Investieren an der Börse: 7 Regeln für Investmentnovizen

Lesedauer 6 Minuten

Die deutsche Angst vor dem Investieren an der Börse ist allgegenwärtig. Es macht kaum einen Unterschied, mit wem ich gerade über die Geldanlage mit Wertpapieren spreche — früher oder später kommt unweigerlich immer die selbe Frage: “Aber hast du denn gar keine Angst davor, damit Geld zu verlieren?”

Ganz ehrlich? Nein, hab ich nicht. 

[lwptoc]

Denn wenn du dich an ein paar Grundregeln hält, musst du vor einem Verlust deines hart verdienten und an der Börse angelegten Geldes keine Angst haben.

Ganz im Gegenteil:

du kannst dich entspannt zurücklehnen und dich auf einen Lebensabend ohne Rentenlücke oder Altersarmut freuen.

Wie das geht?

Folgende 7 Regeln fürs Investieren an der Börse helfen dir dabei, wie Gastblogger Carsten Vogel in seinem Artikel für ETF-Blog.com näher ausführt.

1. Lass den Bankberater außen vor

Trau keinem Bankberater beim Investieren an der Börse

Ich habe persönlich nichts gegen Bankberater.

Als ich noch Kunde in einer Filialbank war, hatte ich einen sehr netten und wohlwollenden Berater. 

Aber leider werden sie dafür ausgebildet, vor allem im Interesse der Bank zu beraten, nicht unbedingt in deinem.

Aus diesem Grund bekommst du bei einer Beratung “ganz tolle” Investmentfonds präsentiert, die in den letzten Jahren angeblich eine hohe Rendite eingefahren haben.

Was dir dabei keiner verrät:

die Provision, die dein Bankberater kassiert, wenn du dich für genau diesen Fonds entscheidest.

Früher mag es noch notwendig gewesen sein, sich von einem Bankberater bei der Geldanlage helfen zu lassen.

Heute ist es das definitiv nicht mehr.

Es gibt Finanzbücher, Finanzblogs, Finanzpodcasts und Finanzcoaches.

Mit ihrer Hilfe kannst du lernen, wie man erfolgreich an der Börse investiert.

Ein Bankberater hilft dir dabei vermutlich eher weniger. 

2. Streue dein Risiko beim Investieren an der Börse

Vielen steckt er immer noch in den Knochen:

der Schock über den Absturz der “Volksaktie” Telekom zu Beginn des neuen Jahrtausends.

Bis heute notiert die Aktie deutlich unter ihrem Höchststand des Frühjahrs 2000. 

So manch einer, der damals zum Aktionär wurde, ist nie wieder an die Börse zurückgekehrt.

Verständlich?

Mit Sicherheit.

Vermeidbar?

Auch das.

Denn eine der wichtigsten Grundregeln der Geldanlage lautet:

Streue dein Risiko.

Oder anders ausgedrückt:

Streue dein Risiko beim Investieren an der Börse

Lege nicht alle Eier in einen Korb.

Denn sonst könnte es dir so ergehen, wie vielen euphorischen Telekom-Aktionären zur Jahrtausendwende.

Die Euphorie wich bald der Angst, die schließlich zu Panik wurde.

Emotionen, die bei Anlageentscheidungen nicht unbedingt von Vorteil sind.

Die meisten verkauften ihre Anteile auf dem Weg nach unten und erlitten große Verluste.

Eine wesentlich sinnvollere und vor allem erfolgreichere Taktik ist die Risikostreuung.

Eine Faustregel besagt, dass man mit einer Investition in 100 verschiedene Unternehmen sein Risiko ausreichend gestreut hat.

Wenn dann eins dieser Unternehmen in Schwierigkeiten gerät, kann der Verlust durch die anderen 99 gut aufgefangen werden.

Somit kann es schon reichen, in einen einzigen ETF zu investieren, beispielsweise einen, der den MSCI World Index abbildet.

Dieser Index enthält ca. 1.650 verschiedene Aktien aus 23 Industrieländern.

Womit wir bei der nächsten Regel angekommen wären.  

