Frugalismus: Mit einem Sparplan zur finanziellen Freiheit

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Frugalismus zeigt Wege zur finanziellen Freiheit auf. Es gibt beim Frugalismus nicht den einen richtigen Weg zur frühen Rente und zur finanziellen Freiheit, vielmehr muss jeder für sich selbst herausfinden, welche Ziele er verfolgt und wie er diese mit welchen Mitteln erreichen möchte.

Was ist Frugalismus?

Frugalisten machen billig Urlaub

Frugalismus ist eine Lebensform, bei der bewusst, einfach und bescheiden gelebt wird. Frugalisten reduzieren gezielt ihre Ausgaben auf ein Minimum, verzichten auf luxuriöse Urlaubsreisen oder Statussymbole. Das Ziel ist die finanzielle Unabhängigkeit und der frühe Austritt aus dem Erwerbsleben.

Um das Ziel der frühen „Rente“ zu erreichen, sparen Frugalisten ein Großteil ihrer Einnahmen. Sie reduzieren zum einen ihre Ausgaben, indem sie teure Verträge kündigen, günstigen Wohnraum anmieten und unnötigen Konsum vermeiden, erhöhen auf der anderen Seite ihr Einkommen durch aktive und passive Einkommensquellen. Das gesparte Geld wird gewinnoptimiert angelegt.

Die Ursprünge des Frugalismus

Die ursprüngliche Idee des Frugalismus entstammt der amerikanischen FIRE-Bewegung. FIRE ist die Abkürzung für Financial Independence, Retire Early was ins Deutsche mit finanzielle Unabhängigkeit, frühe Rente übersetzt wird. Der Begriff Frugalismus wird von dem Wort frugal abgeleitet, was mit bescheiden oder genügsam gleichgesetzt ist.

Abgrenzung zum Minimalismus

Frugalismus und Minimalismus ähneln sich durch ihre Beschränkung auf das Notwendigste und dem bewussten Abwenden von der Konsum- und Überflussgesellschaft. Beim Minimalismus ist die Grundannahme, dass Besitz Ressourcen bindet. Minimalisten reduzieren ihren Besitz auf das für sie notwendige Minimum und konsumieren nur das, was sie dringend benötigen. Das Ziel ist ein genügsames, freies Leben.

Im Gegensatz zum Frugalisten reduziert der Minimalist seine Arbeitszeit, wenn er mit einem geringeren Stundenumfang seine Ausgaben decken kann. Im Gegensatz zu den Frugalisten legen sie ihr Erspartes nicht gewinnoptimiert an. Aus Gründen des Umweltschutzes kaufen Minimalisten häufig nachhaltige und qualitativ hochwertige Produkte.

Frugalisten begrenzen und reduzieren im Gegensatz zu den Minimalisten ihren Besitz nicht. Der Frugalist sortiert keine Gegenstände aus, die er unter Umständen noch gebrauchen könnte, weil er bei einem Neukauf dafür wieder Geld ausgeben müsste.

Minimalisten können jedoch den Frugalismus für sich entdecken und Frugalisten integrieren den Minimalismus in ihr Leben, wenn beispielsweise die Wohnverhältnisse wenig Stauraum bieten. Es gibt beim Minimalismus und Frugalismus mehr Gemeinsamkeiten als Differenzen. Ein Frugalist kann auch Minimalist sein.

Den frühen Ruhestand erreichen

Frugalisten setzen sich bereits frühzeitig mit dem Thema Finanzen und insbesondere ihren eigenen Finanzen auseinander. Je nach Einkommenssituation sparen sie über 50 Prozent ihres Nettoeinkommens. Die meisten Frugalisten sind keine Geringverdiener, verfügen über hohe Bildungsabschlüsse, gute Einkommen und haben sich im Bereich Finanzen weitergebildet.

Zu Beginn analysieren Frugalisten ihre Einnahmen und Ausgaben. Um möglichst hohe Sparquoten zu erreichen, erhöhen Frugalisten ihre Einnahmen auch durch zusätzliche abhängige Erwerbstätigkeit, selbstständige und freiberufliche Tätigkeiten oder durch passive Einnahmen.

Die passiven Einnahmen werden dabei auch aus freiberuflichen Tätigkeiten generiert. Wird beispielsweise ein Buch geschrieben, erhalten Autoren bei jedem Verkauf Tantiemen. Die eigentliche Arbeit, das Schreiben des Buches wurde in der Vergangenheit abgeschlossen, die Einnahmen laufen über Jahre weiter.

Andere passive Einnahmequellen bietet die Teilnahme an Cashback-Systemen. Das bekannteste davon ist Payback. Passive Einkommen können insbesondere im Internet über Blogs oder auf Social Media Plattformen generiert werden.

Investiert ein Frugalist sein gespartes Geld in ein vermietetes Haus oder eine Mietwohnung, zählen die Mieteinnahmen zum passiven Einkommen. Diese passiven Einnahmen investieren Frugalisten zusammen mit der Sparquote des aktiven Einkommens gewinnoptimiert. In der Vergangenheit konnten über Tagesgeldkonten gute Erträge erwirtschaftet werden.

Da Tagesgeldkonten heute keine lohnende Rendite mehr abwerfen, investieren Frugalisten ihr Geld heute eher an der Börse. Die erwirtschaftete Rendite wird erneut investiert, bis das Sparvolumen so groß ist, dass der Frugalist ausschließlich von seinen Erträgen leben kann.

Wann und mit welcher Sparrate die finanzielle Freiheit erreicht wird ist von mehreren Faktoren, wie einer gleichbleibenden Einkommenssituation, einer überschaubaren Inflation und bleibenden oder steigenden Renditen abhängig. Sind diese Faktoren stabil, kann der Zeitpunkt der finanziellen Freiheit mit speziellen Rechnern ermittelt werden.

