ETF Auswahl: 7 Tipps, um die richtigen ETFs zu finden

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ETF Auswahl: Bei dem großen Angebot an ETFs ist es für den Laien schwierig, den oder die richtigen Indexfonds zu finden. Dieser Beitrag unterstützt dich mit 7 Tipps bei der ETF Auswahl.

Geldanlage mit ETFs: Die ETF Auswahl ist riesig

Weltweit gibt es ein Angebot von mehr als 7.000 Exchange Traded Products (ETP). Die folgende Abbildung zeigt die Begriffswelt rund um ETPs.

Die Begriffswelt um Exchange Traded Products

Allein an der Frankfurter Börse werden über 1.600 Exchange Traded Funds – der angelsächsische Begriff für börsengehandelte Indexfonds, kurz ETFs, angeboten.

Exchange Traded Commodities sind börsengehandelte Wertpapiere, die Anlegern eine Investition in die Anlageklasse Rohstoffe erlauben. Sie sind eine Sonderform von Zertifikaten: unbefristete, besicherte Schuldverschreibungen des jeweiligen Emittenten (s. Wikipedia).

Exchange Traded Notes sind ähnlich konstruiert wie Exchange Traded Commodities. Es sind börsengehandelte Wertpapiere, Schuldverschreibungen, eine Sonderform von Zertifikaten. Man kann mit ihnen in Rohstoffe investieren. Anders als ETCs sind sie bewusst nicht besichert, womit der Investor ein Kreditrisiko gegenüber dem Emittenten eingeht. Dafür sind die Kosten geringer.

Wer einen ETF sucht, um sich z. B. einen ETF Sparplan einzurichten, der hat als Anleger die Qual der Wahl.

Und nicht nur das:

Die ETF Anbieter bringen laufend neue ETFs auf den Markt. Für alle Anlageklassen und für Länder, Regionen, Branchen und Themen, wie Nachhaltigkeit, Blockchain oder Kryptowährungen.

ETFs als Anlagetrend unserer Zeit

ETFs sind Investmentfonds, die einen Index möglichst genau abbilden. Z. B. den MSCI World Index, den S&P 500, den Stoxx Europe 600, den Euro Stoxx 50 oder den MSCI All Country World Index.

ETF Auswahl: Angebot an ETFs wächst täglich

ETFs sind der Anlagetrend unserer Zeit und die Zukunft der Geldanlage für Privatanleger.

ETF Auswahl: Einmalanlage oder regelmäßig sparen mit einem ETF Sparplan

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Investitionsmöglichkeiten:

Entweder einen größeren Geldbetrag einmalig investieren oder regelmäßig in einen oder mehrere ETF Sparpläne einzahlen.

Aber auch einen größeren Betrag würde ich aufteilen und und in mehreren Raten mittels eines ETF Sparplans oder zumindest in mehreren Tranchen zu verschiedenen Zeitpunkten investieren. Damit beugt man der Gefahr vor, einen besonders schlechten Zeitpunkt an der Börse zu erwischen.

ETF-Sparpläne als Königsweg des Fondssparens

Die ETF Auswahl wird bei ETF-Sparplänen immer größer

ETF Sparpläne dienen also dem langfristigen Vermögensaufbau und wurden in der Presse (Finanztest) bereits als Königsweg des Fondssparens bezeichnet bzw. auch als größte Finanzinnovation des 21. Jahrhunderts, wie es ein Kapitalmarktexperte formulierte.

ETF Auswahl: Langfristig Vermögen aufbauen mit ETF Sparplänen

Fast alle Online Broker bieten in Zusammenarbeit mit den ETF Anbietern Sparpläne an. Mit ihrer Hilfe können Anleger mit einem regelmäßigen Einkommen langfristig Geld sparen und ein Vermögen aufbauen sowie fürs Alter vorsorgen.

Mit Sparplänen ETF Portfolios aufbauen

Mit mehreren ETF-Sparplänen kann ich gut diversifiziertes ETF Portfolio aufbauen, das mehrere Anlageklassen enthält.

Damit diversifiziere ich das Risiko, ohne gleichzeitig meine Ertragschancen wesentlich zu reduzieren.

Das zumindest ist die wesentliche Erkenntnis der Modernen Portfoliotheorie, für die Harry M. Markowitz 1990 den Wirtschaftsnobelpreis verliehen bekam.

Tipps und Kriterien für die ETF Auswahl

7 Tipps für die ETF Auswahl

Es gibt verschiedene Auswahlkriterien, die bei der ETF Auswahl hilfreich sind. Diese Kriterien werden im Folgenden erläutert.

Tipp1: Risikostreuung über verschiedene Anlageklassen

Basis sollte ein Aktien ETF sein, denn Aktien waren in den letzten 150 Jahren die erfolgreichste Anlageklasse.

Hinzu kommen weitere Anlageklassen, wie

  • Anleihen
  • Immobilien
  • Rohstoffe und der
  • Geldmarkt.

Bis zu 90 % der Rendite eines ETF Portfolios werden durch die Aufteilung auf verschiedene Anlageklassen erklärt und nur ca. 10 % durch die Streuung der Wertpapiere innerhalb einer Assetklasse.

Tipp 2: Das Fondsvolumen

Das Fondsvolumen sollte nach Möglichkeit mindestens 50 bis 100 Millionen Euro umfassen, damit der Fonds wirtschaftlich betrieben werden kann. Dann besteht keine Gefahr einer Schließung des ETFs oder einer Zusammenlegung mit einem anderen Indexfonds.