3. Kauf den ganzen Markt

Kaufe gleich den ganzen Markt

Die meisten von uns haben weder die Zeit, noch die Lust sich ständig mit allen möglichen börsennotierten Unternehmen zu beschäftigen.

Wer Stock-Picking betreibt – also einzelne Unternehmen aussucht, um dann deren Aktien zu kaufen – muss aber genau das regelmäßig tun.

Für den durchschnittlichen Privatanleger wie dich und mich ist es daher ratsam, einen anderen Weg einzuschlagen:

Wir kaufen einfach den ganzen Markt. 

Mit einem ETF auf den MSCI World Index geht das z.B. ganz unkompliziert.

Du brauchst dir dann nicht den Kopf darüber zu zerbrechen, ob der Trend zum veganen Essen deine McDonalds-Aktien abstürzen lässt.

Wie gesagt:

Du bist in ca. 1.650 verschiedene Unternehmen aus 23 Industrieländern investierst und nimmst einfach die durchschnittliche Rendite der globalen Wirtschaft mit.

Da fällt es dann auch nicht groß ins Gewicht, wenn die Veganer die Welt übernehmen. 

4. Denk langfristig

Denke langfristig.

Die Börse ist kein Tagesgeldkonto.

Wenn du dich dafür entscheidest, an der Börse zu investieren, solltest du dafür grundsätzlich nur Geld in die Hand nehmen, auf das du mindestens die nächsten 10 bis 15 Jahre verzichten kannst.

Natürlich ist ein Investment in Aktien oder ETFs grundsätzlich liquide – du kannst deine Anteile jederzeit verkaufen.

Das verursacht zum einen aber bei jedem Verkauf Transaktionskosten.

Diese können deinen Gewinn schmälern.

Zum anderen solltest du der Versuchung widerstehen, durch kurzfristige Trades Gewinne erwirtschaften zu wollen (auch Day-Trading genannt).

Es gibt nur sehr wenige Profis, die das konstant schaffen. 

Für die meisten Privatanleger ist daher eine langfristige Anlagestrategie die sinnvollste:

Buy and hold:  Kaufen und sehr lange halten.

Denn wer mindestens 15 Jahre lang durchhält, wird in der Regel immer mit einer positiven Rendite auf sein Investment belohnt werden.

5. Beachte die Kosten beim Geldanlegen

Beachte die Kosten beim Investieren an der Börse

Viele Privatanleger machen den Fehler, dass sie beim Abschluss eines Geldanlageprodukts (z.B. einer privaten Rentenversicherung) die anfallenden Gebühren nicht beachten.

Ein Fehler, der sie mit der Zeit teuer zu stehen kommt.

Bei einem aktiv gemanagten Investmentfonds musst du in der Regel mit einem Ausgabaufschlag von 5% und jährlichen Verwaltungsgebühren von ca. 1,5% rechnen.

Im Vergleich zu einem kostengünstigen ETF kann das nach einer Laufzeit von 20 Jahren einen Unterschied von mehreren 10.000 Euro ausmachen!

Sprich, mit dem ETF hast du am Ende mehr als 10.000 Euro mehr auf der hohen Kante.

Wenn man dann noch bedenkt, dass die meisten Fondsmanager es mit ihren Produkten nicht schaffen, dauerhaft eine höhere Rendite als ein ETF auf einen breit gestreuten Aktienindex zu erzielen, muss man nicht mehr lange überlegen.

Der ETF gewinnt in jeder Hinsicht das Rennen.

Vor allem aber mit Blick auf die Kosten

6. Lass die Finger vom Market-Timing

Das größte Risiko bei einer Investition an der Börse bist du.

Genauer gesagt deine Emotionen.

Die Kurse an der Börse schwanken, das ist völlig normal.

Eine Mischung aus Veränderungen bei Angebot und Nachfrage, der menschlichen Psyche, dem Herdentrieb, und nicht zuletzt Euphorie und Panik sind dafür verantwortlich.

Es gibt immer wieder selbsternannte Börsen-Propheten, die der Meinung sind, sie könnten den nächsten großen Crash voraussagen.

