Entnahmeplan: Zusätzliches Einkommen durch einen ETF-Auszahlplan

Lesedauer 5 Minuten

Hast du Anteile an einem ETF erworben, kannst du einen Auszahlplan oder Entnahmeplan erstellen, um regelmäßig von den Erträgen oder auch vom Anlagekapital zu profitieren. Du solltest bereits vor deiner Investition prüfen, ob der Broker einen Auszahl- oder Entnahmeplan anbietet oder ob regelmäßige Entnahmen möglich sind.

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Warum du an einen Entnahmeplan für einen ETF denken solltest

Entnahmeplan

Bereits bevor du in einen ETF investierst oder einen ETF-Sparplan eröffnest, solltest du darauf achten, dass der Broker einen Auszahlplan anbietet.

Hast du genügend Kapital mit Anteilen durch Einmalzahlung oder durch das Besparen deines Sparplans angelegt, könntest du regelmäßig entweder über deine Erträge oder auch über das angesparte Kapital verfügen, während die noch vorhandenen Anteile weiterhin für dich arbeiten.

Abhängig davon, ob es sich um einen ausschüttenden oder einen thesaurierenden Fonds handelt, könntest du zusätzlich von der Auszahlung der Dividende oder von der Wiederanlage der Dividende in Fondsvermögen profitieren.

Mit dem Auszahlplan könntest du u. a. deine Rente aufbessern, vor der Rente beruflich kürzer treten oder einfach einen besseren Lebensstandard genießen, da dir regelmäßig ein Betrag deiner Wahl ausgezahlt wird.

Wie funktioniert der Auszahl- oder Entnahmeplan?

Du musst über ein Kapital in einer bestimmten Höhe verfügen, bevor du einen Auszahlplan erstellen kannst.

Der Auszahlplan funktioniert auf ähnliche Weise wie ein Sparplan, nur dass du nicht einzahlst, sondern regelmäßig, zumeist monatlich, eine Auszahlung vornehmen lässt.

Du beauftragst deinen Broker, jeden Monat eine Auszahlung in einer bestimmten Höhe an dich vorzunehmen.

Du kannst auch einen anderen Zeitraum wählen, beispielsweise alle zwei Monate oder jredes Vierteljahr.

Der Broker muss immer zu einem festgelegten Zeitpunkt ETF-Anteile zu dem von dir festgelegten Betrag verkaufen und dir das Geld auf das von dir angegebene Konto überweisen.

Da es sich beim Verkauf der Wertpapiere um eine Order handelt, lässt sich der Broker das bezahlen.

Du musst dafür regelmäßig eine Ordergebühr bezahlen.

Wie hoch diese Ordergebühr ausfällt, unterscheidet sich von Broker zu Broker.

Du solltest den Brokervergleich bereits vor der Investition in einen ETF nutzen.

Entnahmeplan

Die Ordergebühr kann ein fester Betrag sein, beispielsweise 2,50 pro Wertpapierverkauf, aber auch ein Prozentbetrag vom Ordervolumen, beispielsweise 1,75 Prozent pro Order.

Doch nicht jeder Broker bietet einen Auszahlplan an.

Du kannst dann jedoch für dich selbst einen Entnahmeplan erstellen und festlegen, welchen Betrag an Anteilen du in jedem Monat verkaufen möchtest.

Auch bei dieser Option solltest du bereits vor der Investition in den ETF darauf achten, ob die regelmäßige Entnahme von Anteilen beim jeweiligen Broker möglich ist.

Du musst dann die Anteile selbst an der Börse verkaufen.

Dabei musst du auf die Börsenzeiten achten und eine Handelsplatzgebühr bei der Börse bezahlen.

Zusätzlich fällt eine Ordergebühr beim Broker an.

ETFs, die sich für einen Auszahlplan eignen

ETFs für einen Auszahlplan

Nicht jeder ETF eignet sich für einen Auszahl- oder Entnahmeplan.

Du fragst dich, welcher ETF in Frage kommt?

Grundsätzlich sollte der Fonds natürlich eine möglichst hohe Rendite bringen, damit du von guten Auszahlungen auch langfristig profitieren kannst.

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie gut oder schlecht ein ETF in der Vergangenheit abgeschnitten hat, kannst du einen ETF-Sparplan-Rechner verwenden.

Dieser zeigt, wieviel Geld du z. B. nach einem Zeitraum von zehn Jahren erhalten hättest.

Inklusive der Sparraten und des jährlichen Wachstums des ausgewählten Fonds.

Denkst du an einen Auszahlplan, solltest du möglichst in mehrere Fonds investieren, um über viele Jahre eine gute Auszahlung zu erhalten.