Die Investition in ETFs

Mit Sparplänen zum Frugalisten

Frugalisten investieren ihr Geld nachhaltig, langfristig und häufig risikoarm. Auch wenn einige Frugalisten Day-Trading erfolgreich betreiben, beschränken sich andere auf langfristige Geldanlagen mit vergleichsweise geringen Renditen.

ETFs eignen sich für diese Form der Geldanlage besonders gut. Bei einem ETF handelt es sich um einen börsengehandelten Investmentfonds, der fortlaufend an der Börse gehandelt wird. Die meisten dieser Fonds sind passiv verwaltete Indexfonds. Sie bilden die Zusammensetzung und Weiterentwicklung eines Wertpapierindexes, beispielsweise des DAX, nach.

Im ETF, der häufig auch als Indexfonds bezeichnet wird, werden die Vorteile von Aktien und Fonds in einem Produkt zusammengefasst. Private Anleger können über Indexfonds kostengünstig in ganze Märkte investieren. Neben Aktien kann über ETFs auch in eine Vielzahl anderer Anlageklassen wie u. a.

  • Anleihen,
  • Immobilien oder auch in
  • Rohstoffe

investiert werden.

ETFs können relativ kleinschrittig durch Menschen, die wenig Börsenkenntnisse besitze, bespart werden. Es handelt sich hierbei um mittel- oder langfristige Investitionen. In der Regel werden ETFs in Sparplänen, die zum Teil schon ab 1,- Euro monatlich beginnen, bespart. Diese geringe Sparquote pro ETF eignet sich super, um die Anlage möglichst breit gefächert anzulegen.

Der MSCI World-ETF

Dieser ETF ermöglicht den Anlegern die Investition in etwa 1.600 Unternehmen weltweit. Der MSCI-World ETF spiegelt etwa 85 Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung der Industrieländer. Die USA hält hiervon etwa zwei Drittel, Japan folgt mit etwa sieben Prozent und Großbritannien mit etwa vier Prozent.

Derzeit sind im MSCI Word-Index die Branchen

  • Informationstechnologie,
  • Finanzdienstleistungen und der
  • Gesundheitsbereich

mit insgesamt knapp 50 Prozent am stärksten vertreten.

Bei einem solchen ETF wird der Index des MSCI World abgebildet. Dazu werden regelmäßig Firmen aus diesem Index aussortiert und durch andere ersetzt. Der Anleger muss sich jedoch beim ETF um nichts kümmern und erhält den Durchschnitt des jeweiligen Indexes.

Kriterien bei der Auswahl des MSCI World ETFs

Der Anleger sollte bei der Auswahl eines MSCI World ETFs mehrere Dinge beachten. Dazu gehört unter anderem die ETF-Größe. Gerade kleinere Fonds laufen Gefahr, wegen Unwirtschaftlichkeit geschlossen zu werden. Die Dauer, die ein ETF bereits am Markt besteht, spielt ebenfalls eine Rolle. Sehr junge ETFs haben sich unter Umständen noch nicht etabliert und verschwinden vom Markt. Die laufenden Kosten spielen bei der Auswahl des ETFs ebenfalls eine Rolle, weil hohe laufende Kosten die Rendite schmälern. Die Ertragsverwendung spielt ebenfalls in die Entscheidungsfindung ein. Bei Ertragsverwendung gibt es zwei Möglichkeiten, entweder wird der ETF ausgeschüttet oder die Erträge werden automatisch wieder angelegt (thesauriert).

Der ACWI

Beim MSCI All Countries World Index (ACWI) handelt es sich um einen Fonds der noch weiter gefasst ist als der MSCI World. Beim ACWI verteilen sich die Aktienrisiken auf etwa 3.000 Unternehmen. Neben Unternehmen der Industrienationen sind hier auch Firmen aus Schwellenländern wie Südkorea, Brasilien oder Indien mit einem Anteil von etwa 13 Prozent gebündelt. Dieser Index ist noch wesentlich breiter aufgestellt als der MSCI World Index.

Der FTSE-Index

Der FTSE All World Index setzt sich ebenfalls aus börsendotierten Unternehmen der Industrie- und Schwellenländern zusammen. Zum Beispiel der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (USD) Accumulating investiert in Aktien mit Fokus Welt. Die Dividendenerträge im Fonds werden reinvestiert (thesauriert). Der FTSE All-World ermöglicht ein breit gestreutes und kostengünstiges Investment in über 4.000 Aktien.

Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei nur 0,22% p.a.. Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (USD) Accumulating ist ein sehr großer ETF mit 4.138 Mio. Euro Fondsvolumen, der älter als 1 Jahr und in Irland aufgelegt ist.

Fazit: Frugalismus leben gut mit ETF-Sparplänen

ETFs

Der Weg zur finanziellen Freiheit kann beim Frugalismus auf unterschiedliche Art und Weise begangen werden. Die Ausgaben werden auf das Notwendigste reduziert, bis die finanzielle Freiheit erreicht ist.

Die Investition in ETFs stellt eine von mehreren Möglichkeiten dar, das Sparkapital sinnvoll zu investieren. Sie ist durch eine breite Streuung eher risikoarm und eignet sich für Anfänger und Frugalisten, die sich nicht permanent mit ihrer Geldanlage auseinandersetzen möchten. Die Investition in ETFs ist keine kurzfristige Anlageform. Das Geld arbeitet hier im Laufe mehrere Jahre oder Jahrzehnte für den Anleger.

Wer noch keinen ETF-Sparplan bedient, findet hier eine Übersicht der Anbieter und kann zunächst ein Wertpapierdepot eröffnen:

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