Was sind Leveraged ETFs? Gehebelte ETF einfach erklärt

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In der Finanzbranche gibt es Produkte, die mit einem Hebel arbeiten. Dies gilt auch für ETFs. Die Intention dabei ist, die Rendite des zugrunde liegenden Investments zu verzweifachen, verdreifachen oder sogar noch stärker von der ursprünglichen Kursentwicklung zu profitieren. Leveraged ETFs sorgen dafür, dass die Kursausschläge sich verstärken – dass aber nicht nur aufwärts, sondern auch abwärts.

Deshalb ist diese riskante Anlageform für Anfänger ungeeignet. Es gibt stattdessen praktische Finanz-Guides, die dir helfen werden, deine Finanzen langfristig in die Hand zu nehmen und Vermögen zu bilden.

Um in Leveraged ETFs zu investieren solltest du Erfahrung im Finanzmarkt haben und dir dem hohen Risiko bewusst sein. Wenn du dennoch auf einen Hebel-ETF setzen willst, um deine Rendite zu erhöhen, solltest du vorher die durchschnittliche Rendite sowie die Volatilität der zugrunde liegenden Indizes analysieren.

Leveraged ETFs

Wenn du dich bereits etwas mit dem Aktienmarkt beschäftigt hast, sind die Chancen hoch, dass du auf einen sogenannten „Leveraged ETF“ oder eine andere gehebelte Anlageform gestoßen bist. Diese Produkte häufig mit dem Zusatz „leveraged“ oder kurz „lev“ versehen (z.B. LevDAX), der auf die Hebelwirkung hinweist.

Wir wollen in diesem Artikel klären was genau einen gehebelten ETF auszeichnet und wie er sich von seinen gewöhnlichen Pendants unterscheidet. Darüber hinaus wollen wir dir erklären, für wen ein Leveraged ETF in Frage kommen könnte.

Lass uns in das Thema gehebelte ETFs eintauchen und diese relativ neuen Wertpapiere untersuchen.

1. Was ist ein Leveraged ETF?

Solange es Märkte gibt, gibt es Menschen, die spekulieren wollen; sie wollen eine Vorhersage über die Richtung eines bestimmten Vermögenswerts machen und groß gewinnen, wenn sich ihre Hypothese als richtig erweist. In früheren, einfacheren Zeiten war dafür beispielsweise der Kauf von Aktien auf Kredit eine Option. Um nicht in den Schatten gestellt zu werden, schuf die Wall Street gehebelte Wertpapiere, die als Leveraged ETFs bekannt sind. Durch den Einsatz von geliehenem Geld, Futures und/oder Swaps wird versucht, die Bewegung einer zugrundeliegenden Benchmark, eines Index oder Rohstoffs entweder positiv oder negativ zu verstärken (letzteres ist ein sogenannter „ETF-Short „, in Anspielung auf den Leerverkauf einer Aktie).

Die ersten gehebelten ETFs wurden den Anlegern im Jahr 2006 zugänglich gemacht, während ihre früheren Erscheinungsformen, gehebelte Investmentfonds, mindestens seit den 1990er Jahren existierten (davor musste man über einen Hedge-Fonds arbeiten, der meist als Kommanditgesellschaft gegründet wurde, wenn man das Gleiche erreichen wollte).

2. Gehebelte ETFs als Renditeturbo?

Börsenindex

Vor dem Hintergrund, dass historisch betrachtet, Aktienmärkte langfristig steigen, könntest du dir jetzt denken, dass man als Anleger mit einem doppelten oder gar dreifachen Hebel auf einen gut diversifizierten ETF von dieser Entwicklung profitiert. Davon solltest du dich aber nicht täuschen lassen: Zunächst stimmt es zwar, dass die Aktienmärkte in der Vergangenheit langfristig gestiegen sind. Es muss aber auch gesehen werden, dass diese Entwicklung nie linear ist und war. Eine durchschnittliche Rendite von z.B. 6 oder 7 % pro Jahr kommt stets durch eine Vielzahl an Auf- und Abwärtsbewegungen zustande. Bei einem Leveraged ETF entstehen Verluste im Vergleich zu einem ungehebelten ETF bei Seitwärts- oder Abwärtsbewegungen.