Du solltest bereits vor der Investition in einen ETF an einen späteren Auszahlplan denken und auf eine gute Wertentwicklung achten. Die Rendite kann dabei jedoch nicht garantiert werden.

So kannst du beispielsweise ETFs auf verschiedene Indizes auswählen.

Für einen Auszahlplan eignen sich auch Portfolio-ETFs.

Du erwirbst bereits ein fertiges Portfolio mit einem oder mehreren ETFs.

Diese ETFs werden in deinem Depot hinterlegt.

Die Bank oder der Broker verkauft regelmäßig die von dir festgelegten Beträge.

Portfolio-ETFs kannst du übrigens mit unterschiedlichen Aktien-Anteilen wählen.

Je höher der Aktien-Anteil, desto höher kann die Rendite ausfallen.

Ein Portfolio-ETF kann jedoch teurer sein, da der Broker regelmäßig das Rebalancing vornimmt.

Sehr gut geeignet für einen Auszahlplan ist auch ein Robo-Advisor. 

Abhängig von deiner Risikobereitschaft wird hier das Portfolio für dich zusammengestellt.

Bist du zu einem hohen Risiko bereit, ist der Aktienanteil entsprechend hoch.

Das höhere Risiko bietet auch bessere Chancen für den Auszahlplan.

Risiken bei einem Auszahlplan

Risiken bei einem Entnahmeplan

Du solltest möglichst bereits vor der Investition in einen ETF an einen späteren Auszahlplan denken, um die möglichen Risiken zu umgehen:

Pleiterisiko

Legst du die zu entnehmenden Beträge zu hoch fest, besteht das Risiko, dass das angesparte Kapital schnell aufgebraucht ist.

Wenn du bei deinem Auszahlplan an die Vier-Prozent-Regel denkst, kannst du dieses Risiko umgehen.

Konsumverzichts-Risiko

Entnimmst du regelmäßig nur geringe Beträge, läufst du Gefahr, dir möglichen Luxus entgehen zu lassen.

Auch dieses Problem kannst du mit der Vier-Prozent-Regel umgehen.

Renditerisiko

Bereits bei der Auswahl von ETFs laufst du Gefahr, aufgrund des höheren Risikos auf eine attraktive Rendite zu verzichten.

Dieses Risiko umgehst du, indem du in verschiedene Anlageklassen und in ETFs auf verschiedene Indizes investierst.

So kannst du Schwankungen ausgleichen.

Entnahmestrategien für den Auszahlplan

Entnahmeplan

Bei deinem Auszahlplan kannst du zwei verschiedene Entnahmestrategien wählen:

Entnahmeplan ohne Kapitalverzehr

Bei einem Entnahmeplan ohne Kapitalverzehr werden dir nur die monatlichen Erträge ausgezahlt, während die Substanz erhalten bleibt.

Die Auszahlung ist geringer als bei einem Entnahmeplan mit Kapitalverzehr.

Entnahmeplan mit Kapitalverzehr

Bei einem Entnahmeplan mit Kapitalverzehr werden die laufenden Erträge und ein Teil des Anlagekapitals ausgezahlt. Das führt zu einer höheren Auszahlung.

Du kannst entweder in jedem Monat eine bestimmte Anzahl Anteile vom Broker verkaufen lassen oder den Broker beauftragen, in jedem Monat Anteile zu einem bestimmten Betrag zu verkaufen.

Da die Anteile im Kurs schwanken, variiert das ausgezahlte Kapital, wenn du regelmäßig eine bestimmte Anzahl Anteile verkaufen lässt.

Bei einem Verkauf zu einem bestimmten Betrag variiert die Anzahl der verkauften Anteile, abhängig vom Kurs.

Die Vier-Prozent-Regel

Auszahlplan

Eine Faustregel für den Entnahmeplan ist die Vier-Prozent-Regel.

Eine Studie der Trinity-Universität in Texas ergab, dass du jährlich lediglich vier Prozent deines Anlagevermögens entnehmen solltest, damit das Kapital 30 Jahre lang ausreicht.

Diese Regel kannst du bereits bei der Geldanlage anwenden.

Du musst dafür den Betrag, den du jährlich ausgezahlt haben möchtest, ungefähr mit 25 multiplizieren.

Fazit: Für den Entnahmeplan kommt es auf den richtigen ETF an

Entnahmepläne brssern die gesetzliche Rente auf

Mit dem Auszahlplan kannst du dir monatlich einen bestimmten Betrag aus deinem ETF-Portfolio auszahlen lassen.

Du solltest dafür renditestarke ETFs wählen.

Für die Auszahlung kannst du die Entnahme der Erträge oder die Entnahme mit Kapitalverzehr wählen.

Insgesamt stellt ein Entnahmeolan eine komfortable Möglichkeit dar, die gesetzliche Rente Monat für Monat aufzubessern.

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