ETFs: Auch für Millennials interessant

Erfolg mit ETF-Sparplänen

Wie bereits erwähnt, sind ETF-Sparpläne eines der Mittel der Wahl, um langfristig Vermögen mit regelmäßigen Sparbeiträgen zu bilden.

ETFs haben in der jüngeren Vergangenheit eindrucksvoll bewiesen, dass man mit ihnen sehr gute Ergebnisse erzielen kann.

Sie sind der Anlagetrend unserer Zeit und die Zukunft der Geldanlage für Privatanleger.

ETFs sind spezielle Investmentfonds, die jeweils einen Börsenindex nachbilden und an der Börse wie Aktien gehandelt werden.

Sie haben im allgemeinen niedrigere Kostenquoten als Investmentfonds, und die Mindestanlage kann niedriger sein als die einiger Investmentfonds. Bei ausgewählten Brokern kann man bereits ab 25 EUR pro Monat in ETF-Sparpläne investieren.

Fazit

Digital Natives

Millennials haben es nicht leicht. Sie wurden in eine Gesellschaft hineingeboren, in denen oftmals beide Elternteile beruflich recht erfolgreich waren und das eigene Haus und mehr ohne nennenswerte Probleme finanzieren konnten.

Diese Zeiten aber sind vorbei.

Heute ist der Weg mühsamer, steiniger und finanzielle Sicherheit ist heute oft sehr viel später realisierrbar als noch für frühere Generationen.

Ob und wie die Digital Natives – die ja noch mindestens 25 Jahre arbeiten müssen bis zur Rente – das Thema Millennials und Finanzen bewältigen werden und es schaffen, für´s Alter vorsorgen, wird die Zukunft zeigen.

Mit ETF-Sparplänen steht jedenfalls eine bedeutende Finanzinnovation zur Verfügung, um das Thema private Altersvorsorge erfolgreich in Angriff zu nehmen.

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2 Gedanken zu „Millennials und Finanzen: Die finanzielle Situation der digital Natives“

  1. „Peer-to-Peer-Kredite (P2P) sind im Allgemeinen weniger riskant als Aktien, aber es ist möglich, Renditen zu erzielen, die höher sind als Bankspareinlagen oder sogar Anleihen. “

    Wenn du P2P nicht gerade mit Bondora G&G gleichsetzt ist diese Aussage so schlicht falsch! P2P Kredite sind im Allgemeinen deutlich riskanter als Aktien! Natürlich, auf dem Papier sieht es wenig riskant aus, weil alles glatt nach oben geht, bis mal ein Kredit ausfällt. Aber so wie Immobilien kein sicheres Investment sind, nur weil Häuser kein sekündliches Preisschild bekommen, giblt gleiches umso mehr für unbesicherte Konsumkredite – was P2P Kredite meistens sind.

    Im Gegensatz zu diesem erhöhten Risiko stehen aber auch höhere Renditen (ca. 10-12%) als es im langjährigen Mittel beim Aktienmakrt möglich ist. Ob dieses Delta von 2-5% ausreicht um das zusätzliche Risiko einzugehen, muss jeder selbst wissen.

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