Also schnell noch alles verkaufen, bevor es soweit ist.

Oder sie sind sich ganz sicher, dass der Markt seinen Tiefpunkt erreicht hat und du daher jetzt unbedingt kaufen musst.

Der Begriff für diese Strategie lautet Market-Timing.

Lass besser die Finger davon.

Es gibt kaum jemanden, der verlässlich voraussagen kann, wie sich der Markt in den nächsten Tagen, Wochen oder Monaten genau entwickeln wird. 

Der beste Weg, dieses “Börsengeschrei” auszublenden und bei der Geldanlage möglichst nüchtern und emotionslos zu bleiben, ist ein ETF-Sparplan.

Jeden Monat stets den gleichen Betrag in den gleichen ETF investieren.

Monat um Monat und Jahr für Jahr.

Nicht ins Depot schauen, nicht in Panik geraten.

So kommst du am entspanntesten und am sichersten ans Ziel.

7. Fang einfach mal mit dem Investieren an der Börse an

Starte jetzt mit dem Investieren an der Börse

Wer im Leben vorankommen will, muss manchmal einfach ins kalte Wasser springen.

Wenn du mit deinem Vermögensaufbau weiterkommen willst, musst du eben auch den Sprung an die Börse wagen – auch wenn du noch nicht alles über den Handel mit Wertpapieren weißt und daher etwas unsicher bist.

Versteh mich nicht falsch:

Natürlich solltest du dich zunächst mit der Geldanlage in Aktien und ETFs beschäftigen, bevor du loslegst.

In dem du diesen Blog liest, tust du ja schon genau das.

Aber dann solltest du relativ bald deine ersten praktischen Erfahrungen machen.

Denk ans Autofahren.

Wenn du deinen Führerschein machst, fängst du auch nicht mit 2 Jahren Theorie an, bevor du dich ein erstes Mal selbst hinters Steuer setzen darfst. 

Am meisten lernt man nämlich beim Fahren.

Also:

Fahr einfach mal los.

Fazit: Investieren an der Börse ist nicht schwer

Auch wenn die meisten Deutschen nach wie vor Angst vor dem Investieren an der Börse haben:

es ist auch für den einfachen Privatanleger möglich, erfolgreich sein Geld am internationalen Aktienmarkt anzulegen. 

Das Risiko zu streuen, sein Geld langfristig anzulegen und die Kosten zu beachten sind nur drei der wichtigsten Prinzipien dabei.

Dazu brauchst du nicht einmal einen Bankberater.

Kauf einfach den ganzen Markt und widersteh der Versuchung, den richtigen Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkt bestimmen zu wollen. 

Das geht nämlich nur im Nachhinein.

Wenn du das alles umsetzt und dich traust einfach mal mit dem Investieren an der Börse zu beginnen, kannst du ohne großen Zeitaufwand Vermögen aufbauen und fürs Alter vorsorgen.

Über den Autor

Auf finanziellfit.de bloggt Carsten Vogel über Moneybuilding statt Bodybuilding – langfristiger, entspannter und automatisierter Vermögensaufbau durch systematisches Sparen, achtsames Ausgeben und vor allem intelligentes Investieren.

Dabei gibt er Tipps, wie man sein Geld richtig spart und anlegt und teilt auch seine eigenen Erfahrungen mit der Geldanlage in P2P-Kredite und ETFs.

Außerdem versucht er aufzuzeigen, dass es sich lohnt, weniger Zeug zu kaufen und mehr Geld in die eigene Bildung und in andere Menschen zu investieren.

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2 Gedanken zu „Investieren an der Börse: 7 Regeln für Investmentnovizen“

  1. Besten Dank. Ich wollte mich dieses Jahr endlich auch mal finanziell steigern und was auf Seite legen und ich denke mit nem ETF macht man ja erstmals nix falsch. Fänd eigentlich auch Anlageobjekte toll, aber so lange bis ich mich informiert habe, kann ich das Geld auch parken. Von daher noch mal danke und weiter so! 🙂

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