Tipp 3: Die laufenden Kosten: Total Expense Ratio (TER)

Jeder Fonds verursacht laufende Kosten, die sogenannten Verwaltungskosten, die meist jährlich anfallen.

ETFs haben kein Fondsmanagement, so wie die aktiv gemanagten Investmentfonds, das die Fondsauswahl vornimmt. Deshalb sind die Kosten hier deutlich geringer.

Sie betragen nur 0,34 % im Durchschnitt mit sinkender Tendenz, währen die Kosten aktiver Fonds durchschnittlich zwischen 1,4 und 2 % pro Jahr liegen.

Tipp 4: Wie der ETF den Index abbildet

Es gibt verschiedene Methoden, wie ETFs ihren zugrundeliegenden Index abbilden:

Physisch replizierende ETFs

Physisch replizierende ETFs bilden ihren zugrundeliegenden Index 1:1 nach, in dem sie alle darin enthltenen Aktien mit der entsprechenden Marktkapitalisierung kaufen.

Das geht gut bei kleineren bis mittelgroßen Indizes. Bei großen Indizes geht der umfangreiche Verwaltungsaufwand schnell ins Geld.

Deshalb werden große Indizes meist über die Sampling-Methode abgebildet.

Sampling Methode

Hier wird aus Kostengründen nur eine statistisch repräsentative Anzahl an Aktien oder anderen Wertpapieren gekauft.

Diese Methode ist u. a. kostengünstiger als die physische Replikation.

Synthetische ETFs

Synthetische ETFs tauschen mittels Swap einen Wertpapierkorb gegen den tagesaktuellen Indexwert. Partner (Kontrahent) ist eine Bank. Dieses Swap-Geschäft wird in der Regel in voller Höhe besichert.

Trotzdem wird wegen des sogenannten Kontrahentenrisikos vor synthetisch replizierenden ETFs gewarnt: Die Bank als Swap-Partner könnte insolvent werden und der Wertpaierkorb wäre unter Umständen verloren.

Zumindest wissen wir seit der Lehman Brothers-Pleite, dass auch Banken in Konkurs gehen können.

In der Praxis hat sich letztlich die pysische Replikation – auch in der Spielart des Sampling – weitestgehend durchgesetzt.

Synthetische ETFs haben weniger als 10 Prozent Marktanteil.

Tipp 5: Gewinnverwendung der ETFs

Ob du thesaurierende ETFs oder ausschüttende Indexfonds wählst, hängt von deinen Sparzielen ab.

Thesaurierend heißt, den Gewinn in Form von Zinszahlungen und Dividenden einbehaltend und wiederanlegend. Hier gibt es also einen stärkeren Zinseszinseffekt.

Wenn du aber z. B. deine Rente aufbessern möchtest, kommt eher die ausschüttende Variante eines ETFs in Frage.

Tipp 6: Fallen Ordergebühren bei der monatlichen Sparrate an?

Wenn du regelmäßig in einen oder mehrere ETF Sparpläne einzahlst, kommst es u. a. darauf an, ob bei der monatlichen Ausführung der Sparrate Ordergebühren anfallen oder nicht.

Fast alle Broker haben eine gewisse, sich von Broker zu Broker unterschiedende Anzahl von kostenlosen ETFs im Angebot, bei denen keine Ordergebühren anfallen.

Dann fließen von der monatlichen Sparrate tatsächlich 100 % in den jeweiligen Sparplan!

ETFs sind eben sehr kostengünstig.

Tipp 7: Online Broker – Die Auswahl des Depot als Kriterium

Vorrausetzung für einen Sparplan ist ein Wertpapierdepot entweder bei einer Filiatbank oder beinem Online Broker.

Während es bei der Filialbank meist Gebühren kostet, ist es bei denn meisten Direktbanken kostenlos.

In dem Depot werden die Wertpapiere aufbewahrt und verwaltet.

Nun kommt es darauf an, wieviele ETFs von einem Broker angeboten werden und wieviele kostenlose ETF-Sparpläne, bei den die Ordergebühren entfallen.

Auch die Mindestsparrate spielt möglicherweise eine Rolle; sie beträgt bei der ING 1 Euro, bei eigen anderen 25 Euro und beim Rest 50 Euro pro Monat bzw. Sparintervall (monatlich, zweimonatlich, quartalsweise und halbjährlich).

Fazit: Die ETF Auswahl als Voraussetzung fürs ETF Sparen

Sparpläne als Königsweg des Fondssparens

ETF Sparen erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Voraussetzung ist ein Depot bei einem Online Broker.

Dann folgt als nächstes die ETF Auswahl, bevor ein Sparplan eingerichtet werden kann.

Dabei gibt es keine Kniffe oder Tricks, denn der ganze Auswahlprozess basiert auf rationalen Überlegungen.

Die hier vorgestellten Tipps werden dir helfen, den für dich passenden ETF auszusuchen und einen oder mehrere ETF Sparpläne zu starten.

Mit zwei ETF-Sparplänen für Indexfonds einmal auf den MSCI World Index und zum anderen auf den MSCI Emerging Market Index machst du jedenfalls zu Beginn nicht viel falsch.

Die folgende Tabelle unterstützt dich dabei, das richtige Angebot von Sparplänen des jeweiligen Online Brokers ausfindig zu machen.

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