3. Für wen gehebelte Finanzprodukte in Frage kommen könnten

Leveraged ETFs sind eindeutig volatil, da sie anstreben, die 2- bis 3-fache Rendite der zugrunde liegenden Benchmark zu erzielen. Die Volatilität von Leveraged ETFs macht sie nur für ein kurze Haltedauer geeignet. Der Grund dafür ist, dass starke Kursschwankungen aufgrund des Hebels verhindern, dass gehebelte ETFs über längere Zeiträume das Zwei- bis Dreifache der Benchmark-Performance erzielen. Die Mathematik des Zinseszinseffekts ist der Grund, warum gehebelte ETFs über längere Halteperioden versagen.

Deshalb solltest du nur als risikoorientierter Anleger zu gehebelten Produkten greifen und vorher den zugrundeliegenden Index weise wählen. Hier macht es natürlich einen großen Unterschied, ob du einen DAX oder Nasdaq 100 mit einem Hebel-ETF investierst.

Hebelprodukte erfordern außerdem eine intensivere Betreuung als die meisten anderen Wertpapiere, insbesondere ETFs. Wegen ihren starken Kursbewegungen müssen Leveraged ETF Anleger die Entwicklung ihrer Produkte deutlich intensiver und aufmerksamer verfolgen.

Deshalb ist es wichtig, dass Investoren von gehebelten ETF planvoll mit den Produkten umgehen. Für den Leveraged ETF sollte das Anlageziel klar sein und der Rahmen der Haltedauer bereits vorab umgrenzt sein.

Deshalb ist vorherige Kapitalmarkt Erfahrung unerlässlich, denn ohne eine Taktik mit entsprechender Vorerfahrung raten wir dir vom Einsatz von Hebelprodukten dringend ab.

Zusammengefasst kann man sagen: Leveraged ETFs und Hebelprodukte allgemein richten sich an sehr risikofreudige, aufgeklärte und eher kurzfristig orientierte Anleger.

4. Die Auswahl der Leveraged ETFs

Die Auswahl gehebelter ETFs ist eher übersichtlich. Nur 14 derartige Produkte werden an der Börse in Frankfurt angeboten. Der populärste darunter: der LevDAX. Dieser gibt den deutschen Leitindex mit dem Faktor zwei wieder. Darüber hinaus gibt es ETFs, mit denen Anleger gehebelt in Aktien aus der Eurozone und den USA investieren können.

Für ein Engagement in Schwellenländer mit doppelter Rendite ist z.B. der Lyxor MSCI Emerging Markets Daily (2x) Leverage UCITS ETF erhältlich.

5. Fazit: Hebelprodukte haben nichts im Portfolio eines Anfängers zu suchen

Leveraged ETFs sind nur für Profis

Auch wenn die Versuchung, mit gehebelten ETFs zu spekulieren, groß sein mag, solltest du dich nicht täuschen lassen: In einem diversifizierten, langfristigen Portfolio haben sie absolut keinen Platz. Keinen.

Schon ein Crash könnte dafür sorgen, dass überproportionale Renditen von mehreren Jahren auf einen Schlag umgekehrt werden.

Als Anfänger kannst du mit gehebelten ETFs eine beträchtliche Menge an Geld verlieren. Gehebelte ETFs sind keine Investition, sondern eine Spekulation. Da sollte man sich nichts anderes vormachen.

Außerdem ist die Auszahlung möglicherweise nicht so üppig, wie du es dir vorstellst. Zusätzlich zu diesen Risiken fallen bei gehebelten ETFs in der Regel Verwaltungsgebühren an. In vielen Fällen musst du außerdem Brokergebühren entrichten.

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